So wirkt Kaffee auf unsere Gesundheit – t-online.de

Kaffee[1] gehört zu den beliebtesten Getränken der Deutschen. Einige trinken sechs Tassen und mehr am Tag. Kein Wunder, dass sich so mancher Kaffeeliebhaber fragt, was die Bohnen mit seinem Körper machen. Tun wir uns mit dem Heißgetränk etwas Gutes? Oder schadet es gar der Gesundheit?

Mehr zum Thema

Viele begleitet beim Genuss von Kaffee das schlechte Gewissen: Entwässernd soll er wirken und kritische Röststoffe enthalten wie etwa das krebserregende Acrylamid. Und dann das viele Koffein[2] – das kann doch nicht gut sein. So kritisch wie ihr Ruf sind die Bohnen aber nicht. Das konnten eine Reihe verschiedener Forschungsarbeiten in den letzten Jahren zeigen.

Macht Kaffee Krebs?

Gerade was die Frage nach dem Kaffeekonsum und der Krebsentstehung angeht, gilt das Getränk inzwischen als unkritisch, wie der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg mitteilt. Studien hätten gezeigt, dass Kaffee kein Risikofaktor für die meisten häufigeren Krebsarten ist. Kaffeetrinker würden nicht häufiger an Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs oder Eierstockkrebs erkranken wie Menschen, die auf Kaffee verzichten. Sogar die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) gibt Entwarnung: Ein Krebsrisiko durch Kaffee könne ausgeschlossen werden.

Kaffee enthält wertvolle Antioxidantien

Und nicht nur das: Forscher haben herausgefunden, dass das Bohnengetränk sogar einen gewissen Schutz gegen bestimmte Krebsarten bietet. Die Schutzwirkung ist dabei nicht nur dem Koffein, den Mineralstoffen und den enthaltenen Fettsäuren zuzuschreiben, sondern auch den pflanzlichen Substanzen, darunter sogenannte Antioxidantien. Antioxidantien schützen unsere Zellen bis zu einem gewissen Maß vor freien Radikalen und damit vor vorzeitiger Alterung, verschiedenen Krankheiten – und Krebs[3]. Über 1.000 verschiedene Inhaltsstoffe sollen im Kaffee stecken. Ihre genauen Wirkweisen sind noch lange nicht erforscht.

Kaffee schützt vor Leberkrebs

Was Studien bisher herausgefunden haben: Kaffee kann vor Leberkrebs schützen. Die Inhaltsstoffe im Kaffee bremsen Veränderungen des Lebergewebes, die zur Entstehung von Krebs beitragen. Ob man Kaffee beziehungsweise bestimmte Inhaltsstoffe zukünftig sogar zur Vorbeugung einsetzen könnte, wird derzeit noch erforscht. Und Kaffee kann noch mehr: Nach Angaben des KID gibt es Hinweise, dass Kaffee auch das Risiko für Nierenkrebs und weißem Hautkrebs senken kann.

Frauen in den Wechseljahren könnten möglicherweise sogar von einem schwachen Schutzeffekt in Bezug auf Brustkrebs profitieren. Ähnliche Hinweise gebe es für Darmkrebs. Ausreichend belegt sei eine schützende Wirkung außer für Leberkrebs bisher aber nur für Krebserkrankungen der Gebärmutter. Weitere Untersuchungen seien notwendig.

Schutz gegen Krebs: Es gibt keine klare Trinkempfehlung

Wie viel Kaffee man trinken muss, um einen krebsschützenden Effekt zu erreichen, ist laut den Krebsexperten allerdings schwer zu sagen. Nicht jede Studie zeigt eine exakte Kaffeemenge auf. Hinzu kommt, dass bei manchen Untersuchungen die Lebensumstände der „Vieltrinker“ nur ungenau erfasst sind. Daher ließen sich sowohl die Kaffeewirkung als auch der schützende Effekt bisher kaum in eindeutigen Zahlen und Prozenten angeben.

Bei bestehenden Erkrankungen mit Kaffee vorsichtig sein

Unklar ist zudem, wie Kaffee auf Patienten mit einer bestehenden Krebserkrankung wirkt. Es gibt keine gesicherten Aussagen darüber, ob Kaffee tumorhemmend wirkt oder Metastasen möglicherweise sogar fördern kann. Bekannt aber ist: Die im Kaffee enthaltenen Inhaltsstoffe können die Wirkung vieler Medikamente beeinflussen. Wer Medikamente einnehmen muss, egal für welche Erkrankung, sollte den Kaffeekonsum daher mit seinem Arzt besprechen.

Entwässernde Wirkung von Kaffee überschätzt

Entwarnung gibt es auch in Bezug auf die entwässernde Wirkung von Kaffee. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kann Kaffee wie jedes andere Getränk zur täglichen Flüssigkeitsbilanz hinzugezählt werden. Es stimmt zwar, dass die Inhaltsstoffe entwässernd wirken. Doch der Körper von Vieltrinkern gewöhnt sich an den Kaffee und die entwässernde Wirkung lässt nach. Laut der DGE spricht nichts gegen drei bis vier Tassen pro Tag.

Wie reagiert der Körper auf zu viel Koffein?

Auch an die anregende Wirkung des Koffeins gewöhnt sich der Körper bis zu einem gewissen Grad. Trotzdem: Als Durstlöscher solle man das Bohnengetränk nicht sehen. Zu viel Koffein tut dem Körper nicht gut und kann zu Nervosität, Herzrasen, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen führen, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt.

Und nicht nur das: Über einen längeren Zeitraum könne ein übermäßiger Koffeinkonsum sogar zu Herzkreislaufproblemen führen, zum Beispiel zu einem erhöhten Blutdruck. Das Auftreten der unerwünschten Wirkungen hänge allerdings stark von der individuellen Empfindlichkeit gegenüber Koffein und der eingenommenen Dosis ab.

So viel Koffein ist für Gesunde unbedenklich

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2015 Koffeinmengen abgeschätzt, die für die gesunde Allgemeinbevölkerung unbedenklich sind. Über den Tag verteilt gilt für gesunde Erwachsene demnach eine Aufnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein als gesundheitlich unbedenklich. Zur Orientierung: Eine 200-Milliliter-Tasse Filterkaffee enthält etwa 90 Milligramm Koffein, ein Espresso 80 Milligramm.

Fußnoten:

  1. ^ Kaffee (www.t-online.de)
  2. ^ Koffein (www.t-online.de)
  3. ^ Krebs (www.t-online.de)
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s