Gesundheit – Streit um Honorare für Hebammen – Süddeutsche.de

Krankenhäuser auf dem Land befürchten Aus für Geburtshilfe

Von Dietrich Mittler

Insbesondere in Bayerns ländlichen Krankenhäusern wächst die Sorge, ob sie den Betrieb ihrer Geburtshilfeabteilung auch in Zukunft aufrecht erhalten können. Da im Freistaat viele Landkreise Träger von Kliniken sind, mischen derzeit auch Bayerns Landräte heftig mit im Streit um die künftige Honorierung von Hebammenleistungen – denn dessen Ausgang entscheide mit über die Zukunft der Geburtsabteilungen. Am Dienstag protestierte der Bayerische Landkreistag „massiv gegen das von den Kassen geplante Vergütungssystem für Hebammen“. Dieses gefährde mittelfristig die Geburtshilfe in Bayern.

Der Günzburger Landrat Hubert Hafner (CSU), der im Landkreistag den Ausschuss für Gesundheit und Soziales leitet, sprach aus, was viele seiner Kollegen befürchten: Durch das von den Kassen geplante Vergütungssystem würden „sich immer weniger Hebammen finden, die sich im ländlichen Raum niederlassen werden“. Kurz zuvor hatten im Gesundheitsausschuss des Landtags die Freien Wähler dafür plädiert, den Beleghebammen in den Krankenhäusern mehr unter die Arme zu greifen. „Bessere Bezahlung, ein Haftpflichtfonds gegen ruinöse Versicherungsprämien und keine Beschneidung der gegenüber den Kassen abrechenbaren Leistungen“, so lauteten deren Forderungen. Auch die CSU-Fraktion forderte, die Hebammenversorgung in Bayern nicht zu „gefährden“.

Im Kern geht es darum, dass die Kassen Vertragsinhalte ändern wollen, welche die freiberuflich in Kliniken tätigen Beleghebammen betreffen. In der Folge befürchten wiederum etliche Kliniken, dass sie bald schwerer als bereits jetzt Beleghebammen für ihre Geburtshilfeabteilungen finden. Unterdessen fand am Dienstagabend im Gesundheitsministerium ein Gespräch zur Geburtshilfe-Versorgung in Bayern statt, zu dem alle Akteure geladen waren. Gesundheitsministerin Melanie Huml sagte, sie wolle sich ein umfassendes Bild von der Lage machen.

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