Wie man Gefäße rettet – RP ONLINE

Duisburg. In der Gefäßchirurgie ist das Malteser Krankenhaus St. Anna gut aufgestellt. So gibt es seit zwei Jahren eine Hightech-Hybrid-Anlage für Operationen. Das heißt, ein Patient wird unter bildgebender Kontrolle operiert. Von Bianca Treffer

Die Anlage ist dabei komplett um den Patienten drehbar und in jeder Position bis auf den Grad genau einstellbar. Eine Anlage, die es in dieser Art nur einmal in Duisburg gibt.

Die Kombination von klassischer OP-Einrichtung und moderner diagnostischer Bildgebung ist gerade in der Gefäßchirurgie von immenser Bedeutung. Durch das bildgebende Verfahren während der eigentlichen Operation können minimal-invasive Eingriffe mittels Katheder beziehungsweise Endoskop vorgenommen werden. Der Operateur orientiert sich bei der Steuerung des Katheters oder des Endoskops durch die Adern an den hochpräzisen Bildern, die während des Eingriffs gemacht werden. Das ermöglicht kleinere Operationswunden, um Zugang zu dem zu operierenden Bereich zu erhalten. Die Anlage erlaubt eine detaillierte dreidimensionale Darstellung der Gefäße.

Unter der präzisen Bildgebung setzt Dr. Konstantinos Meletiadis, der neue Chefarzt der Gefäßchirurgie der beiden Malteser Krankenhäuser St. Anna und St. Johannes Stift, komplexe Prothesen in den Bauch-, Becken- und Brustschlagadern, wenn es dort zu Ausbuchtungen gekommen ist, die eine Operation vonnöten machen. Es handelt sich dabei um spezielle Prothesen, die genau auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten sind. „Wir können sie in unterschiedlichen Längen und Durchmessern als auch Abzweigungen bestellen“, erklärt Meletiadis. Er ist Spezialist in diesem Bereich, und dank seiner Erfahrung können nun Eingriffe erfolgen, bei denen nicht betroffene Gefäße erhalten werden. „Wir müssen keine Gefäße mehr künstlich verschließen, wenn wir eine Ausbuchtung operieren. Unter der bildgebenden Diagnostik setzen wir verschiedene Prothesen zusammen und gewährleisten so eine Durchblutung des umliegenden Gewebes. Für den Patienten heißt dies, die Nebenwirkungen, die ansonsten auftraten, weil Gefäße verschlossen werden mussten, sind nicht mehr gegeben“, erklärt der Chefarzt.

Die Prothesen haben minimal dünne Drähte als Markierungen eingearbeitet, die dem Operateur unter den Röntgenstrahlen zeigen, wo Anschlussstücke gesetzt werden müssen und ob eine Prothese richtig liegt. Auch seltene und ungewöhnliche Fälle können daher im St. Anna Krankenhaus operiert werden. Einer dieser Patienten ist Michael Natusch. Der Hausarzt stellte bei dem 65-Jährigen während einer Vorsorgeuntersuchung beim Ultraschall fest, dass die Aorta einen zu großen Durchmesser erreicht hatte. Es gab eine Aussackung. „Ich hatte keinerlei Beschwerden. Es war mein Glück, dass ich mich zu einer Vorsorgeuntersuchung entschlossen hatte“, sagt Natusch. Es folgten weitere Untersuchungen, darunter auch eine Computertomografie (CT), dann ging es auch schon zur Operation. „Ein gutes CT als Voruntersuchung ist sehr wichtig, weil wir anhand der Ergebnisse genau ausmessen, welche Prothesen wir brauchen. Es kann auch passieren, dass wir keine aus dem Katalog bestellen können, sondern Spezialanfertigungen machen lassen müssen“, sagt Meletiadis. Das ist bei Michael Natusch der Fall, wobei die Daten nach Australien gegangen sind, weil sich dort das Unternehmen befindet, das in der Lage ist, die benötigten Prothesen anzufertigen.

Natürlich bestimmen nicht nur die hochkomplexen Operationen die Gefäßchirurgie am St. Anna Krankenhaus. Alle Durchblutungsstörungen werden hier behandelt. Krampfadern, Schlaganfall-Prophylaxe, die sogenannte Schaufensterkrankheit, offene Beine, Stents und natürlich auch Notfall-Operationen, wie zum Beispiel geplatzte Aneurysmen – also Ausbuchtungen, die bislang unerkannt blieben – gehören zur Palette dessen, was Meletiadis und sein Team behandeln.

Quelle: RP

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