So finden Sie heraus, ob Ihr Blutdruck schon gefährlich ist – Merkur.de

  • Jasmin Pospiech

    vonJasmin Pospiech
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Bluthochdruck gilt als Volkskrankheit – aber wird dennoch von vielen unterschätzt. Mit diesem Test erkennen Sie sofort, ob Ihre Gesundheit gefährdet ist.

Auf der Liste der gefährlichen Volkskrankheiten steht Bluthochdruck ganz weit oben. Etwa jeder dritte Erwachsene leidet daran, insgesamt sind über 20 Millionen Bundesbürger davon betroffen.

Trotzdem wird Hypertonie nach wie vor oft unterschätzt – getreu dem landläufigen Irrglauben: Ach, das hat doch fast jeder. Und wenn es so viele Leute haben, dann wird es schon nicht so schlimm sein.

Wie fatal diese Fehleinschätzung ist, zeigen Analysen der „Deutschen Hochdruckliga“. Nach Schätzungen der renommierten medizinischen Fachgesellschaft wäre jeder zweite Herzinfarkt und jeder zweite Schlaganfall vermeidbar, wenn der Bluthochdruck der Betroffenen rechtzeitig und konsequent behandelt würde.

Inzwischen gehen zwar tatsächlich immer mehr Hypertonie-Patienten zum Arzt, aber nur ein Teil von ihnen nimmt die verordneten Medikamente auch wirklich korrekt ein beziehungsweise hält sich an die Empfehlungen der Mediziner. „Das kann zur Folge haben, dass die Therapie nur unzureichend oder sogar gar nicht funktioniert“, warnt Professor Dr. Heribert Schunkert, Chefkardiologe des Deutschen Herzzentrums München.

Gerade bei Risikopatienten kommt Therapietreue – in der Fachsprache Adhärenz genannt – einer Art Lebensversicherung gleich. Aber woher weiß man als medizinischer Laie überhaupt, ob man besonders gefährdet ist?

Um diese Selbsteinschätzung zu erleichtern, hat die Hochdruckliga einen Risikotest entwickelt. Er ist das Herzstück eines neuen Patientenleitfadens, der viele Fakten und Tipps im Umgang mit der unterschätzten Volkskrankheit enthält.

So funktioniert der Blutdruck-Selbsttest

Bei dem Test geht es darum, sich selbst in eine von fünf Risikoklassen einzustufen. Diese Risikoklasse wird dann gemeinsam mit den durchschnittlichen Blutdruckwerten kombiniert und in ein Diagramm eingetragen.

Ihre Risikoklasse können Sie anhand dieser Fragen bestimmen:

Risikoklasse 5 

  • Hatten Sie bereits einen Schlaganfall beziehungsweise Durchblutungsstörungen im Gehirn? 
  • Hatten Sie bereits einen Herzinfarkt oder Probleme mit Ihren Herzkranzgefäßen beziehungsweise wurden Sie deswegen schon einmal behandelt?
  • Leiden Sie an einer chronischen Herzschwäche?
  • Leiden Sie an einer chronische Nierenkrankheit?
  • Können Sie wegen einer Blutgefäßverengung nur kurze Strecken gehen?
  • Leiden Sie an Diabetes[1] und trifft einer der unter der Risikoklasse 2 oder 3 genannten Risikofaktoren auf Sie zu?

Risikoklasse 4 

  • Leiden Sie unter einer Blutgefäßverengung, ohne dass Ihnen das Laufen Beschwerden macht?
  • Haben Sie Diabetes, ohne dass einer der unter der Risikoklasse 2 oder 3 genannten Risikofaktoren auf Sie zutrifft?
  • Sind Sie über 65 Jahre oder älter und beträgt die Differenz zwischen Ihrem systolischen und diastolischen Blutdruck mindestens 60 Millimeter Hg oder mehr?

Risikoklasse 3 

Auf Sie treffen mehr als zwei der folgenden Risikofaktoren zu:

  • Sind Sie männlich?
  • Sind Sie weiblich und 65 Jahre oder älter?
  • Sind Sie männlich und 55 Jahre oder älter?
  • Haben Sie einen BMI von 30 oder mehr?
  • Haben Sie auffällige Blutfettwerte?
  • Rauchen Sie?
  • Gab es bei direkten Verwandten Herz-/ Gefäßerkrankungen?

Risikoklasse 2 

Auf Sie treffen zwei der nachfolgenden Risikofaktoren zu:

  • Sind Sie männlich?
  • Sind Sie weiblich und 65 Jahre oder älter?
  • Sind Sie männlich und 55 Jahre oder älter?
  • Haben Sie einen BMI von 30 oder mehr?
  • Haben Sie auffällige Blutfettwerte?
  • Rauchen Sie?
  • Gab es bei Ihren direkten Verwandten in frühen Jahren Herz-/ Gefäßerkrankungen?

Risikoklasse 1 

  • Auf Sie trifft keine der vorstehenden Erkrankungen beziehungsweise Risiken zu.

:

Herz

  • Verdickung des Herzmuskels (Herzhypertrophie): Das Herz muss kräftiger gegen den erhöhten Druck anpumpen, der Herzmuskel wird dicker, und das Herz kann dadurch insgesamt schlechter arbeiten.
  • Koronare Herzkrankheit: Schädigung und Verengung der Herzgefäße bis zu einem Herzinfarkt.
  • Herzinfarkt (Extremform der koronaren Herzkrankheit): plötzlicher Verschluss eines Herzgefäßes.
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz): die dauerhafte Überlastung des Herzens durch den hohen Blutdruck vermindert die Pumpleistung des Herzens.

Gehirn 

Schädigung kleiner Hirngefäße mit den Folgen einer abnehmenden geistigen Leistungsfähigkeit (Demenz) bzw. eines Ausfalls eines Gehirnanteils durch Gefäßverschluss oder Blutung (Schlaganfall).

Augen 

Gefäßveränderungen bis zu Einblutungen und Erblindung.

Nieren 

Gefäßveränderungen und Änderungen der Nierenstruktur bis zum Nierenversagen, sodass eine Dialyse (Blutwäsche) erforderlich wird.

Gefäße

  • Durchblutungsstörungen der Beine (etwa das sogenannte Raucherbein)
  • Erektionsstörung
  • Gefäßwanderweiterungen (Aneurysmen)
  • Aussackungen von großen oder kleinen Gefäßen (Arterien) durch die dauernde Druckbelastung

Aneurysmen können platzen und zu plötzlichen lebensbedrohlichen Blutungen führen. Besonders gefährlich sind Aneurysmen in der Hauptschlagader (Aorta) oder im Gehirn.

Lesen Sie hier weiter, in welchen Fällen sogar unsere Hormone zu Bluthochdruck führen können[2].

Auch interessant: Wenn das Herz unter Druck ist – Bluthochdruck ist der „stille Killer“.[3]

tz

Ein Teelöffel pro Tag: Wie viel Salz ist noch gesund?

Zur Fotostrecke[4]

Quelle:

www.merkur.de

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