Kommentar: Geld vor Gesundheit? – sz-online

Dienstag, 02.05.2017

Daniela Pfeiffer über Arbeitsbedingungen beim Rettungsdienst in Görlitz

Ein bisschen Bange kann einem schon werden. Es klingt, als müsse der Rettungsdienst in Görlitz selber gerettet werden. Und so ist es im Grunde ja auch: Es werden dringend neue Mitarbeiter gebraucht, eine bessere Bezahlung, mehr Möglichkeiten der Regeneration. Und ein wenig mehr Anerkennung seitens der Bevölkerung könnte auch nicht schaden. Häufig werden die Retter als diejenigen gesehen, die mit Blaulicht über die Kreuzung jagen, um schneller beim Dönerstand zu sein und das Mittagessen zu holen. So jedenfalls schildern sie es selbst. Stinkefinger und Beschimpfungen sind an der Tagesordnung. Wer selbst einmal Notfall war, wird die Leistung und hohe Verantwortung der Männer und Frauen besser würdigen.

Das wünschen sich die Rettungskräfte auch von der Politik. Dass das System Schritt für Schritt heruntergewirtschaftet wird und auf Notstände nicht reagiert wird, ist grob fahrlässig. Schon allein, dass Ärztemangel durch die Ausbildung von Notfallsanitätern kompensiert werden soll, ist fraglich. Fünf Jahre Medizinstudium können mit einer Weiterbildung nicht ausgeglichen werden. Politiker, Kommunen, Krankenkassen, Rettungsdienstler – alle gehören hier an einen Tisch, um gegen die immer größer werdenden Probleme anzukämpfen. Dass sich ein Anbieter komplett zurückzieht wie in Meißen, weil er die Rettung nicht mehr stemmen kann, darf hier nicht auch passieren. Das Meißener Negativbeispiel rüttelt hoffentlich die Verantwortlichen auf. Am Ende stehen das Vertrauen und das Wohl von Patienten auf dem Spiel. Wenn es um die Gesundheit von Menschen geht, darf nicht beim Personal gespart werden – weder bei Ärzten noch beim Pflegepersonal noch bei den Rettungskräften.

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Kommentar: Geld vor Gesundheit?

Ein bisschen Bange kann einem schon werden. Es klingt, als müsse der Rettungsdienst in Görlitz selber gerettet werden. Und so ist es im Grunde ja auch: Es werden dringend neue Mitarbeiter gebraucht, eine bessere Bezahlung, mehr Möglichkeiten der Regeneration. Und ein wenig mehr Anerkennung seitens der Bevölkerung könnte auch nicht schaden. Häufig werden die Retter als diejenigen gesehen, die mit Blaulicht über die Kreuzung jagen, um schneller beim Dönerstand zu sein und das Mittagessen zu holen. So jedenfalls schildern sie es selbst. Stinkefinger und Beschimpfungen sind an der Tagesordnung. Wer selbst einmal Notfall war, wird die Leistung und hohe Verantwortung der Männer und Frauen besser würdigen. (…) Link zum Artikel: http://www.sz-online.de/nachrichten/kommentar-geld-vor-gesundheit-3671521.html

Fußnoten:

  1. ^ Drucken (www.sz-online.de)
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