Gesundheitstipp der Woche: Verstopfung kann viele Ursachen haben – Wiesbadener Tagblatt

WIESBADEN – (red). Der Begriff Obstipation (Verstopfung) ist ein Sammelbegriff für verschiedene Symptome rund um das Thema Stuhlgang. Nach alter Definition gelten Patienten als chronisch verstopft, wenn sie weniger als drei Stuhlgänge pro Woche haben. Dabei kann das „Sich-Verstopft-Fühlen“ von Patient zu Patient unterschiedlich stark wahrgenommen werden. Typischerweise kommt es bei chronischer Verstopfung zu heftigem Pressen, harten Stuhlgängen, dem Gefühl einer nicht vollständigen Entleerung und gelegentlich der Notwendigkeit, selbst manuell nachzuhelfen. Ebenso klagen Patienten nicht selten über weniger als zwei Stuhlgänge in der Woche.

Auch Stress kann Obstipation auslösen

Chronische Verstopfungsleiden können viele Ursachen haben. Ballaststoffarme Kost und nicht ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sind eine häufige Ursache. Zudem können Stress und psychische Anspannung, bestimmte Medikamente, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus mit chronischer Verstopfung einhergehen. Weiterhin führen Veränderung der Nervenanatomie des Darms oder Veränderungen des Beckenbodens zu chronischen Verstopfungszuständen.

Am Anfang der Therapie steht hier die differenzierte und ausführliche Anamnese. Diese kann von dem Patienten durch ein Stuhltagebuch unterstützt werden. Die weitere Diagnostik umfasst die Objektivierung der Verstopfung, indem bestimmt wird, wie lange die Nahrung für die Darmpassage benötigt. Das geschieht anhand von röntgendichten Markern. Ebenso sollten Patienten eine Darmspiegelung erhalten und der Enddarm durch einen erfahrenen Proktologen untersucht werden.

So vielfältig die Ursachen, so vielfältig sind auch die Therapieoptionen. Das Spektrum reicht von der einfachen Umstellung der Kost auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme, die gegebenenfalls mit Abführmitteln unterstützt werden kann, bis hin zur laparoskopischen Entfernung von Dickdarmanteilen oder der Behebung von Beckenbodensenkungen. Das Ziel jeder Therapie sollte die Normalisierung der Darmentleerung und somit die Verbesserung der Lebensqualität sein.

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