Gesundheit: Studie: Verbesserte Früherkennung für Koronare Herzkrankheit? – Augsburger Allgemeine

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) gilt weltweit als eine der häufigsten Herzerkrankungen. Dabei ist vor allem eine frühe Diagnose wichtig für den Patienten. Doch genau darin liegt bislang das Problem: Eine KHK frühzeitig zu erkennen, ist im klinischen Alltag offenbar nicht immer leicht. Zwar können Ärzte durchaus eine Verengung der Herzkranzgefäße feststellen – doch dieses aufwendige Verfahren kann nicht bei jedem Verdachtsfall angewendet werden, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in einer Pressemitteilung[1]. Eine neue Studie könnte nun eine verbesserte Früherkennung der Koronaren Herzkrankheit bewirken. Der Schlüssel zum Erfolg sind offenbar Biomarker.

Die Ergebnisse der Studie wurden auf der Jahrestagung der DGK in Mannheim vorgestellt.

Koronare Herzerkrankungen durch Troponin frühzeitig erkennen

Unter der Leitung von PD Dr. Christoph Liebetrau untersuchten die Wissenschaftler, ob der Nachweis von Troponin im Blut eine prognostische Bedeutung für die Diagnose einer KHK trägt. Troponin ist ein für die Muskelkontraktion wichtiger Eiweißbaustein, der bei einer Schädigung des Herzmuskels vermehrt ins Blut übertritt und somit beispielsweise verlässlich verschiedene Formen eines Herzinfarkts erkennen lässt. Ob auch eine Koronare Herzerkrankung eine Veränderung des Troponin-Werts im Blut bewirkt, war laut DGK bislang jedoch nicht eindeutig.

Im Rahmen der Studie wurden von 2009 bis 2014 insgesamt 4252 Patienten mit Verdacht auf eine KHK oder einer Verschlechterung einer bereits vorhandenen KHK untersucht. Die Probanden waren zwischen 58 und 78 Jahren alt, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht. Alle wiesen demnach ein Risikoprofil auf: 84,7 Prozent der Probanden litten unter erhöhtem Blutdruck, 26,6 Prozent an Diabetes mellitus, 69,1 Prozenz an Fettstoffwechselstörungen 19,7 Prozent waren Raucher. 23 Monate nach der Untersuchung waren 182 Patienten verstorben.

Ergebnisse der Studie deuten auf Troponin als Risikofaktor hin

Aus der Sterberate ziehen die Forscher offenbar wichtige Rückschlüsse: Es habe sich herausgestellt, dass Troponin I ein unabhängiger Risikofaktor sei und somit eine prognostische Bedeutung für die Gesamtmortalität habe, so die Pressemitteilung. Gleichwohl betonen die Wissenschaftler, dass die Unterschiede nicht deutlich waren. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass das Phänomen bei Frauen ausgeprägter als bei Männern sei, so die Forscher.

Mit ihrer Studie hoffen die Wissenschaftler einen wichtigen Grundstein für die Früherkennung Koronarer Herzerkrankungen gelegt zu haben, der zu einer billigen und zuverlässigen Methode weiterentwickelt werden könnte. AZ

Fußnoten:

  1. ^ in einer Pressemitteilung (www.augsburger-allgemeine.de)
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