Experten sehen Homöopathie kritisch – MDR

Experten aus Wissenschaft und Medizin warnen vor der Homöopathie als Therapie zur Behandlung schwerer Krankheiten. Die Homöopathie sei eine „reine Pseudowissenschaft“, sagte der Experte für Alternativmedizin, Professor Edzard Ernst dem ARD-Magazin FAKT. So sei beispielsweise die homöopathische Krebstherapie unwirksam und führe als alleinige Behandlung „mit ziemlicher Sicherheit in den Tod“.

Die seit 200 Jahren existierende Heilmethode der Homöopathie beruht darauf, dass Ähnliches mit Ähnlichem kuriert werden soll. So hat beispielsweise ein britischer Hersteller homöopathischer Präparate aus zerriebenen Betonteilen der Berliner Mauer ein Arzneimittel hergestellt, das angeblich gegen Trennungsschmerz helfen soll. Ernst: „Wenn also die Berliner Mauer Trennungsschmerz ausgelöst hat, als sie existierte, dann ist es für Homöopathen logisch, die Berliner Mauer als Therapeutikum einzusetzen gegen Trennungsschmerz.“ Das sei zwar aus homöopathischer Sicht völlig logisch, aber „aus medizinischer und wissenschaftlicher Sicht völlig irrwitzig“.

Trotz der offenbar zweifelhaften Wirkung setzen viele Menschen jedoch auf homöopathische Arzneien und Therapien. So gab bei einer Umfrage des Forsa-Instituts im Jahr 2010 fast jeder zweite der 2.000 Befragten an, schon einmal Erfahrungen mit Homöopathie gemacht zu haben. Und 80 Prozent der Befragten mit Homöopathie-Erfahrung äußerten sich zufrieden oder sehr zufrieden über die Wirkung homöopathischer Arzneimittel.

Gefährlich kann Homöopathie nach Einschätzung von Vertretern der Schulmedizin allerdings werden, wenn sie zum Beispiel bei Krebserkrankungen angewendet wird. Im Internet wirbt die Schweizer Clinica Santa Croce, heute Clinica Dr. Spinedi, damit, dass auch homöopathische Krebsheilung möglich wäre. Bei einer verdeckten Recherche von FAKT-Reportern in dieser Klinik erklärte ein Arzt der Klinik, die Entscheidung für eine solche Behandlung müsse der Patient treffen. Die Homöopathie könne ergänzend eingesetzt werden, und nur wenige Patienten entschieden sich tatsächlich für eine rein homöopathische Behandlung.

Der Palliativmediziner Dr. Benedikt Matenaer aus Bocholt sieht Therapien allein auf homöopathischer Basis kritisch. „Wenn man jetzt sagt, man gibt noch irgendwelche Dinge dazu, von denen wir wissen, dass sie nicht wirksam sind und sie sind wenigstens nicht schädlich, das ist ja noch etwas anderes. Aber wenn dann noch aktiv Substanzen, die hilfreich sind, beendet werden, da finde ich keine Worte mehr“, sagte er FAKT.

Quelle:

www.mdr.de

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