Tarife und Gesundheit Arbeitsvergeudung – FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung

Man hat es im Berufsalltag längst geahnt, jetzt ist es erforscht: Rund 83 Prozent der Arbeitszeit hochbezahlter Computersicherheitskräfte großer Firmen werden auf Tätigkeiten verwendet, die nichts mit erpresserischen Hackerangriffen, Informationslecks oder Belangen der Industriespionage zu tun haben, sondern auf Anfragen von mal produktiv, mal eher dekorativ Normalbeschäftigten in denselben Firmen zurückgehen, ihnen „mal eben“ zu helfen, weil sie irgendeinen Fund im Internet per Screenshot festhalten wollen, eine Handy-App dazukaufen oder loswerden oder die beliebteste aller im IT-Bereich gängigen Fragen stellen, nämlich: „Wieso macht der schon wieder nicht das, was ich will?“

Dietmar DathAutor: Dietmar Dath, Redakteur im Feuilleton. Folgen: [1]

Die von der amerikanischen Cybersicherheitsfirma Firemon in Auftrag gegebene Untersuchung, die einen verheerend ausgefransten und verwuschelten Zustand innerbetrieblicher Arbeitsteilung offenbart, kommt zu einem Zeitpunkt, da die Unübersichtlichkeit der wirtschaftlichen Verhältnisse ohnehin besorgniserregende Ausmaße angenommen hat – tariflich geregelt ist da bald gar nichts mehr, wie eine zeitgleich mit der Firemon-Untersuchung publizierte Studie der bei mittelständischen Unternehmen beliebten Software-Unterstützungsfirma Intuit dokumentiert, die aus vorhandenen Daten extrapoliert, dass sich in den nächsten vier Jahren die Anzahl der Menschen verdoppeln wird, die zur sogenannten „Gig Workforce“ gehören, also Beschäftigte „on demand“, je nach Konjunktur in den netzbasierten Branchen, das heißt: die digitalen Erntehelferinnen und Tagelöhner der Gegenwart.

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In Branchen, wo noch traditionell geschuftet wird, also in großen Gruppen, pünktlich und fleißig, geht es dagegen bergab: Die jährliche Umfrage unter fünftausend Imkern im ganzen Hoheitsgebiet der Vereinigten Staaten hat einen rasanten Einbruch der Anzahl gesunder Bienenstöcke offengelegt. Zuletzt ging in einem einzigen Jahr ein volles Drittel der Bestände verloren. Wenn solche entsetzlichen Entwicklungen noch aufgehalten werden sollen, müssen insbesondere die Medien alles dafür tun, dass derlei Befunde möglichst vielen Menschen bekannt und breit diskutiert werden, auch wenn sich am Ende herausstellt, dass 83 Prozent aller kurzen Artikel, die da völlig verschiedene Dinge zusammenschmeißen (etwa IT-Sicherheit, außertarifliches Arbeiten und Honigbienen) in Wirklichkeit getarnte sozialistische Propaganda politisch verbohrter Redakteure enthalten anstelle im Zusammenhang erklärter Nachrichten.

Quelle:

www.faz.net

Fußnoten:

  1. ^ Dietmar Dath (www.faz.net)
  2. ^ Schließen (www.faz.net)
  3. ^ hier (www.faz.net)
  4. ^ „Meine Autoren“ (www.faz.net)
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