BOS steigt ebenfalls in die Gesundheit ein – Merkur.de

  • Dieter Dorby

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Das sieht nach Ärger aus: Während man in Bad Tölz-Wolfratshausen an der FOS die Fachrichtung Gesundheit einrichten will, plant der Landkreis Miesbach, diesen Zweig an der BOS in Miesbach zu etablieren.

Das wird man im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nicht gerne hören: Der Landkreis Miesbach plant ebenfalls, das Thema Gesundheit schulisch zu besetzen – allerdings nicht wie Tölz an der Fachoberschule (FOS), sondern an der Berufsoberschule (BOS) in Miesbach. Beide sollen zum Schuljahr 2018/19 starten.

Wie Miesbachs Behördensprecher Birger Nemitz auf Nachfrage unser Zeitung erklärt, gab es bereits am 22. Juli 2016 dazu eine Besprechung. An dieser Runde nahmen Miesbachs Landrat Wolfgang Rzehak, sein Tölzer Kollege Josef Niedermaier, die beiden Ministerialbeauftragten für die Beruflichen Schulen – die Leitenden Oberstudiendirektoren Klaus Vietze und Konrad Maurer –, die Schulleiter sowie die beiden zuständigen Mitarbeiter der Landratsämter teil.

In diesem Gespräch habe man klare Absprachen getroffen und protokolliert. Folgende Einigungen wurden verbindlich getroffen: Der Landkreis Miesbach erhebt keinen Anspruch auf die Ausbildungsrichtung Gesundheit an seiner FOS. Im Gegenzug erhebt der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen keinen Anspruch auf die Ausbildungsrichtung Internationale Wirtschaft. Diese Richtung kann der Landkreis Miesbach für seine FOS in Holzkirchen beantragen. Für die BOS in Miesbach wurde vereinbart, dass man die Ausbildungsrichtungen Gesundheit und Internationale Wirtschaft beantragen kann.

Dieses Ziel von 2016 besteht laut Nemitz weiterhin. Konkret heißt das, dass die FOS Bad Tölz und die BOS Miesbach zum Schuljahr 2018/19 den Schwerpunkt Gesundheit beantragen werden. Wie Nemitz feststellt, handle es sich nicht um eine „Bildungskonkurrenz, sondern um eine sehr sinnvolle Ergänzung des Angebots“. An der BOS Miesbach gebe es zwischen den Fachrichtungen Sozialwesen und Gesundheit/Pflege viele Überschneidungen wie bei Lehrerversorgung und Stundentafel. Mit dieser Ausbildungsrichtung wäre man für gesellschaftliche Entwicklungen im Gesundheitsbereich gut gerüstet.

In Sachen Konkurrenz sieht man im Miesbacher Landratsamt keine Probleme. „Das Kultusministerium legt bei der Bewilligung ganzer Schulen oder auch von Fachrichtungen sehr großen Wert darauf, dass neue Schulen oder Ausbildungsrichtungen bestehenden Schulen nicht schaden“, teilt Nemitz mit. Auch hierbei gebe es verbindliche Absprachen zwischen beiden Landkreisen: „Der Landkreis Miesbach hat zugesichert, keine zweite BOS zu planen. Und der Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen hat zugesichert, keine Ausbildungsrichtung Gesundheit an seiner BOS anzustreben.“ Doch genau das war zuletzt im Kreis-Schulausschuss in Bad Tölz ins Auge gefasst worden.

Weiter wurde laut Nemitz vereinbart, dass beide Landkreise keinen Anspruch auf neue Standorte in Ausbildungsrichtungen erheben, die in einem der beiden Landkreise bereits eingerichtet sind. Alleingänge der Landräte wurden ausgeschlossen. Dies sei so auch dem Kultusministerium mitgeteilt worden.

Eine klare Absage erteilt Miesbachs Landrat Wolfgang Rzehak etwaigen Absprachen, die vor seiner Amtszeit getroffen wurden. Wie berichtet, soll sein Vorgänger Jakob Kreidl dem Nachbarlandkreis angeblich zugesichert haben, dass für Miesbach der Zweig Gesundheit tabu sei. Dies wurde so in besagter Schulausschusssitzung zitiert.

Für Rzehak ist dies irrelevant. Er sehe sich nur daran gebunden, „was wir verbindlich vereinbart haben.“ Genau so werde es umgesetzt. „Falls es noch andere Absprachen geben sollte, die nicht in aller Offenheit und Klarheit getroffen wurden: Daran bin ich nicht gebunden.“ Es verstehe sich von selbst, dass er zuerst die Interessen seines Landkreises und dessen Schüler vertrete.

Auch Niedermaiers Seitenhieb, dass Miesbachs kleine BOS „keine Überlebenschancen habe“, weist Rzehak zurück: „Unsere BOS überlebt schon seit 47 Jahren – seit ihrer Gründung 1970.“ Sie sei eine von sechs Schularten, die im Beruflichen Schulzentrum mit rund 1800 Schülern vernetzt ist. „Die Berufsoberschule ist ein sehr wichtiger Baustein im Mosaik unserer Bildungslandschaft“, stellt Rzehak klar. „Mit der BOS wird unter einem Dach der Durchstieg von der beruflichen Erstausbildung bis zum Abitur angeboten. Sie ermöglicht damit für Fachkräfte den direkten Zugang zur allgemeinen Hochschulreife und zur Universität. Das werden wir uns bestimmt nicht nehmen lassen.“

ddy

Quelle:

www.merkur.de

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