Bochumer Forscher wollen Darmkrebs mit Duftstoff bekämpfen – Augsburger Allgemeine

Krebs – eine Diagnose die ein Leben schwerwiegend verändert. Einen Hoffnungsschimmer bieten nun die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum. Die Erkenntnisse ihrer neuen Untersuchung zu Darmkrebs könnten zu einem weiteren Therapieansatz verhelfen. In Tumorzellen aus dem Enddarm entdeckten die Forscher offenbar einen bestimmten Riechrezeptor, der durch einen Duftstoff aktiviert werden kann – und dadurch eine positive Auswirkung auf die Krebszellen hat. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift PLOS One[1]. Das Bochumer Team arbeitete außerdem mit der Abteilung für Molekulare Gastroenterologische Onkologie der Ruhr-Universität zusammen, heißt es in einer Pressemitteilung[2] der Universität.

Darmkrebs: Mit dem Duftstoff Troenan gegen den Tumor

Zunächst fanden die Wissenschaftler wohl große Mengen des Riechrezeptors OR51B4 in Darmkrebszellen. Als Aktivator für diesen Riechrezeptor identifizierten sie das Molekül Troenan, das nach Liguster riecht. In einem weiteren Schritt testeten die Forscher die neu gewonnene Erkenntnis über den Duftstoff an Gewebeproben von Tumoren und behandelten die Krebszellen mit Troenan. Das Ergebnis: Das Zellwachstum konnte verlangsamt werden und so auch die Bildung von Metastasen behindern. Zudem starben durch die Behandlung immer mehr Krebszellen ab.

Offenbar haben die Bochumer Wissenschaftler durch ihre Untersuchungen einen neuen Behandlungsansatz entdeckt, der die zukünftige Therapie von Darmkrebs verändern könnte. Die Heilungschancen bei einer chirurgischen Entfernung des Tumors liegen bei etwa 50 Prozent – eine verlässliche Aussage lässt sich jedoch nicht treffen, hängen die Heilungschancen doch entscheidend vom Krankheitsstadium ab, in dem der Damrkrebs diagnostiziert wird.

Darmkrebs: Therapie mit Duftstoff Troenan ist denkbar

Die Behandlung von Darmkrebs durch den Duftstoff Troenan hingegen öffnet laut Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hans Hatt der Ruhr-Universität neue Türen: „Wir gehen davon aus, dass unsere Ergebnisse einen neuen Ansatz für die Darmkrebstherapie ermöglichen könnten“, so wird in der Pressemitteilung zitiert. Die Tumore sind meist vom inneren Hohlraum des Darms zu erreichen. „Daher ist denkbar, dass eine orale oder rektale Aufnahme den Duftstoff Troenan in den wirksamen Konzentrationen direkt an den Tumor bringen würde“, erklärt Hatt weiter.

Er betont jedoch, dass weitere klinische Studien mit Patienten notwendig sind, bevor dieser Therapieansatz in der Behandlung etabliert werden kann. AZ

Mehr zum Thema:

Krebsvorsorge: Darmspiegelung kann Darmkrebs vorbeugen[3] 

Fußnoten:

  1. ^ PLOS One (journals.plos.org)
  2. ^ Pressemitteilung (news.rub.de)
  3. ^ Krebsvorsorge: Darmspiegelung kann Darmkrebs vorbeugen (www.augsburger-allgemeine.de)
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