Wasserbecken in Ebernburg soll zugeschüttet werden – Allgemeine Zeitung

Von Beate Vogt-Gladigau

BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG – „Bitte engagieren Sie sich, dass das Wassertretbecken nicht endgültig zugeschüttet wird.“ Klaus Dieter Härtel liegt diese Einrichtung am Herzen, seit er 1982 mit seiner Familie als Gemeindepfarrer nach Ebernburg kam. Er fand für seinen Antrag im Ortsbeirat Bad Münster am Stein-Ebernburg aber nicht genügend Mitstreiter. Genauer gesagt: nur einen.

Hydrotherapie von Sebastian Kneipp erörtert

Obwohl der heutige Pfarrer in Ruhestand die medizinische Wirkung der Hydrotherapie, die auf der Grundlage von Sebastian Kneipp angewandt wird, ausführlich erörterte, konnte er den Ortsbeirat nicht überzeugen. Durch die Schließung der Wassertrete werde „der Bürgerschaft eine weltweit anerkannte Heilmethode entzogen“, so Härtel ärgerlich. Es war vor allem die Lage des Tretbeckens in der Nähe der früheren Kurgärtnerei und etwas außerhalb des Ortes, die nicht nur den Stellvertretenden Ortsvorsteher Norbert Welschbach (CDU) als unattraktiv einstufte. Würde man das Tretbecken aber ordentlich ausschildern, könnte es auch für die Besucher des Steinskulpturenmuseums interessant sein, da der Museumsparkplatz nur wenige Schritte entfernt ist. Man sollte prüfen, ob es einen anderen Standort gibt, beharrte Welschbach auf seiner Ansicht. „An der Schulwiese wäre das Becken ideal“, meinte Hans Otto Kuhn (CDU).

Aber auch die Kosten, die die Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach (GuT) mit mindestens 7000 Euro jährlich errechnet hatte, seien für eine wenig frequentierte Einrichtung nicht zu vertreten. Der Argumentation von GuT-Geschäftsführer Dr. Michael Vesper, die Ortsvorsteherin Dr. Bettina Mackeprang vortrug, konnte sich Härtel auf keinen Fall anschließen, denn Vesper lehnte eine Renaissance des Kneipp-Beckens auch deshalb ab, weil es nicht in ein örtliches Wander- und Radwegenetz eingebunden ist, damit müde Wandersleute darin ihre Füße erfrischen können. Den wunderschönen Weg durch den Wald und durchs Dörrebachtal zum Birkerhof oder zum Golfplatz kenne Vesper wohl nicht, so Härtel etwas spitz. Sonst würde er anders urteilen. Ein Antrag von SPD-Sprecher Erich Menger, Härtels Wunsch noch einmal zur Überprüfung an die GuT zu geben, fand mehrheitlich keine Mitstreiter, da alle Argumente auf dem Tisch liegen, wie Mackeprang unterstrich.

Obwohl die aktuellen Temperaturen wirklich nicht an Silvester erinnern, einigte sich der Ortsbeirat jetzt schon auf das Prozedere für den gemeinsamen Neujahrsempfang aller Fraktionen. Wie bisher soll im Kurhaus, das bis dahin wohl wieder verpachtet sein wird, das neue Jahr begrüßt werden. „Aber sparsamer“, forderte Menger. Gratis soll es nur noch ein Glas Sekt oder ein alkoholfreies Getränk und eine Brezel geben, und nicht wie bisher auch Kaffee und Kuchen. „Aber dafür haben wir das Stadtteilbudget ja“, widersprach Welschbach: „Dass die Bürger, ohne Kosten zu haben, eingeladen sind, um mit Kommunalpolitikern zusammen Kaffee und Kuchen zu verkosten“. Der Beirat nahm sich vor, die Ausgaben „herunter zu fahren“.

Vom Stadtteilbudget (4300 Euro) sind noch 2755 Euro übrig, die sinnvoll eingesetzt werden sollen, ehe sie verfallen. 300 Euro werden in eine passable Weihnachtsbeleuchtung investiert, und 110 Euro soll der Katholische Kirchenchor Ebernburg bei seiner 110-Jahr-Feier erhalten. Im Vorgriff auf den Neujahrsempfang geht die Miete für das Kurhaus ab.

Sollte dann noch etwas auf dem Konto sein, wird das Geld für Bänke verwendet, deren Standorte bei der Ortsbegehung auf Tauglichkeit überprüft wurden. Unter anderem war das auch die noch nicht gestaltete Grünfläche mitten im Neubaugebiet mit Blicken – je nach Standort – auf die Ebernburg, den Rotenfels oder die Bastei.

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