Kitas in Wittenberg Gesundheit mit Zertifikat – Mitteldeutsche Zeitung

Wittenberg –

Und wieder ein Zertifikat. Allein in Wittenberg haben in den vergangenen Monaten alle elf Kindertagesstätten vom Eigenbetrieb „Kommbi“ das Zertifizierungsverfahren „Gesunde Kita“ erfolgreich bestanden und freuen sich nun über das Zertifikat. Doch was steckt wirklich dahinter?

Welchen Nutzen bringt das Audit, dem sich die Einrichtungen freiwillig über mehrere Jahre unterziehen, langfristig? Eine, die es wissen muss, ist Steffi Hartmann, Leiterin der Kita „Sonnenblume“ in Gräfenhainichen. „Wir waren mit die Ersten in Sachsen-Anhalt und haben von 2003 bis 2006 an dem Modellprojekt mitgearbeitet“, informiert sie.

„Es war eine schöne und aufregende Zeit. Dabei ist sehr viel entstanden. Und das meiste, was damals in den Tagesablauf der Kita installiert wurde, haben wir bis heute beibehalten“, sagt die 48-Jährige, die die Einrichtung in der Gartenstraße seit 2001 leitet. Vom Geräuschetag, dem gesunden Essen oder dem Snoozle-Raum profitieren die aktuell 92 Kinder und Pädagoginnen noch heute.

Überblick nicht verlieren

Dass sich die Einrichtung nicht erneut zertifizieren ließ, liegt laut Hartmann auf keinen Fall an fehlendem Interesse oder mangelndem Nutzen. „Wir sind seit sieben Jahren Sprachkita und haben darauf unseren Schwerpunkt gelegt. Wenn man zu viele Projekte auf einmal will, verliert man leicht den Überblick“, begründet die Leiterin, warum es in ihrem Haus keine weiteren Audits gab.

In Wittenberg dagegen ist das Zertifizierungsverfahren in den vergangenen Jahren so präsent wie nirgendwo anders in Sachsen-Anhalt. Das liegt vor allem daran, dass der Eigenbetrieb Kommunale Bildungseinrichtungen der Lutherstadt Wittenberg (Kommbi), immerhin Träger von elf kommunalen Kindertagesstätten in der Stadt, alle seine Einrichtungen zertifizieren ließ.

„Wir haben uns vor über drei Jahren über das Audit informiert und waren begeistert“, sagt Anett Brachwitz, Betriebsleiterin des Kommbi. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements wurde mit der AOK und der Unfallkasse eine Vereinbarung über drei Jahre getroffen, um das Zertifizierungsverfahren gemeinsam zu durchlaufen.

„Uns war es dabei sehr wichtig, für alle Beteiligten etwas zu tun. Bewegungsangebote, gesunde Ernährungsformen, Lärmreduktion und Entspannungsangebote, sollen nicht nur den Kindern zugute kommen, sondern auch den Pädagogen. Auch für sie konnte in dem dreijährigen Prozess viel zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen getan werden“, so Brachwitz. Mittlerweile seien alle elf Kommbi-Kitas zertifiziert und die Einrichtung in Griebo gehe bereits in die Rezertifizierung.

Positiver Erkenntnisprozess

„In Wittenberg sind unsere Einrichtungen die einzigen, die so ein Zertifikat haben. Für die Erzieher- und Leiterinnen war es auch ein Erkenntnisprozess, den alle sehr positiv aufgenommen haben. Alle elf Kitas haben das Verfahren mit Bravour gemeistert.

Auch bei den Eltern, die sich ebenfalls in den Entwicklungsprozess eingebracht haben, kommt das Projekt ,Gesunde Kita’ sehr gut an. Für einige ist es heute auch Auswahlkriterium, ihr Kind in einer unserer Einrichtungen anzumelden. Auch darauf sind wir ein bisschen stolz“, gesteht die Betriebsleiterin.

„Bei der Zertifizierung, bei der die Kitas immerhin drei Jahre lang auf dem Prüfstand stehen, geht es um sehr viel mehr als nur um gesunde Ernährung und Bewegung“, erklärt Claudia Bachtenkirch von der Koordinierungsstelle Audit Gesunde Kita/Schule der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt. „Die Verbesserung der Kompetenzen der Mitarbeiter, die Zusammenarbeit mit Eltern und Partnern und vor allem die Selbstbewertung, die ebenso wie die Fremdbewertung durch fachlich kompetente Auditoren immer zu neuen Erkenntnissen führt, dienen als roter Faden“, so die Frau aus Magdeburg.

Es gehe bei den Bewertungen nicht um Fehlersuche, sondern um den Dialog unter Kollegen. „Der hilft auch gegen Tunnelblick und Betriebsblindheit, die sich nach einer gewissen Zeit in allen Bereichen des Lebens einschleichen können“, so die Frau von der Koordinierungsstelle.

Positive Perspektive

„Die Übergabe des Zertifikats setzt auch nicht voraus, dass alles schon einen 100-prozentigen Standard hat. Aber mindestens 55 Prozent und der Wille, die bisher erreichte Qualität zu halten und eine positive Perspektive müssen da sein“, informiert Claudia Bachtenkirch über die Vergabekriterien, deren Erfüllungsstand nach drei Jahren geprüft werde.

Weitere Infos unter www.lv-gesundheit-sachsen-anhalt.de[5] oder bei Ansprechpartnerin Claudia Bachtenkirch unter Tel.: 0391/8 36 41 11 bzw. per Mail an claudia.bachtenkirch@lvg-lsa.de[6] (mz)

Quelle:

www.mz-web.de

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