Infektionskrankheit – Ebola ist zurück in Afrika – Süddeutsche.de

  • Im Kongo melden die Behörden elf Verdachtsfälle auf Ebola.
  • Drei Menschen starben, in einem Fall ist das Virus nachgewiesen worden.
  • Das Land hat in der Vergangenheit sieben Ebola-Ausbrüche unter Kontrolle gebracht.
Von Berit Uhlmann

Der Ausbruch begann in einem Taxi. Ein schwer kranker Mann ließ sich ins Krankenhaus fahren, er erreichte es nicht mehr lebend. Wenig später starben der Taxifahrer und ein weiterer Mensch, der sich um den Kranken gekümmert hatte. Ein Labortest brachte Gewissheit: Ebola[1] ist zurück in Afrika.

Rund drei Jahre nach der Epidemie mit Tausenden Toten in Westafrika meldet die Demokratische Republik Kongo erneut elf Verdachtsfälle. Alle ereigneten sich in der Provinz Bas-Uele im Nordosten des Landes. Das Gebiet liegt etwa 1400 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt und ist nur schwer zugänglich. Epidemiologen brauchen zwei bis drei Tage, um dorthin zu gelangen. Diese Lage erschwert die Aufklärung und Hilfe, könnte aber zugleich die Ausbreitung der Infektion bremsen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht bisher keinen Anlass, Handels- oder Reisebeschränkungen zu verhängen.

Ebola ist eine gefährliche Erkrankung, doch die Welt ist mittlerweile etwas besser gegen sie gerüstet: Seit Kurzem ist ein Impfstoff erprobt und in den USA eingelagert. Ob er benötigt wird, ist allerdings noch nicht sicher.

Ebola Ebola-Impfstoff erweist sich als wirkungsvoll

Ebola-Impfstoff erweist sich als wirkungsvoll[2]

Erstmals hat die Welt einen Impfstoff gegen die gefährliche Krankheit zur Verfügung, dessen Wirksamkeit in einer großen Studie bestätigt wurde. Von Berit Uhlmann mehr …

Bislang hat es der Kongo stets geschafft, allein mit dem Virus fertig zu werden. „Das ist die achte Ebola-Epidemie im Kongo, sie wird die Bevölkerung nicht erschüttern“, sagte der kongolesische Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga. Der Erreger wurde 1976 im Kongo entdeckt. Der siebte Ausbruch ereignete sich 2014 – parallel zu der Epidemie in Westafrika und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Damals waren 66 Menschen erkrankt, 49 starben.

Dass dagegen die Epidemie in Guinea, Liberia und Sierra Leone solch katastrophale Ausmaße annahm, ist nicht allein dem gefährlichen Erreger geschuldet. Hinzu kam eine ganze Reihe äußerer Faktoren: ein nahezu inexistentes Überwachungs- und Meldesystem, eine hochmobile Bevölkerung, die zwischen den drei Ländern pendelte, fehlende Erfahrung mit dem Virus, Misstrauen in die Behörden und die Fehleinschätzung der WHO, deretwegen internationale Hilfe erst mit Verzögerung anlief. Während der Epidemie starben mehr als 11 000 Menschen – mehr als in allen vorangegangenen Ausbrüchen zusammen.

Ebola: „Die Krankheit kann jederzeit wieder aufflammen“[4]

Peter Piot untersuchte 1976 den ersten Ebola-Ausbruch in Afrika – mit einer Ausrüstung, die heute unvorstellbar ist. Dass er nicht selbst erkrankte, war pures Glück. Seither weiß er, wie unberechenbar Seuchen verlaufen können. Interview von Berit Uhlmann mehr…[3][5]

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