Endoskopische Untersuchungen unverzichtbar für Krebsvorsorge und … – Kieler Nachrichten

Endoskopie mit drei Schwerpunkten  

Ein Schwerpunkt ist die Vorsorge. Bei der Krebsvorsorge sollen z.B. in Magen und Darm Krebsvorstufen so früh wie möglich erkannt werden, so dass sie gefahrlos entfernt werden können. Das Neuauftreten von Krebserkrankungen soll vermindert werden. Die Vorsorgeuntersuchungen finden überwiegend in internistischen oder gastrointerologischen Facharztpraxen statt. Zweiter Schwerpunkt ist die diagnostische Endoskopie, die meistens in Kliniken wie auch im Städtischen Krankenhaus stattfindet, da hiermit weitere Behandlungsmaßnahmen wie Operationen oder medikamentöses Therapien verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen hier neu aufgetretene Erkrankungen, seien es Entzündungen oder auch Tumorerkrankungen. Die Erkrankungssituation soll durch direktes Betrachten oder auch indirekte Untersuchungen  z.B. mittels Ultraschall,  genauer  diagnostiziert  und Therapiemöglichkeiten  besser eingeschätzt werden.
 

Dritter Schwerpunkt ist die sog. interventionelle oder therapeutische Endoskopie. Bei diesen Verfahren werden entweder neu aufgetretene Erkrankungen wie Frühformen von Krebs oder auch schon vorhandene Tumoren  großflächig abgetragen. Es werden z.B. Verengungen des Darmrohres oder der Gallenwege erweitert oder überbrückt, hierzu zählen Verfahren wie die Anlage von Ernährungssonden. Diese therapeutischen Eingriffe  werden in der Regel immer im Krankenhaus durchgeführt, da sie zum einen ein hohes Können erfordern und einen wesentlich größeren Aufwand an Personal und Material erfordern. Patienten werden teilweise ambulant im Krankenhaus untersucht oder auch kurz stationär behandelt. Je nach Umfang der geplanten Untersuchungen müssen diese in Vorgesprächen mit dem Patienten erläutert und mit anderen Fachbereichen im Krankenhaus abgesprochen werden. 

Wie läuft eine endoskopische Untersuchung im Städtischen Krankenhaus ab? 

Die Technik der Endoskopie ist relativ einfach. Ein Endoskop, ein flexibler Schlauch aus verschiedensten Materialien, an dessen Spitze sich eine beleuchtete Videokamera befindet wird durch die natürlichen Öffnungen des Körpers in die zu untersuchende Organhöhle eingeführt. Damit dies nicht als unangenehm empfunden wird, wird Patienten regelhaft eine Kurzschlafnarkose (Sedierung) angeboten. Die heutigen Sedierungsverfahren sind dabei so schonend, dass der Patient in der Regel nichts von der Untersuchung mitbekommt und nach der Untersuchung rasch wieder voll belastungsfähig ist. Dinge wie anhaltende Übelkeit oder längere Aufwachphasen gibt es heute eigentlich nicht mehr. 

Ein weiterer Vorteil dieser Sedierung ist, dass die Untersucherin/Untersucher zusammen mit dem Assistenzpersonal ruhiger und entspannter arbeiten können. Die Vorbereitung der Endoskopie findet entweder im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthaltes statt, wobei die betreuenden Pflegekräfte den Patienten im Krankenhaus während der Vorbereitung auf die Untersuchung begleiten. Bei kleineren Eingriffen wird der Patient meist ambulant am Morgen des Untersuchungstages in Empfang genommen und vom Assistenzpersonal der Endoskopieabteilung durch den Tag begleitet. Wichtig ist, vor jeder Endoskopie eine ausführliche, verständliche Aufklärung des Patienten. Es wird erläutert, warum, wieso und mit welchem Ziel die verschiedenen Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Die Patienten erhalten genaue Hinweise, wie sie sich auf die Untersuchungen vorbereiten sollen. Ängste und Sorgen, die vor größeren Eingriffen vorhanden sind, sollen mit dem Patienten besprochen werden. Bei Untersuchungen des Dickdarmes muss der Darm gereinigt werden, die „Quälerei“ mit dieser Prozedur hat sich durch neue Trinklösungen in Menge und Geschmack in den letzten Jahren deutlich verbessert. 

Die Untersuchungen finden in speziellen Räumen statt. Diese sind meistens in den „technischen Anforderungen“ sehr hochgerüstet.  

Intensive Begleitung des Patienten und entspannte Atmosphäre

Unser Anspruch ist es den Patienten sehr eng zu begleiten und durch eine angemessene entspannte Atmosphäre möglichst wenig Belastungen für den Patienten entstehen zu lassen. Die Sedierungsphase, trägt maßgeblich dazu bei, dass die Endoskopie nicht zu einem „Negativerlebnis“ wird. Nach der Untersuchung erwachen die Patienten in einem speziellen Aufwachbereich. Diese Aufwachphase dauert meist nur wenige Minuten. Es ist immer eine nachfolgende engmaschige Überwachung von Kreislauf, Blutdruck und Atmung gewährleistet. Dem Aufwachbereich ist eine eigene Pflegekraft zugeordnet, so dass alle Patienten sicher betreut werden können. Direkt nach dem Aufwachen wird die Untersucherin/der Untersucher mit dem Patienten sprechen und das Ergebnis der Untersuchung mitteilen, so daß sich Patienten rasch gut informiert fühlen. Die Nachbesprechung der Ergebnisse und ihre Einbindung in den weiteren Therapieplan erfolgt dann entweder auf der Station oder bei ambulanten Eingriffen in einem zweiten Gespräch vor Entlassung. Alle Patienten bekommen, bevor sie das Krankenhaus verlassen, genaue Hinweise zum weiteren Verhalten und Ansprechmöglichkeiten sollte es zu Problemen im weiteren Verlauf kommen. Eine Versorgung von Komplikationen nach endoskopischen Eingriffen ist bei uns rund um die Uhr und das Jahr gewährleistet. 

Standarduntersuchungen und aufwendige Techniken

Standarduntersuchungen die häufig ambulant aber auch im Städtischen Krankenhaus durchgeführt werden, sind die Spiegelung des Magens und des Dickdarms. Verschiedenste Ursachen können diese Untersuchungen notwendig machen, am häufigsten sind hier Blutungen, die Abklärung von unklaren Schmerzzuständen, die Diagnose bei Entzündungen und die Vorsorgediagnose und Behandlung von Krebsvorstufen und Tumorerkrankungen . Aufwändige Techniken werden bei der Untersuchung des Dünndarms angewandt. Diese Untersuchungen endoskopisch mit langen Geräten vorgenommen, die sowohl durch den Mund als auch durch den Enddarm (Enteroskopie) in weite Teile des Dünndarms vorgeschoben werden können. Über den Mund, Magen und Zwölffingerdarm hat man endoskopisch Zugang zu den Gallenwegen. Auch hier können Erkrankungen durch Steinleiden, Verengung der Gallenwege und ihrer Mündung in den Zwölffingerdarm sowie Tumorleiden endoskopisch behandelt werden. Oft erfolgt dies in Absprache und Therapieplanung zusammen mit den Chirurgen und Krebsspezialisten. Auch die Bauchspeicheldrüse kann bei Verstopfung des ausführenden Gangsystems, chronische Entzündungen oder unklaren Erkrankungen, direkt oder auch indirekt mittels Schluckultraschall genau beurteilt werden. 

Das Städtische Krankenhaus Kiel hat eine große endoskopische Abteilung, in der alle genannten Techniken zur Untersuchung von Patienten auf dem neuesten technischen Stand angeboten werden. Sowohl die Spiegelung von Magen, Dickdarm, Videokapselendoskopie, Enteroskopie (Dünndarmspiegelung) als auch das gesamte Spektrum der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Gallenwege und Bauchspeicheldrüse, werden bei uns auf höchstem technischen Niveau in hoher Anzahl durchgeführt. Durch konsequente Erneuerung der Geräte und dem kurz vor dem Abschluss stehenden Neubau der endoskopischen Abteilung werden wir aktuell und in Zukunft Endoskopie in optimaler Qualität für die Stadt Kiel und das Umland anbieten können. Alle Untersucher unseres Hauses blicken auf eine langjährige Erfahrung in der diagnostischen und interventionellen Endoskopie zurück. Privatdozent Dr. Ullrich, Chefarzt der 3. Medizinischen Klinik , hat während seiner langjährigen Arbeit in einem der führenden endoskopischen Zentren Deutschlands die z.T. komplexen Techniken der Endoskopie in ihrer Entstehung wissenschaftlich begleiten können und setzt diese im Städtischen Krankenhaus  um. 

Begleiter der Endoskopie ist eine erfahrene Ultraschallmedizin

Eine gute Endoskopie erfordert große Erfahrung in der Ultraschallmedizin. Die Diagnose und Vorbereitung von Eingriffen wird in der Regel immer von einer umfangreichen Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane begleitet. Das Städtische Krankenhaus Kiel blickt hier auf eine langjährige Tradition der Ultraschallmedizin zurück, die hier sorgfältig gepflegt und weitergeführt wird. Patienten mit Erkrankungen der Bauchorgane brauchen neben der reinen Technik oft mehr Unterstützung bei der Ernährung oder der Einstellung von Diabeteserkrankungen. Sowohl stationär als auch ambulant lassen wir unseren Patienten größtmögliche Unterstützung zum Erhalt oder Verbesserung der Lebensqualität zukommen. 

Im Sinne des Patienten: Klinikübergreifende Zusammenarbeit und individuelle  Behandlungskonzepte – ganzheitliche Begleitung

Wichtige Partner einer endoskopischen Therapie sind viele Fachdisziplinen eines Krankenhausbetriebes besonders die Krebsmedizin (Onkologie) und die Chirurgie. Hier haben wir im Städtischen Krankenhaus mit einem viszeralonkologischen Zentrum eine Struktur, in der alle drei Kliniken eng  zusammen arbeiten und Befunde schnell und Patientenfreundlich besprechen,  um solide Therapiekonzepte erstellen zu können. Sowohl im Rahmen von zertifizierten Zentren (Darmkrebszentrum) als auch im Rahmen von regelmäßigen Fallkonferenzen (Tumorboard) werden Behandlungsstrategien für jeden Patienten individuell besprochen und schnellstmöglich umgesetzt. Hierbei ist der wichtigste Punkt, dass Patienten  in oftmals sehr belastenden Erkrankungssituationen begleitet und mit so viel Zuwendung wie möglich durch den gesamten Behandlungspfad geführt werden.

Feste Ansprechpartner in Klinik und Ambulanz bieten unseren Patienten Sicherheit und Hilfe während ihrer Behandlung in unserem Hause. Die kurzen Wege des Städtischen Krankenhauses und die enge kollegiale Zusammenarbeit der Medizinerinnen und Mediziner machen diesen Prozess erst möglich. Das Städtische Krankenhaus Kiel sieht sich hier als Krankenhaus, das den Mensch in den Mittelpunkt der Bemühungen stellt. 

Kontaktblock: 

3. Medizinische Klinik 

Chefarzt: PD Dr. med. S. Ullrich 

Tel.: 0431-1697-1301
3med@krankenhaus-kiel.de[1]

2. Medizinische Klinik
Chefarzt Prof. Dr. Roland Repp
Tel.: 0431-1697-1201
2med@krankenhaus-kiel.de[2]

Fußnoten:

  1. ^ 3med@krankenhaus-kiel.de (www.kn-online.de)
  2. ^ 2med@krankenhaus-kiel.de (www.kn-online.de)
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