Schwangerschaftstests – wie sicher ist das Ergebnis? – Deutschlandfunk

Köln, eine Apotheke gegen elf Uhr vormittags, mäßiger Betrieb. Zwei ältere Männer holen vorbestellte Medikamente ab, eine Frau lässt sich beraten, drei warten im Hintergrund. Ihr Alter: irgendwo zwischen zwanzig und vierzig. Gut möglich, dass eine von ihnen einen Schwangerschaftstest kaufen wird.

„Das sind Kundinnen jeden Alters, kann man sagen“, erklärt die Apothekerin Angela Waitz-Pritz. „Wir haben schon mal sehr junge Kundinnen, die dann auch etwas ängstlich in die Apotheke kommen, wir haben natürlich ganz normal das Mittelalter oder die Zeit, wo man schwanger werden möchte, und dann gibt es natürlich auch die Altersklasse, die über Vierzigjährigen, die noch nicht wissen, sind wir schon in den Wechseljahren oder ist doch noch eine Schwangerschaft eingetreten.“

Erste Tests mit Krallenfröschen

Kündigt sich eine Schwangerschaft an, sei es gewollt oder ungewollt, möchten Frauen möglichst schnell Gewissheit über ihren Zustand haben. Was übrigens kein neues Bedürfnis ist. Schon im Alten Ägypten gossen Frauen ihren Urin über Getreidekörner; trieben die Körner aus, war dies Anzeichen einer beginnenden Schwangerschaft. Die Fehlerquote dieser Methode dürfte recht hoch gewesen sein. Den ersten sicheren Schwangerschaftstest entwickelte in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts der argentinische Arzt Carlos Galli-Mainini. Er injizierte männlichen Krallenfröschen Urin von Frauen. Erwarteten sie ein Kind, lösten die Schwangerschaftshormone im Urin schon nach zwei Stunden ein ausgeprägtes Balzverhalten der Kröte aus. Ein zwar genaues, aber doch recht aufwendiges Verfahren – nicht zu vergleichen mit modernen Schwangerschaftstests.

„Es gibt neuerdings auch welche mit Digitalanzeige, das ist ein ganz neues Produkt einer Firma, es wird zusätzlich auch noch angezeigt, in welcher Woche man schwanger ist, also nicht nur ob, sondern auch wie weit man ist, das ist also etwas ganz Neues. Und dann gibt es noch sogenannte Frühtests, dazu muss man wissen, dass eigentlich diese Stäbchentests erst benutzt werden sollten, wenn die Periode schon ausgeblieben ist, das heißt, ungefähr vier Tage danach könnte man sehr hoher Wahrscheinlichkeit diesen Test positiv oder negativ durchführen. Vorher ist immer ein gewisses Risiko vorhanden, man sollte, wenn man ganz sicher sein will, zum Arzt gehen, er kann das schon sehr früh feststellen“

Hormongehalt im Urin gibt Aufschluss

Klassische Schwangerschaftstests funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Sie weisen – erklärt Dr. Isabell Grochla, Frauenärztin in Köln – das Hormon „humanes Chorion Gonadotropin“, kurz hCG, im Urin nach.

„Das wird vom Embryo produziert, in der Frühschwangerschaft, gerade in der Phase, wo die Differenzierung zwischen Embryo und Plazenta ist, im Prinzip von der Vorstufe der Plazenta.“

Die Plazenta produziert hCG, sobald sich eine befruchtete Eizelle eingenistet hat. Allerdings ist die Hormon-Konzentration in den ersten Tagen noch sehr niedrig, sodass ein sicherer Nachweis erst nach mehreren Tage möglich ist. Im Blut ist hCG eine Woche nach der Befruchtung messbar, im Urin nach zwei Wochen.

„Und dieses Hormon ist natürlich mit der stärksten Konzentration vorhanden im Morgenurin, das heißt, es ist sinnvoll, diesen Test morgens früh nach dem Aufstehen zu machen. Es ist ganz klar, wenn Sie das tagsüber machen, haben Sie niemals eine so hohe Konzentration.“

Neue Tests sprechen auf geringe Hormonkonzentration an

Der Teststreifen enthält hCG-Antikörper, die – falls im Urin vorhanden – sogenannte hCG-Antigene binden. Dabei kommt zu einer Antikörperreaktion, die innerhalb weniger Minuten auf dem Teststreifen zu sehen ist.

„Die Kundin sieht auf jeden Fall einen Kontrollstreifen, er ist in einem Feld abgebildet, und in einem zweiten Feld ist nochmal dieser Streifen und zusätzlich würde ein zweiter Streifen erscheinen, sollte sie schwanger sein. Das heißt, passiert in diesem Feld nichts weiter, ist sie nicht schwanger, ist ein zweiter Streifen vorhanden, ist sie schwanger, das gibt’s dann je nach Test auch in schöner farbliche Abstimmung, dass man es ganz deutlich sieht, oder eben einfach so in Schwarz.“

Tests der neuesten Generation sprechen auf vergleichsweise geringe Hormonkonzentrationen an, können Schwangerschaften also früh nachweisen. Als Hinweis für den Einsatz der „Pille danach“ eignen sie sich aber nicht.

„Die „Pille danach“ wäre dann zu diesem Zeitpunkt schon zu spät, die „Pille danach“ ist wirklich nur geeignet für eine möglicherweise entstandene Schwangerschaft, und zwar für den Zeitpunkt drei Tage nach dem Geschlechtsverkehr, der unter Umständen zu einer Befruchtung geführt hat, und mit einem neueren Präparat noch bis zu fünf Tagen, also bis zum positiven Test kann man dann nicht warten.“

Bleibt die Frage nach der Zuverlässigkeit handelsüblicher Schwangerschaftstests. Angela Waitz-Pritz:

„Sie sind eigentlich schon sehr sicher inzwischen, man kann sagen so um 90, 95 Prozent stimmt es. Das Problem ist einmal die Anwendung der Patientinnen, ob sie es richtig machen, und zum anderen gibt es auch Erkrankungen, die so ein Ergebnis verfälschen könnten.“

Dazu zählen unter anderem Tumore der Eierstöcke, die das Hormon hCG produzieren. Glücklicherweise sind solche „falsch positive Ergebnisse“ aber sehr selten – was Frauen aber nicht davon abhält, Schwangerschaftstests zu misstrauen. Um wirklich sicher zu gehen, machen viele den Test zwei Mal.

„Es gab sogar mal einen Anbieter, der hat das von vornherein angeboten, es gab schon einen Duotest, weil man weiß, was viele unsicher sind, machen sie nach ein paar Tagen noch ein Test, und dann haben sie ihn zuhause und müssen nicht nochmal laufen.“

Symptome erst drei Wochen nach Befruchtung spürbar

Wer möglichst schnell ein sicheres Testergebnis braucht, sollte sich möglichst rasch an seinen Frauenarzt oder an seine Frauenärztin wenden. Er oder sie kann einen aussagekräftigeren Bluttest durchführen – oder aber das Embryo auf dem Bildschirm sichtbar machen.

„Sichtbar kann man eine Schwangerschaft darstellen per vaginalen Ultraschall, wenn das Schwangerschaftshormon mindestens 800 Einheiten besteht, und das ist normalerweise ungefähr drei Wochen nach der Befruchtung, beziehungsweise fünf bis sechs Wochen nach der letzten Periode.“

Typische Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit oder Spannungen in der Brust machen sich erst etwa drei Wochen nach der Befruchtung bemerkbar, also vergleichsweise spät: Erst dann ist die Konzentration des Schwangerschaftshormons entsprechend hoch.

Schwangerschaftstests sind für Apotheken kein Verkaufsschlager mehr. Zu vergleichsweise günstigen Preisen werden sie mittlerweile in Drogerien und im Internet vertrieben. Egal wer sie anbietet, irgendwelche Peinlichkeiten, die Tests zu kaufen, das gibt es schon lange nicht mehr.

„Kondome kaufen schätze ich so ein, dass es den meisten noch peinlicher ist, als einen Schwangerschaftstest zu kaufen, die jungen Männer suchen sehr lange und trauen sich auch nicht zu fragen, am liebsten würden wir es draußen präsentieren, also, da ist die Hemmschwelle noch viel größer als nach einem Schwangerschaftstest.“

Er hat sein Lächeln nicht verloren – Nordwest-Zeitung

Brake[1] Es ist 9 Uhr morgens. Seit gut drei Stunden liegt Bernhard Wiggers schon im Bett der ambulanten Dialysestation des St.-Bernhard-Hospitals. Ein großes, dickes Kissen stützt seinen Rücken und aus den Kopfhörern in seinem Ohr erklingen Hits aus den Charts. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes hängt ein Fernseher an der Wand. Währenddessen ersetzt eine Maschine die Funktion seiner Nieren und reinigt sein Blut.

3000. Blutwäsche

Viereinhalb Stunden verbringt er dann hier – immer montags, mittwochs und freitags. „Ich guck in der Zeit fernsehen, höre Radio, lese die NWZ oder döse“, sagt Wiggers mit einem Lächeln. 3000 Mal hat der 59-Jährige diesen Ablauf nun schon mitgemacht, zum ersten Mal 1998. Und immer im St.-Bernhard-Hospital[2]. Damit hat Wiggers die meisten Blutwäschen in Brake. Zum Jubiläum gratulierten ihm stellvertretend für das gesamte Dialyse-Team Pfleger Frank Erdmann[3] und Pflegerin Sandra Kallenbach[4] sowie die beiden leitenden Ärztinnen Dr. Ulrike Heinsohn[5] und Dr. Constanze Meentzen[6].

Vor 19 Jahren bekam der heute 59-Jährige seine erste Dialyse, beinahe genauso lange ist auch schon Kallenbach an seiner Seite. Die Pflegerin begleitet Wiggers seit fast 18 Jahren durch die Dialyse-Behandlung. „Wir feiern Feste wie Weihnachten[7] oder auch Geburtstage zusammen“, erzählt Kallenbach. „Man lebt ein Stück des Lebens zusammen, lernt die Patienten kennen und erfährt viel Privates.“ Ihr Kollege Frank Erdmann ist seit 14 Jahren im Team. Auch er kennt Wiggers nur zu gut.

Der 59-Jährige wohnt in Seefeld und ist bis vor einem Jahr noch selbst die Strecke bis nach Brake gefahren. Nun fährt ihn ein Taxi die rund 21 Kilometer bis ins Krankenhaus. Ihm sei empfohlen worden, die Strecke nicht mehr selbst zu fahren, verrät er. Wiggers arbeitet trotz seiner Erkrankung als Werksschutzfachkraft im Kernkraftwerk Unterweser[8]. „Nach der Dialyse gehe ich zur Arbeit“, erzählt er. Zurzeit hätte er aber Urlaub. Da er im Schichtdienst arbeitet, kann er nicht immer ab 6 Uhr bei der Dialyse sein. „Hier sind aber alle sehr flexibel“, sagt Wiggers.

Eine kleine Familie

Im St.-Bernhard-Hospitals gibt es drei Dialyse-Schichten – eine am Morgen, eine mittags und eine am Nachmittag. Das Dialyse-Team arbeitet stetig daran, die Behandlungen so gut wie möglich in den Alltag der Patienten zu integrieren. „Wir sind bemüht die Dialyse an das soziale Leben unserer Patienten anzupassen und ihnen möglichst viele Freiheiten zu geben“, erklären Heinsohn und Meentzen. So sei es auch Arbeitnehmern möglich, die Behandlungen in Anspruch zunehmen. „Wenn Herr Wiggers von der Nachtschicht kommt, bringt er häufig Brötchen und Croissants mit“, sagt Uilkje Huisman[9], stellvertretende Stationsleiterin. Sie selbst ist von Anfang an in der ambulanten Dialysestation des St.-Bernhard-Hospitals tätig. Seit 1996 wird hier nämlich schon Patienten geholfen. „Es ist ein bisschen so wie in einer kleinen Familie“, sagt Huisman. „Wir haben hier ein klasse Team und versuchen den Patienten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.“ 16 Dialyse-Plätze gibt es in der Abteilung, sechs im Erdgeschoss, zehn weitere unterm Dach.

Neuer Träger

Seit dem 1. Juli ist die Nephrologische Praxis und Dialyse im St. Bernhard-Hospital[10] unter neuer Trägerschaft. Die Operasan Brake MVZ GmbH ist nun für die Abteilung zuständig. „Ansonsten ändert sich aber nichts“, betont Meentzen. „Wir bleiben dem Krankenhaus weiterhin eng verbunden.“

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Fußnoten:

  1. ^ Brake (www.nwzonline.de)
  2. ^ St.-Bernhard-Hospital (www.nwzonline.de)
  3. ^ Frank Erdmann (www.nwzonline.de)
  4. ^ Sandra Kallenbach (www.nwzonline.de)
  5. ^ Dr. Ulrike Heinsohn (www.nwzonline.de)
  6. ^ Constanze Meentzen (www.nwzonline.de)
  7. ^ Weihnachten (www.nwzonline.de)
  8. ^ Kernkraftwerk Unterweser (www.nwzonline.de)
  9. ^ Uilkje Huisman (www.nwzonline.de)
  10. ^ St. Bernhard-Hospital (www.nwzonline.de)

Grünes Wasser zeugt von Gesundheit – Nordwest-Zeitung

Jever[1] Seit das neue Schwanenpaar die Pferdegraft bezogen hat, vergeht kaum ein Tag, an dem sich nicht jemand über das „verschmutzte“ Wasser beschwert. Aber: „Das Wasser ist nicht schmutzig. Ganz im Gegenteil: Die Graft bietet beste Bedingungen für die Biologie – deshalb ist das Wasser so grün“, sagt Volker Bleck von der Stadtverwaltung.

Wasserpest, Wasserschlauch, Entengrütze – es sind eine Vielzahl von Wasserpflanzen, die dort gute Bedingungen vorfinden. „Bis zur Sanierung der Graften Ende der 90er Jahre war das Wasser klar – der sauerstoffreiche Schlamm hat jeglichen Bewuchs verhindert“, sagt Bleck. Bei der Sanierung, die 1996 bei der Blankgraft begann und 1998 mit der Pferdegraft endete, wurde dieser „tote Schlamm“ aus den Graften gebaggert – nämlich insgesamt mehr als 9000 Kubikmeter. „Und seitdem können wieder Wasserpflanzen gedeihen.“

Alle zwei bis drei Jahre werden per Bagger die Ränder und Überläufe der Graften entschlammt – so bleiben sie biologisch funktionsfähig und es hat sich sogar ein reichhaltiger Fischbestand entwickelt. Sogar Hechte gibt es und vielleicht auch Welse, die in der Pferdegraft Ursache für das verschwinden von Entenküken sein können.

Vor ein paar Jahren hatte der Angelverein[2] in der Pferdegraft Graskarpfen ausgesetzt, die das Pflanzenwachstum regulieren sollten. „Man weiß nicht, was aus ihnen wurde – wahrscheinlich waren sie Futter für die anderen Fische“, sagt Bleck.

Die Graften sind die Reste eines geschlossenen Verteidigungsrings aus Wassergraben und Wall um Jevers Altstadt. Ab dem Jahr 1815 begannen die ersten Zuschüttungen. Auch die Schlossgraft war mit diesem Grabensystem verbunden. Der so genannte Mariengang im Schlosspark verband als Wasserkanal die innere und die äußere Burg.

Graften verbunden

Kurios: Damit das Wasser in die innere Burg fließen konnte, muss der Wasserspiegel für die gesamte Verteidigungsanlage früher mindestens 1,5 Meter höher gelegen haben. Das ist angesichts der Böschung vor der Brauerei kaum vorstellbar.

Heute steht das Wasser der Schlossgraft über einen Tunnel mit der Blankgraft in Verbindung. Ein Überlauf hält den Wasserstand bei 6,75 Metern über Normalnull (NN). Unter der Blankgraftbrücke befindet sich eine kleine Stauschwelle von 25 Zentimetern. Eine elektrische Pumpe hält das Wasser zwischen beiden Teilgraften in Bewegung.

Auch der Wasserspiegel der Duhmsgraft wird auf 7 Meter NN gehalten. Ein Rohr verbindet diese Graft mit der Pferdegraft, die einen Wasserspiegel bei 6,05 Meter NN hat. Höhere Wasserstände werden wie bei der Blankgraft in die städtische Regenwasserkanalisation abgeführt.

Die Graften werden allein durch Regen und Grundwasser gespeist. Zuläufe von den Straßen wurden aufgrund möglicher schädlicher Einschwemmungen bei der Sanierung ausdrücklich gekappt. Für die Oberflächenentwässerung des Elisabethufers vor der Brauerei wurde für die Pferdegraft extra ein „Bypass“ eingerichtet.

Die Graften sind seit der Sanierung zumindest in der Mitte 2,5 Meter tief. Es wurde bis auf den ursprünglichen Boden gegraben. Am Rand aber wurde im Wasser aus Sicherheitsgründen eine Stufe belassen. Auch die befestigten Inseln in der Pferdegraft forderten flacheren Stützboden. Die Kieskiste in der Duhmsgraft dient der Feuerwehr[3] als Filter für eine Wasserentnahmestelle im Brandfall: „Die Graften waren immer schon auch aus Gründen des Brandschutzes wichtig“, erklärt Volker Bleck[4].

Viel Schlamm

Aus alten Ratsberichten wie auch aus Zeitungsanzeigen der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg geht hervor, dass regelmäßig städtische Angestellte oder angeheuerte Arbeiter die Graften sauber hielten. „Nach dem Ersten Weltkrieg begann man zu sparen. In den 1950er Jahren fand die letzte große Reinigungen der Graften statt. Deshalb hatten wir bei der Sanierung in den 90er Jahren eine solche Menge Schlamm.“

Fußnoten:

  1. ^ Jever (www.nwzonline.de)
  2. ^ Angelverein (www.nwzonline.de)
  3. ^ Feuerwehr (www.nwzonline.de)
  4. ^ Volker Bleck (www.nwzonline.de)

Er hat sein Lächeln nicht verloren – Nordwest-Zeitung

Brake[1] Es ist 9 Uhr morgens. Seit gut drei Stunden liegt Bernhard Wiggers schon im Bett der ambulanten Dialysestation des St.-Bernhard-Hospitals. Ein großes, dickes Kissen stützt seinen Rücken und aus den Kopfhörern in seinem Ohr erklingen Hits aus den Charts. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes hängt ein Fernseher an der Wand. Währenddessen ersetzt eine Maschine die Funktion seiner Nieren und reinigt sein Blut.

3000. Blutwäsche

Viereinhalb Stunden verbringt er dann hier – immer montags, mittwochs und freitags. „Ich guck in der Zeit fernsehen, höre Radio, lese die NWZ oder döse“, sagt Wiggers mit einem Lächeln. 3000 Mal hat der 59-Jährige diesen Ablauf nun schon mitgemacht, zum ersten Mal 1998. Und immer im St.-Bernhard-Hospital[2]. Damit hat Wiggers die meisten Blutwäschen in Brake. Zum Jubiläum gratulierten ihm stellvertretend für das gesamte Dialyse-Team Pfleger Frank Erdmann[3] und Pflegerin Sandra Kallenbach[4] sowie die beiden leitenden Ärztinnen Dr. Ulrike Heinsohn[5] und Dr. Constanze Meentzen[6].

Vor 19 Jahren bekam der heute 59-Jährige seine erste Dialyse, beinahe genauso lange ist auch schon Kallenbach an seiner Seite. Die Pflegerin begleitet Wiggers seit fast 18 Jahren durch die Dialyse-Behandlung. „Wir feiern Feste wie Weihnachten[7] oder auch Geburtstage zusammen“, erzählt Kallenbach. „Man lebt ein Stück des Lebens zusammen, lernt die Patienten kennen und erfährt viel Privates.“ Ihr Kollege Frank Erdmann ist seit 14 Jahren im Team. Auch er kennt Wiggers nur zu gut.

Der 59-Jährige wohnt in Seefeld und ist bis vor einem Jahr noch selbst die Strecke bis nach Brake gefahren. Nun fährt ihn ein Taxi die rund 21 Kilometer bis ins Krankenhaus. Ihm sei empfohlen worden, die Strecke nicht mehr selbst zu fahren, verrät er. Wiggers arbeitet trotz seiner Erkrankung als Werksschutzfachkraft im Kernkraftwerk Unterweser[8]. „Nach der Dialyse gehe ich zur Arbeit“, erzählt er. Zurzeit hätte er aber Urlaub. Da er im Schichtdienst arbeitet, kann er nicht immer ab 6 Uhr bei der Dialyse sein. „Hier sind aber alle sehr flexibel“, sagt Wiggers.

Eine kleine Familie

Im St.-Bernhard-Hospitals gibt es drei Dialyse-Schichten – eine am Morgen, eine mittags und eine am Nachmittag. Das Dialyse-Team arbeitet stetig daran, die Behandlungen so gut wie möglich in den Alltag der Patienten zu integrieren. „Wir sind bemüht die Dialyse an das soziale Leben unserer Patienten anzupassen und ihnen möglichst viele Freiheiten zu geben“, erklären Heinsohn und Meentzen. So sei es auch Arbeitnehmern möglich, die Behandlungen in Anspruch zunehmen. „Wenn Herr Wiggers von der Nachtschicht kommt, bringt er häufig Brötchen und Croissants mit“, sagt Uilkje Huisman[9], stellvertretende Stationsleiterin. Sie selbst ist von Anfang an in der ambulanten Dialysestation des St.-Bernhard-Hospitals tätig. Seit 1996 wird hier nämlich schon Patienten geholfen. „Es ist ein bisschen so wie in einer kleinen Familie“, sagt Huisman. „Wir haben hier ein klasse Team und versuchen den Patienten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.“ 16 Dialyse-Plätze gibt es in der Abteilung, sechs im Erdgeschoss, zehn weitere unterm Dach.

Neuer Träger

Seit dem 1. Juli ist die Nephrologische Praxis und Dialyse im St. Bernhard-Hospital[10] unter neuer Trägerschaft. Die Operasan Brake MVZ GmbH ist nun für die Abteilung zuständig. „Ansonsten ändert sich aber nichts“, betont Meentzen. „Wir bleiben dem Krankenhaus weiterhin eng verbunden.“

Fußnoten:

  1. ^ Brake (www.nwzonline.de)
  2. ^ St.-Bernhard-Hospital (www.nwzonline.de)
  3. ^ Frank Erdmann (www.nwzonline.de)
  4. ^ Sandra Kallenbach (www.nwzonline.de)
  5. ^ Dr. Ulrike Heinsohn (www.nwzonline.de)
  6. ^ Constanze Meentzen (www.nwzonline.de)
  7. ^ Weihnachten (www.nwzonline.de)
  8. ^ Kernkraftwerk Unterweser (www.nwzonline.de)
  9. ^ Uilkje Huisman (www.nwzonline.de)
  10. ^ St. Bernhard-Hospital (www.nwzonline.de)

Nachfrage nach Cannabis auf Rezept hält sich in Grenzen – FOCUS Online

Fünf Monate nach der Legalisierung bleibt Cannabis auf Rezept in Thüringen die Ausnahme.

Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Erwartungen der Patienten an die Wirksamkeit von Cannabis[1] sei wegen der Präsenz des Themas in den Medien zwar sehr hoch, sagte die Sprecherin der AOK Plus in Thüringen, Hannelore Strobel. „Nach der Einschätzung von Fachleuten ist die Wirksamkeit allerdings auf wenige, bestimmte Fallkonstellationen begrenzt.“ Schwerkranke Patienten können in Deutschland seit März Cannabis auf Rezept erhalten. Bei der AOK in Sachsen und Thüringen gingen Strobel zufolge bis Mitte Juli 405 Anträge ein, von denen nur 184 genehmigt wurden. Die Barmer in Thüringen registrierte nach eigenen Angaben bis Ende Juli 40 Anträge und genehmigte davon zwölf. Importiert wird der medizinisch genutzte Hanf derzeit fast ausschließlich aus Kanada[2] und den Niederlanden[3]. Der Anbau in Deutschland entwickelt sich erst. Von 2019 an sollen die ersten in der Bundesrepublik produzierten Hanfblüten auf den Markt kommen.

Quelle:

www.focus.de

Fußnoten:

  1. ^ Mehr zu von Cannabis (www.focus.de)
  2. ^ Mehr zu aus Kanada (www.focus.de)
  3. ^ Mehr zu Niederlanden (www.focus.de)

Vortrag greift Tabuzone Enddarm auf – Nordwest-Zeitung

Esenshamm[1] Über Beschwerden in der „Tabuzone“ Enddarm informiert Dr. Marcus Relitz, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Helios-Klinik Wesermarsch am Mittwoch, 23. August, um 18 Uhr in der Klinik.

Hämorrhoiden, Steißbeinfistel oder Blut im Stuhl gehören sicherlich nicht zu den Krankheiten, über die Patienten gerne sprechen. Als Teil der Veranstaltungsreihe „Forum Gesundheit“ greift der Experte diese Erkrankungen auf und möchte den Interessierten die Scheu davor nehmen zum Arzt zu gehen.

Bei Enddarmerkrankungen können vielfältige Ursachen vorliegen und die Beschwerden sind oft ganz unterschiedlich. Lästiges Nässen und Jucken, Wundsein, sowie Brennen beim Stuhlgang, Schmerzen und Blutungen, Druck im Damm können Hinweise auf eine Erkrankung des Enddarms sein. Die Beschwerden wechseln, sind teils heftig und wieder nachlassend. Viele Betroffene scheuen sich davor, zum Arzt zu gehen oder tun es erst, wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind.

Dabei sind Enddarm-Leiden, wie beispielsweise Hämorrhoiden, Fissuren, Thrombosen oder Polypen außerordentlich weit verbreitet und keine Frage des Alters, heißt es in der Ankündigung.

Wie sich die Enddarmerkrankungen im Einzelnen diagnostizieren und behandeln lassen, erklärt der Allgemeinchirurg Marcus Relitz während seines Vortrages und steht für anschließende Fragen zur Verfügung.

Die Patienten zu Experten ihrer eigenen Erkrankung zu machen, ist das Ziel der Veranstaltungsreihe „Forum Gesundheit“.

In dieser Reihe werden vielfältige medizinische und pflegerische Themen behandelt. Nach dem Motto „Mehr Lebensqualität durch mehr Wissen“ informieren die Experten umfassend über die jeweilige Erkrankung, die diagnostischen Möglichkeiten und Behandlungsmethoden.

Das „Forum Gesundheit“ findet einmal im Monat jeweils mittwochs um 18 Uhr in der Cafeteria der Helios-Klinik Wesermarsch an der Mildred-Scheel-Straße 1 in Esenshamm statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Fußnoten:

  1. ^ Esenshamm (www.nwzonline.de)

Vortrag greift Tabuzone Enddarm auf – Nordwest-Zeitung

Esenshamm[1] Über Beschwerden in der „Tabuzone“ Enddarm informiert Dr. Marcus Relitz, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Helios-Klinik Wesermarsch am Mittwoch, 23. August, um 18 Uhr in der Klinik.

Hämorrhoiden, Steißbeinfistel oder Blut im Stuhl gehören sicherlich nicht zu den Krankheiten, über die Patienten gerne sprechen. Als Teil der Veranstaltungsreihe „Forum Gesundheit“ greift der Experte diese Erkrankungen auf und möchte den Interessierten die Scheu davor nehmen zum Arzt zu gehen.

Bei Enddarmerkrankungen können vielfältige Ursachen vorliegen und die Beschwerden sind oft ganz unterschiedlich. Lästiges Nässen und Jucken, Wundsein, sowie Brennen beim Stuhlgang, Schmerzen und Blutungen, Druck im Damm können Hinweise auf eine Erkrankung des Enddarms sein. Die Beschwerden wechseln, sind teils heftig und wieder nachlassend. Viele Betroffene scheuen sich davor, zum Arzt zu gehen oder tun es erst, wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind.

Dabei sind Enddarm-Leiden, wie beispielsweise Hämorrhoiden, Fissuren, Thrombosen oder Polypen außerordentlich weit verbreitet und keine Frage des Alters, heißt es in der Ankündigung.

Wie sich die Enddarmerkrankungen im Einzelnen diagnostizieren und behandeln lassen, erklärt der Allgemeinchirurg Marcus Relitz während seines Vortrages und steht für anschließende Fragen zur Verfügung.

Die Patienten zu Experten ihrer eigenen Erkrankung zu machen, ist das Ziel der Veranstaltungsreihe „Forum Gesundheit“.

In dieser Reihe werden vielfältige medizinische und pflegerische Themen behandelt. Nach dem Motto „Mehr Lebensqualität durch mehr Wissen“ informieren die Experten umfassend über die jeweilige Erkrankung, die diagnostischen Möglichkeiten und Behandlungsmethoden.

Das „Forum Gesundheit“ findet einmal im Monat jeweils mittwochs um 18 Uhr in der Cafeteria der Helios-Klinik Wesermarsch an der Mildred-Scheel-Straße 1 in Esenshamm statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Fußnoten:

  1. ^ Esenshamm (www.nwzonline.de)