Gesundheit: Nach Italien führt nun auch Frankreich die Impfpflicht ein – und … – Heilpraxisnet.de

Gegen Masern und weitere Krankheiten: Frankreich führt Impfpflicht ein
In Frankreich wird es eine Impfpflicht gegen Masern und verschiedene weitere Krankheiten geben. Unsere Nachbarnation ist damit nach Italien das zweite europäische Land, das eine umfassende Impfpflicht für Kleinkinder ausspricht. In Deutschland wird stattdessen auf mehr Aufklärung gesetzt.

Frankreich weitet Impfpflicht aus
Im Mai hat die italienische Regierung nach einer Masern-Epidemie eine Impfpflicht für Kinder[1] beschlossen, die für insgesamt zwölf Krankheiten gilt. Dort werden nicht geimpfte Kinder im Alter bis zu sechs Jahren künftig nicht in Krippen, Kindergärten oder Vorschulklassen aufgenommen. Des Weiteren müssen die Eltern schulpflichtiger Kinder ab sechs Jahren, die nicht geimpft sind, hohe Bußgelder zahlen. Nun hat auch Frankreich eine Ausweitung der Impfpflicht beschlossen.

Die französische Regierung hat eine Ausweitung der Impfpflicht beschlossen. Künftig müssen Eltern ihre Kinder gegen insgesamt elf Krankheiten impfen lassen. In Deutschland gibt es keine Impfpflicht. (Bild: Richard Villalon/fotolia.com)

Verpflichtende Impfungen gegen elf Krankheiten
In Frankreich sind derzeit drei Impfungen für Personen unter 18 Jahren Pflicht: Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung. Ab 2018 müssen Kinder zwingend gegen acht weitere Krankheiten geimpft werden.

Hinzu kommen verpflichtende Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Pneumokokken, Meningokokken, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B.

Medienberichten zufolge erklärte Premier Édouard Philippe in einer Rede vor der Nationalversammlung, dass man nicht zulassen dürfe, dass in der Heimat von Pasteur noch immer Kinder an Masern sterben.

Der Chemiker und Mikrobiologe Louis Pasteur entdeckte als einer der ersten Wissenschaftler, dass Bakterien für viele Infektionskrankheiten[2] verantwortlich sind. Er gilt als ein Pionier des Impfprinzips.

Todesfälle durch Masern
Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Masern-Epidemien, die teilweise mit Todesfällen einhergehen.

So sorgte im vergangenen Jahr der Tod eines sechsjährigen Mädchens[3] aus Hessen nach einer Masernerkrankung für bundesweites Aufsehen. Und erst im Mai erlag eine 37-jährige Frau in Essen der Krankheit.

Gesundheitsexperten betonen immer wieder, dass es sich bei Masern nicht um eine harmlose Kinderkrankheit[4] handelt. Die Krankheit befällt auch Erwachsene, daher weshalb es gilt, seinen Impfschutz zu überprüfen[5].

Eine Impfpflicht gegen Masern gibt es in Deutschland nicht – und auch nicht gegen andere Krankheiten.

„Jeder kann, ohne Angabe von Gründen, eine Impfung für sich oder seine Kinder ablehnen. Und jene, die sich als Impfgegner[6] oder als Impfkritiker verstehen, tun dies bisweilen auch“, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite.

Mehrheit der Deutschen für Impfpflicht
Von einer Mehrheit der Deutschen[7] würde die Impfpflicht begrüßt werden, zahlreiche Experten sind jedoch dagegen. Sie setzen eher auf Aufklärung statt Impfpflicht[8].

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat zwar ein härteres Vorgehen gegen Impfgegner[9] angekündigt, doch von einer Ausgangssituation wie in Frankreich ist Deutschland weit entfernt.

Kritiker beziehungsweise Skeptiker gibt es viele. Laut RKI ist es gerechtfertigt, „beim Impfen besondere Sorgfalt zu fordern und strittige Punkte auch kritisch zu diskutieren“.

Die RKI-Experten geben zusammen mit ihren Kollegen des Paul Ehrlich Instituts Erklärungen zu den „20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen[10]“.

Klar ist: „Impfungen unterscheiden sich von anderen ärztlichen Eingriffen. Zum einen zielen sie nicht nur auf den Nutzen des Einzelnen, sondern auch auf den Schutz der ganzen Bevölkerung. Zum anderen werden sie bei Gesunden durchgeführt.“

Risiken werden überschätzt
Impfungen sind aber zu Unrecht ein umstrittenes Thema[11], meint Mag. DDr. Wolfgang Maurer, der für das Impfwesen an der Wiener Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde zuständig ist.

„Generell werden Risiken falsch eingeschätzt“, so der Experte in einem Interview. Und: „Die Häufigkeit von Impfschäden wird maßlos überschätzt, oft stecken hier auch andere Krankheiten dahinter, die eben zeitlich nach Impfung auftreten, aber nicht ursächlich sind wie zum Beispiel viele Epilepsien.“

Durch Impfmaßnahmen kann man grundsätzlich nicht nur sich selbst, sondern auch andere schützen. Dies kann auch Todesfälle verhindern, wie sich unter anderem bei Masernerkrankungen von Kleinkindern immer wieder zeigt. (ad)

Fußnoten:

  1. ^ Impfpflicht für Kinder (www.heilpraxisnet.de)
  2. ^ Infektionskrankheiten (www.heilpraxisnet.de)
  3. ^ Tod eines sechsjährigen Mädchens (www.heilpraxisnet.de)
  4. ^ harmlose Kinderkrankheit (www.heilpraxisnet.de)
  5. ^ Impfschutz zu überprüfen (www.heilpraxisnet.de)
  6. ^ Impfgegner (www.heilpraxisnet.de)
  7. ^ Mehrheit der Deutschen (www.heilpraxisnet.de)
  8. ^ Aufklärung statt Impfpflicht (www.heilpraxisnet.de)
  9. ^ härteres Vorgehen gegen Impfgegner (www.heilpraxisnet.de)
  10. ^ 20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen (www.rki.de)
  11. ^ zu Unrecht ein umstrittenes Thema (www.heilpraxisnet.de)
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