Die Bar ist so wichtig für deine Gesundheit wie das Gym – DIE WELT

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Es ist nicht so, als suchten wir gezielt nach weiteren Gründen, uns abends mit Freunden oder den lieben Arbeitskollegen (sie sind wirklich nett hier) auf Bier und Weinschorle zu treffen[1], aber wir wollen auch nicht unterschlagen, wenn sie uns über den Weg laufen.

Großthema: Einsamkeit. Darum wird es jetzt gehen. Du weißt schon, traditionelle soziale Bezugssysteme geben uns heute weniger Halt als früher, die Digitalisierung[2] beschert uns viele, aber blutleere Beziehungen[3] und überhaupt, wir heben das Ich auf den Thron, nicht das Wir. Was macht das mit uns?

Julianne Holt-Lunstad, Professorin für Psychologie an der Brigham Young University, stellte bei der 125. Zusammenkunft der American Psychological Association (APA) zwei Meta-Analysen vor[4], die ein wichtiges Licht auf diese Frage werfen.

Beide zeigen, wie sich soziale Isolation und Einsamkeit auf die Lebenserwartung auswirken.

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In der ersten[5] fassten die Forscher Ergebnisse von 148 Studien zusammen, in denen insgesamt mehr als 300.000 Menschen untersucht worden waren. Nach den Analysen haben Menschen, die sozial stärker eingebunden sind, ein um 50 Prozent verringertes Risiko, verfrüht zu sterben.

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Quelle: Getty Images/Moment RF/Elisabeth Schmitt

In die zweite Meta-Analyse[6] gingen 70 Studien mit Daten von mehr als 3,4 Millionen Versuchspersonen ein. Untersucht wurde, welche Rolle soziale Isolation, Einsamkeit und alleine leben auf die Sterblichkeit haben.

Es gibt starke Belege dafür, dass soziale Isolation und Einsamkeit das Risiko für einen vorzeitigen Tod signifikant steigern.
Julianne Holt-Lunstad, Brigham Young University

So erhöhten die drei Faktoren in der zweiten Studie das Sterblichkeitsrisiko genau so sehr oder mehr als etwa Fettleibigkeit.

Bei einer alternden Bevölkerung wird der Effekt [von Einsamkeit] auf die öffentliche Gesundheit voraussichtlich noch größer werden.
Julianne Holt-Lunstad, Psychologie-Professorin, Brigham Young University

Dass menschliche Beziehungen extrem wichtig für unsere Gesundheit[7] sind und ein sogenannter protektiver Faktor gegen eine Reihe von gesundheitlichen Malaisen, ist bekannt. Die Arbeit von Holt-Lunstad und ihren Kollegen bestätigt dies nun mit den beiden Studien, die als Meta-Analysen besonders hohe Aussagekraft haben.

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Quelle: Getty Images/Moment RF/Pasotraspaso. Jesus Solana

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Da Zahlen zeigen, dass sich zunehmend mehr Menschen einsam fühlen – gerade im Alter – legen die Forscher nahe, dem Thema gesellschaftlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Etwa, indem Schüler Training für soziale Kompetenzen erhalten oder Ärzte dazu angehalten werden, bei medizinischen Untersuchungen auch zu erfragen, wie gut sozial eingebettet ein Patient ist.

Im Zuge dessen möchten wir auch einen kleinen Beitrag im Sinne des Gemeinwohls leisten und raten: Wenn du das nächste Mal erwägst, den Barabend mit Freund abzusagen, weil du eigentlich unbedingt wieder ins Fitnessstudio müsstet, sei dir gewahr: Viele Wege führen zu einem langen, gesunden Leben. Und auf manchen gibt es Weißweinschorle.

Quelle:

www.welt.de

Fußnoten:

  1. ^ Weinschorle zu treffen (www.welt.de)
  2. ^ Digitalisierung (www.welt.de)
  3. ^ Beziehungen (www.welt.de)
  4. ^ zwei Meta-Analysen vor (www.apa.org)
  5. ^ ersten (journals.plos.org)
  6. ^ zweite Meta-Analyse (journals.sagepub.com)
  7. ^ Gesundheit (www.welt.de)
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