Darmspiegelung erhöht Heilung – sz-online

Samstag, 01.07.2017

Beim SZ-Gesundheitsforum sprach Dr. Ursula Straube über die Behandlung von Enddarm-Erkrankungen.

Von Carmen Schumann

Oberärztin Dr. Ursula Straube sprach beim SZ-Gesundheitsforum in Bautzen jetzt über Operationen am Enddarm. Oberärztin Dr. Ursula Straube sprach beim SZ-Gesundheitsforum in Bautzen jetzt über Operationen am Enddarm.

© Carmen Schumann

Bautzen. Es ist ein heikles Thema, das im Mittelpunkt des jüngsten SZ-Gesundheitsforums stand. Doch Erkrankungen des Enddarms können, sofern sie rechtzeitig erkannt werden, auch gut geheilt werden, sagte die Referentin des Abends, Dr. Ursula Straube. Sie ist Oberärztin an der Chirurgischen Abteilung des Bautzener Krankenhauses. Beim geringsten Verdacht sollte deshalb der Hausarzt aufgesucht werden, der den Patienten dann an ihre Sprechstunde überweisen kann. Eine Darmspiegelung bringt Aufschluss.

Wie die Referentin sagte, können Veränderungen im Enddarm gutartig sein, dann nennt man sie Adenome, bösartige heißen Karzinome. Beide Arten entstehen durch Veränderungen im genetischen Material. Die Ursachen sind zu 25 Prozent erblich. Doch auch Übergewicht, zu viel Fleischkonsum oder der Verzehr von zu scharf gebratenem Fleisch, ballaststoffarme Ernährung, Nikotin und Alkohol können zu Veränderungen am Enddarm führen. Statistisch gesehen gibt es in Deutschland jährlich 94 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner.

Polypen können gleich entfernt werden

Weiterhin sagt die Statistik aus, dass ab dem 50. Lebensjahr bei jedem zehnten und ab dem 60. Lebensjahr bei jedem dritten Bürger behandlungsbedürftige Befunde auftreten. „Allein zwischen Januar und Juni dieses Jahres haben wir an den Oberlausitz-Kliniken 47 Patienten mit einem Rektum-Karzinom behandelt“, sagte Ursula Straube. Bei einer Darmspiegelung könnten Vorstufen von Veränderungen – die sogenannten Polypen – sofort entfernt werden. Wenn die Veränderungen schon weiter fortgeschritten sind, gibt es eine sehr praktikable Methode, die am Bautzener Krankenhaus bereits seit 1999 angewendet wird: TEM, das heißt transanale endoskopische Mikrochirurgie. Die Referentin beschrieb sehr anschaulich und mithilfe eines Videos, wie solch eine Operation verläuft. Dabei wird ein sogenanntes Rektoskop in den After eingeführt. Durch dieses Rohr werden ferner eine Kamera und winzige Instrumente eingeführt. Der Operateur arbeitet, so erklärte es Ursula Straube, wie ein Autofahrer mit Händen und Füßen. Denn es müssen auch Apparaturen zum Spülen und Absaugen bedient werden.Sie selbst habe die Operationsmethode bei Prof. Gerhard Bueß in Tübingen erlernt, der sie erfunden hatte, inzwischen aber selbst an Krebs gestorben ist.

Wenn sich bei der minimalinvasiven OP herausstellt, dass die Veränderungen tiefergehend, also Lymphknoten befallen sind, dann wird eine große onkologische Operation nötig. In einigen Fällen werde sogar entschieden, dass vor der OP eine Chemotherapie und Bestrahlung erfolgen muss. Sollte es erforderlich sein, den Enddarm ganz zu entfernen, wird ein künstlicher Darmausgang gelegt. „Man kann mit diesem gut leben und sogar ein langes Leben damit führen“, sagte Ursula Straube. Eine Belastung für den Betroffenen und seine Angehörigen sei er aber dennoch.

Seit der Einführung der TEM im Krankenhaus Bautzen im Jahr 1999 sind insgesamt 390 Patienten im Alter zwischen 23 und 83 Jahren mit dieser Methode operiert worden. Die meisten davon hatten ein Adenom, also eine gutartige Veränderung. Insgesamt 26 mussten nachoperiert werden. In allen Fällen muss der Patient unter Kontrolle bleiben, das heißt, in den ersten beiden Jahren kommt er halbjährlich zur Nachkontrolle, danach einmal jährlich.

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Darmspiegelung erhöht Heilung

Bautzen. Es ist ein heikles Thema, das im Mittelpunkt des jüngsten SZ-Gesundheitsforums stand. Doch Erkrankungen des Enddarms können, sofern sie rechtzeitig erkannt werden, auch gut geheilt werden, sagte die Referentin des Abends, Dr. Ursula Straube. Sie ist Oberärztin an der Chirurgischen Abteilung des Bautzener Krankenhauses. Beim geringsten Verdacht sollte deshalb der Hausarzt aufgesucht werden, der den Patienten dann an ihre Sprechstunde überweisen kann. Eine Darmspiegelung bringt Aufschluss. (…) Link zum Artikel: http://www.sz-online.de/nachrichten/darmspiegelung-erhoeht-heilung-3717174.html

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