Künstliche Phosphate: So gefährlich ist Schmelzkäse für Ihre … – Augsburger Allgemeine

Käse gilt gemeinhin als gesund und als wertvoller Teil einer ausgewogenen Ernährung. Doch Vorsicht: Käse ist nicht gleich Käse. Wem seine Gesundheit am Herzen liegt, sollte lieber die Finger von Schmelzkäse, zum Beispiel verkauft als Scheiblettenkäse, lassen. Denn damit der Käse auf der Tiefkühlpizza schön gleichmäßig schmilzt und auf dem Cheeseburger den perfekten Bräunungston bekommt, setzt die Lebensmittelindustrie künstliche Phosphate in Produkten aus Schmelzkäse ein. Und diese sind mit einem erheblichen Gesundheitsrisiko verbunden.

Phosphate an sich müssen erstmal nicht immer schlecht sein. In vielen Käsesorten sind natürliche Phosphatsalze enthalten, die der Körper als mineralische Basis für Knochen und für den Energiestoffwechsel verwendet. Auch in Fleisch und Nüssen sind viele dieser „gesunden Phosphate“ enthalten. Überschüssige Salze gelangen nicht ins Blut, sondern werden ausgeschieden. Doch in Schmelzkäse sind leider neben den natürlichen Phosphate, mit denen der Körper allein fertig werden könnte, auch künstliche enthalten. Und diese können uns richtig krank machen, wie das NDR-Magazin „Markt“[1] am Montagabend berichtet hat.

Künstliche Phosphate: Wie Schmelzkäse der Gesundheit schadet

In der Lebensmittelindustrie werden künstliche Phsophate nicht selten eingesetzt, um die Konsistenz von bestimmten Produkten zu manipulieren. Bei Scheiblettenkäse und anderen Produkten aus Schmelzkäse sorgen die künstlichen Phosphate dafür, dass der Käse gleichmäßig schmilzt – so, wie man es sich auf dem Hawaii Toast oder einem Cheeseburger wünscht. Auf Aufback-Pizza zum Beispiel wird Schmelzkäse verwendet, der durch Phosphate gleichmäßiger braun wird.

Nicht nur, dass der Körper die künstlichen Phosphate aus dem Schmelzkäse in Scheiblettenform meist nicht verwerten kann – diese Stoffe sind auch noch Kalzium-Räuber. Künstliche Phosphatsalze werden nicht ausgeschieden, sondern gehen in hohen Mengen ins Blut über. Die Nieren müssen den Überschuss herausfiltern. Wenn aber zu viel Salz aus Schmelzkäse in der Niere landet, kann es passieren, dass das Blut nicht richtig gereinigt wird.

Phosphatsalze in Scheiblettenkäse erhöhen Herzinfarkt-Risiko

Wenn die Niere die künstlichen Phosphatsalze aus Scheiblettenkäse und anderen Schmelzkäseprodukten nicht mehr richtig filtern kann, bleiben sie im Blut und lagern sich an den Gefäßinnenwänden ab. Das steigert das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Haut und Muskeln altern durch die geschwächte Blutzirkulation schneller, durch das fehlende Kalzium steigt dann zusätzlich auch noch das Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Deshalb sollte nicht zu viel Scheiblettenkäse konsumiert werden.

Hawaii Toasts oder Cheeseburger sind wegen des Schmelzkäses nicht gerade gut für die Gesundheit. Anstatt künstliches Phosphat über Scheiblettenkäse aufzunehmen, sollte dem Körper natürliches Phosphat zugeführt werden. Dazu eignen sich etwa Nüsse, Hülsenfrüchte und Fleisch. Einer Überschwemmung des Körpers mit künstlichen Phosphatsalzen kann durch frische Lebensmittel und wenig Fast Food vorgebeugt werden.

Ob in einem Lebensmittel künstliche Phosphate enthalten sind, ist für den Verbraucher meist nur schwer zu erkennen. Die Zusatzstoffe müssen zwar auf der Verpackung aufgelistet werden, doch es gibt einige Schlupflöcher, sodass die Angaben des Herstellers meist nicht vollständig sind. Auch Mengenangaben, die ja für den Verbraucher durchaus wichtig wäre, sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Zu alldem verbergen sich die künstlichen Phosphatstoffe auch noch hinter Begriffen wie „Stabilisator“, „Konservierungsstoff“ oder „Schmelzssalz“ oder werden mit E-Nummern deklariert. Auf diese sollten Verbraucher achten, wenn sie künstliche Phosphate meiden wollen. sh

 

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