Kneipp in Bad Münstereifel: Gesundheit – Bad Münstereifel will Kneipp wieder … – Kölnische Rundschau

Bad Münstereifel –

„Das Armbad ist die Tasse Kaffee des Kneipp-Gängers“, sagt Karl-Heinz Mainzer: „Es bringt einen auf neue Gedanken und regt den Kreislauf an, ohne aufzuregen.“ Seit Jahrzehnten legt der 73-jährige Gesundheitstrainer und bekennende Kneipp-Anhänger regelmäßig seine Unterarme für etwa 30 Sekunden in kaltes Wasser, um den Stoffwechsel anzuregen.

Kein Wunder also, dass sich Mainzer beim „Anwassern“ im Kurgarten Wallgraben in Bad Münstereifel als einer der Ersten seiner Schuhe und Socken entledigt und sich ins kalte Nass traut. Im Storchgang geht er durch die Wassertretanlage unterhalb des Kurhauses. Auf seine „Tasse Kaffee“ wolle er diesmal erst am Nachmittag zurückgreifen.

Bad seit 50 Jahren

Wassertreten ist die berühmteste Anwendung von Sebastian Kneipp, dem Namensgeber der Kneipp-Medizin und der Wasserkur. Seit dem 12. September 1974 ist Bad Münstereifel staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad. Einige Jahre zuvor, am 10. Oktober 1967, wurde der Stadt der Namenszusatz „Bad“ verliehen. Bad Münstereifel geht also in die 50. „Bad“-Saison.

„Wir möchten die Idee der Kneippschen Lehre im Sinne der Gesundheitsprävention wieder in den Vordergrund rücken“, sagt Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian. Gleichzeitig wolle man die Gedanken Kneipps in die heutige Zeit „übersetzen“ und damit auch ins Bewusstsein jüngerer Menschen holen. „Wir wollen die Idee erhalten, denn sie ist es wert“, sagt die Bürgermeisterin beim Anwassern und der damit verbundenen Eröffnung der Kneipp-Saison. „Denn Gesundheitsprävention rückt immer mehr ins Bewusstsein – auch bei jüngeren Leuten“, berichtet Preiser-Marian, während sie ebenfalls durch das kalte Wasser watet.

Doch warum geht man nicht ganz normal durch das etwa 30 Zentimeter tiefe Wasser und watet stattdessen wie ein Storch durch das kalte Nass? „Es sind die Temperaturgegensätze, die die Durchblutung fördern. Nach dem Kältereiz folgt die etwas wärmere Luft. Dann geht es wieder ins Wasser. Das ist unheimlich belebend“, erklärt Barbara Schweinheim.

Sie muss es wissen, denn sie war 50 Jahre lang die Vorsitzende der Kneipp-Bademeister. In den kommenden Wochen und Monaten wird sie allerdings nur im Kurgarten ihrer Leidenschaft nachgehen können.

„Solange das Areal rund um das Parkhotel im Schleidtal vor sich hin gammelt, lohnt es sich nicht, die dortige Wassertretanlage auf Vordermann zu bringen“, erklärt die Bürgermeisterin. In dieser Sache gebe es aber einen politischen Konsens, versichert sie. Sie fügt an, dass man sich durchaus für die Zukunft vorstellen könne, dass auch in diesem Bereich der Kurstadt bald wieder gekneippt werden könne. „Es gibt da verschiedene Überlegungen. Auch die Erft spielt dabei eine Rolle“, sagt sie.

Aussagen, die Achim Bädorf, der geschäftsführende Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Kneipp-Heilbäder und Kneippkurorte mit Sitz in Bad Münstereifel, gerne zur Kenntnis nimmt. „Natürlich ist es nicht unwichtig, dass eine solche Tradition wie das Anwassern in Bad Münstereifel auflebt – auch um den Titel als Kneipp-Heilbad zu behalten“, sagt Bädorf.

Die reine Zahl an Übernachtungen spiele dabei keine große Rolle. Wichtiger seien die Leistungsträger, also diejenigen, die die Infrastruktur rund um das Kneippen bilden, sagt der Kneipp-Experte. Dazu gehören laut Bädorf Einrichtungen, die die Lehre Kneipps anbieten. Dazu gehört auch die Physiotherapie Konopka. „Wir sind seit 21 Jahren sehr aktiv im Bereich Kneipp. Alle Mitarbeiterinnen sind ausgebildete Kneipp-Therapeuten“, sagt Chefin Angela Konopka.

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