Hämorrhoiden: AOK Heilbronn beziffert ein schambehaftetes Gesundheitsproblem – Südwest

Heilbronn. (rnz) Vielen Menschen sind sie so peinlich, dass sie trotz erheblicher Beschwerden nicht zum Arzt gehen: Hämorrhoidalerkrankungen. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland bis zu 70 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal davon betroffen.

Im Stadtkreis Heilbronn stiegen die ambulanten und stationären Hämorrhoiden-Therapien bei AOK-Versicherten von 714 in 2013 auf 857 in 2015, im Landkreis Heilbronn im gleichen Zeitraum von 2152 auf 2444. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen, da viele Betroffene aus falscher Scham versuchen, selbst damit fertig zu werden.

Der mittlere jährliche Anstieg der Patientenzahlen betrug von 2013 bis 2015 im Stadtkreis Heilbronn acht Prozent und im Landkreis 4,5 Prozent. Insgesamt lassen sich etwa vier von 100 Menschen pro Jahr von Medizinern deshalb behandeln. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, denn mit einem Marktanteil von 43 Prozent ist sie die größte Krankenversicherung im Land.

„Die Ursache für die Probleme ist die typische faserarme und fettreiche westliche Ernährung. Sie führt zu Verstopfung und Dehnung – und in der Folge zur Entwicklung von Hämorrhoiden“, verdeutlicht AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Risikofaktoren seien Übergewicht, chronische Verstopfung, häufiger Durchfall, regelmäßiges Heben schwerer Lasten sowie Schwangerschaft und Geburt. Typisches Zeichen sei eine schmerzlose Blutung, die sich meist durch eine hellrote Färbung auf dem Toilettenpapier bemerkbar mache. „Bei solchen Blutungen sollte jedoch immer eine Darmkrebserkrankung ausgeschlossen werden“, betont Dr. Knapstein.

Zur Vorbeugung empfiehlt die Ärztin viel Bewegung, ausreichend trinken und ballaststoffreiche Ernährung: Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte. Auch die richtige Analhygiene helfe Beschwerden zu lindern. „Nach dem Stuhlgang sollte man“, so Dr. Knapstein, „die Analregion am besten mit leicht angefeuchtetem Toilettenpapier reinigen und den After danach abtrocknen“.

Quelle:

www.rnz.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s