Frank Ws psychische Gesundheit wird überprüft – Süddeutsche.de

Er lebte im Wald, hat schon mehrfach gegen das Gesetz verstoßen und soll in Schaffhausen zwei Menschen mit einer Motorsäge verletzt haben. Die Polizei stuft ihn als gefährlich ein.

Von Charlotte Theile, Schaffhausen

48 Stunden nachdem ein Mann in einer Krankenversicherungsfiliale in Schaffhausen mit einer Motorsäge zwei Menschen angegriffen hatte, hat die Polizei am Mittwoch Ergebnisse präsentiert. Der Verdächtige war am Abend zuvor in Thalwil im Kanton Zürich festgenommen worden, die Gefahr für die Bevölkerung gebannt.

In den Stunden zuvor hatte die Polizei Fahndungsfotos veröffentlicht und mit mehreren hundert Einsatzkräften, Spürhunden und Helikoptern nach dem Mann gesucht. Ein Unbeteiligter wurde von der Polizei verwechselt und leicht verletzt. Der entscheidende Tipp kam schließlich aus der Gegend um Thalwil am Zürichsee, wo der Gesuchte gesehen worden war.

Kriminalität Kettensägen-Angriff von Schaffhausen: Verdächtiger leistete keinen Widerstand

Kettensägen-Angriff von Schaffhausen: Verdächtiger leistete keinen Widerstand[1]

Der Mann, der im schweizerischen Schaffhausen mehrere Menschen mit einer Kettensäge angegriffen haben soll, ist in Polizeigewahrsam. Es sind noch viele Fragen offen. mehr …

Über den mutmaßlichen Täter, Frank W., weiß man noch wenig. Der 50-Jährige hatte eine Invalidenrente bezogen und war Kunde der Krankenversicherung, die er angegriffen hatte. Er verletzte dort zwei Mitarbeiter, einen davon schwer. Zuletzt war der Mann im Kanton Graubünden gemeldet. Seit einigen Jahren hatte er keinen festen Wohnsitz und soll sich mit seinem Lieferwagen in verschiedenen Schweizer Wäldern aufgehalten haben. Dort kam er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt.

Wie die Schaffhauser Nachrichten berichten, wurde er 2014 im Kanton Bern mit einer Pistole in der Öffentlichkeit angetroffen, 2016 fand man bei ihm ein Elektroschockgerät. Beides wurde beschlagnahmt und vernichtet. Frank W. aber rüstete weiter auf. Die Kettensäge, die W. am Montagmorgen bei seinem Angriff auf die Versicherung eingeschaltet hatte, war nicht sein einziges Gerät – bei seiner Festnahme am Dienstagabend hatte er zwei Armbrüste mit eingesetzten Pfeilen und zwei zur Waffe gespitzte Holzstücke in einer Plastiktüte bei sich.

Trotz dieser schweren Bewaffnung ließ sich W. ohne Widerstand verhaften. Wie er die 60 Kilometer zwischen Schaffhausen und Thalwil zurückgelegt hat, ist unklar. Der Lieferwagen des Verdächtigen wurde bereits kurz nach der Tat aufgefunden. Warum der Mann trotz mehrerer Gesetzesverstöße unbehelligt im Wald leben konnte, ist ebenfalls ungeklärt. Peter Sticher, erster Staatsanwalt des Kantons Schaffhausen, sagte dazu nur, obdachlos zu sein und im Wald zu leben, sei nicht illegal. Wer sich im Wald „anständig verhalte“ habe erst einmal das Gesetz auf seiner Seite.

Dennoch hätten die Ermittlungen zu W. schnell ergeben, dass der Mann schon häufig auffällig geworden war und als gefährlich einzustufen sei. Wie viele Personen dauerhaft im Wald leben, ist schwer zu sagen. Immer wieder gibt es Berichte über Einsiedler, die sich in eine Hütte zurückgezogen haben, über Aussteiger, über Jahre lang Vermisste, die plötzlich wieder auftauchen. In Frankreich wurde 2009 ein Mann verhaftet, der sich mit seinen beiden Söhnen nach einem Sorgerechtstreit mehr als zehn Jahre lang in der Wildnis versteckt hatte. Doch das sind Extremfälle.

An Menschen, die von einem tag auf den anderen kein Dach mehr über dem Kopf haben, etwa nach einer Trennung, und ein paar Nächte in ihrem Auto im Wald verbringen, haben sich viele Förster gewöhnt. Der Wald ist schließlich frei zugänglich, und er gilt vielen als Zufluchtsort. So könnte es vor ein paar Jahren auch bei Franz W. begonnen haben. Die Polizei in Schaffhausen teilte mit, zunächst einmal seine psychische und physische Gesundheit klären zu wollen.

Mutmaßlicher Kettensägen-Angreifer hatte Armbrüste bei sich[3]

Der Verdächtige war am Dienstagabend in der Stadt Thalwil, rund 60 Kilometer vom Tatort in Schaffhausen entfernt, festgenommen worden. mehr …[2][4]

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