Service: Gesundheit: Alles, was ihr zum Thema Patientenverfügung wissen müsst – BUNTE.de

In Deutschland kann jeder selbst bestimmen, wie er leben will und ein Stück weit auch, auf welche Weise das eigene Leben zu Ende gehen soll. Seit 2009 ist die Patientenverfügung gesetzlich verankert und stärkt so die Rechte der Patienten. Wir erklären, wann eine Patientenverfügung sinnvoll ist, was sie regelt und wie man sie rechtskräftig verfasst.

Darum eine Patientenverfügung

Mit einer Patientenverfügung lässt sich im Voraus festlegen, welche medizinischen Behandlungen ihr wünscht, wenn ihr nicht mehr selbst entscheiden könnt. Dafür ist es sinnvoll, sich einige Gedanken zu machen: Was soll mit mir passieren, wenn ich unheilbar krank bin? Wenn ich im Sterben liege? Wenn mein Gehirn irreparabel geschädigt ist? Welche Therapien wünsche ich, welche sollten unterbleiben, wovor habe ich Angst? Der zweite Schritt ist die Beratung beim Hausarzt oder einer Patientenberatungsstelle. Dort erfahrt ihr, was Maßnahmen wie Beatmung oder künstliche Ernährung bedeuten und bekommt Antworten auf alle offenen Fragen.

Hintergrund

ChristineKaufmann
Christine Kaufmann Keine Patientenverfügung: Wie geht es mit ihr weiter?[1]

Kombination mit einer Vorsorgevollmacht

Es ist sinnvoll, die Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht zu kombinieren. Die Vorsorgevollmacht ermächtigt eine andere Person in einer Notfallsituation Entscheidungen an eurer Stelle zu treffen. Die Person eures Vertrauens setzt sich auch dafür ein, dass eure Wünsche, die in der Patientenverfügung festgehalten sind, tatsächlich durchgesetzt werden. Die Vertrauensperson sollte daher eine Kopie des Dokuments besitzen.

Die Sterbebegleitung regeln

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland gesetzlich verboten. Mit einer Patientenverfügung könnt ihr aber Anweisungen zur Sterbebegleitung geben. Ihr legt zum Beispiel fest, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen werden und wie ihr zum Thema Organspende steht. Zudem geht es um die Palliativbehandlung: Todkranke Menschen können schmerzlindernde Medikamente in ausreichender Dosierung bekommen, auch wenn sie als Nebenwirkung möglicherweise den Todeseintritt beschleunigen.

Die rechtskräftige Patientenverfügung

Einen allgemeingültigen Mustervordruck gibt es nicht, da jede Patientenverfügung eine höchstpersönliche Angelegenheit ist. Um das Dokument aufzusetzen, kann man sich aber an Vorlagen und einem Fragenkatalog orientieren. Formuliert so konkret wie möglich, handschriftlich oder per Computer. Anschließend bittet ihr zwei Personen, euren Willen mit ihrer Unterschrift zu bezeugen. Eine Beglaubigung ist möglich, aber nicht erforderlich. Die Angehörigen und der Hausarzt sollten wissen, dass es dieses Dokument gibt und wo es zu finden ist. Wer will, steckt eine Karte mit Hinweis auf eine Patientenverfügung in sein Portemonnaie. Die Patientenverfügung sollte jährlich überprüft und mit aktuellem Datum unterschrieben werden. Ist das Dokument schon Jahrzehnte alt, kann es Probleme geben.

Tipp: Wie ihr eine Patientenverfügung schreibt, erfahrt ihr unter patientenverfuegung.de bei der gemeinnützigen Bundeszentralstelle Patientenverfügung in Berlin, die auch eine Standard-Patientenverfügung erstellt. Sie wird in zweifacher Ausfertigung ausgearbeitet und per Post zugesandt.

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Quelle:

www.bunte.de

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