Wetter: Das macht das Aprilwetter mit unserer Gesundheit – Augsburger Allgemeine

Keine schönen Wetteraussichten für das Osterwochenende: Nach Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage steht uns jetzt wieder ein Temperatursturz bevor. Die Temperaturen sinken bis Ostern[1] auf zwölf Grad Celsius. Bis Samstag wechseln sich Sonne und Wolken ab, ab Sonntag soll es regnen. Für den Ostermontag sind teilweise sogar Schneeschauer bei Tiefsttemperaturen um den Gefrierpunkt vorausgesagt.

Typisches Aprilwetter eben, denken Sie jetzt möglicherweise. Viele Menschen leiden aber unter dem abrupten Wetterwechsel. Sie sind wetterfühlig und bekommen bei plötzlichen Temperaturstürzen Kopf- oder Gelenkschmerzen oder fühlen sich schlapp und müde. Auch bei einem Wechsel zwischen Hoch- und Tiefdruckgebiet oder schnell umschlagenden Wetterbedingungen können diese Symptome auftreten.

Studien sagen: Jeder Zweite ist betroffen

Wie viele Menschen vom Problem Wetterfühligkeit betroffen sind, lässt sich nur schwer in Zahlen fassen. Dr. Markus Beck ist Kreisvorsitzender der Augsburger Ärzteschaft. Er erklärt: „Es gibt keine wissenschaftliche Definition von Wetterfühligkeit, keine exakte wissenschaftliche Diagnose. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei der Wetterfühligkeit mehr um ein Gefühl.“

Laut einer Umfrage des Deutschen Wetterdienstes (DWD)[2] sieht deutschlandweit jeder Zweite einen Zusammenhang zwischen der Wetterlage und der eigenen Gesundheit, darunter mehr Frauen (57 Prozent) als Männer (42 Prozent). Auch beim Alter zeigt sich ein Unterschied: Während nur 39,5 Prozent der 16- bis 29-Jährigen angeben, wetterfühlig zu sein, sind es bei den über 60-Jährigen mehr als 55 Prozent.

Typische Beschwerden, die bei einem plötzlichen Wetterumschwung auftauchen, sind Kopf- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen und Schwindel. Bei Menschen mit Narben beginnen diese oft wehzutun. Menschen mit Grunderkrankungen bemerken einen Wetterumschwung ebenfalls oft: Manche Migränepatienten haben bei Föhn häufiger Kopfwehattacken, Rheumapatienten schmerzen bei nasskaltem Wetter die Gelenke.

Was tun gegen Wetterfühligkeit?

Hat unser Körper schlicht und einfach verlernt, sich auf das Wetter einzustellen? „Das kann schon sein, wenn jemand immer nur drinnen in klimatisierten Räumen sitzt“, sagt Markus Beck. Jäger und Sammler vor vielen tausenden Jahren waren bei Wind und Wetter draußen unterwegs, ebenso Landwirte bis in die heutige Zeit. Sie leiden seltener an Wetterfühligkeit als Menschen, die tagsüber zwischen dem klimatisierten Büro, dem voll ausgestatteten Auto und dem wohltemperierten Wohnzimmer hin- und herwechseln.

Markus Beck empfiehlt allen Betroffenen vorbeugende Maßnahmen, die auch im Akutfall helfen:

  • regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
  • Wechselduschen und Saunagänge
  • sportliche Betätigung
  • vitaminreiche Ernährung
  • ausreichende Mengen trinken (Wasser, Fruchtsäfte, Tees)
  • Nikotin und Alkohol vermeiden

„Wer diese Punkte regelmäßig beachtet, wird merken, dass die Wetterfühligkeit nachlässt“, sagt Beck.

Fußnoten:

  1. ^ Ostern (www.augsburger-allgemeine.de)
  2. ^ Umfrage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) (www.bmub.bund.de)
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