Bad Münstereifel will seine Tradition als Kurstadt wiederbeleben – Kölnische Rundschau

Bad Münstereifel –

„Diese drei Buchstaben sind mit Gold nicht zu bezahlen“, meint Achim Bädorf, Vorsitzender des Verbands Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte.

Seit 50 Jahren darf Münstereifel das „Bad“ vor dem Namen tragen. Der Titel bürge für „geprüfte Qualität und höchstes Niveau in Sachen Gesundheit“.

Mit einem Kurgartenfest am Sonntag, 10. September, soll das Jubiläum gefeiert werden. „Wir wollen beim Fest alle fünf Säulen der Kneippschen Lehre zeigen“, so Hajo Dederichs, Leiter des Amtes für Bildung, Wirtschaftsförderung und Tourismus. Die Veranstaltung wird von der Stadt und der Arbeitsgruppe Tourismus und Gesundheit des Stadtmarketingvereins „Bad Münstereifel Aktiv“ organisiert.

Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian (3.v.l.) und ihre Mitorganisatoren werben für das Kurgartenfest.

Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian (3.v.l.) und ihre Mitorganisatoren werben für das Kurgartenfest.

Besucher können sich an diesem Aktionstag etwa Tipps beim Ernährungsberater holen oder unter Anleitung Wassertreten ausprobieren. Man habe ein schönes Programm für Familien, Kinder und ältere Leute auf die Beine gestellt, um das „niederschwellige Angebot der Prävention ein bisschen spannender zu machen“, so Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian.

Am 10. Oktober 1967 übergab Regierungspräsident Dr. Günter Heidecke die vom damaligen NRW-Innenminister Willi Weyer unterschriebene Urkunde über die Verleihung des Namenszusatzes „Bad“ für Münstereifel an die Vertreter der Stadt. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Städtchens, so Bädorf. Sieben Jahre später folgte die staatliche Anerkennung als Kneipp-Heilbad.

Kneippen hat eine lange Tradition

Kneippen hat in Münstereifel ein lange Tradition. Das Städtchen wurde sogar zum „Heilbad des Westens“ auserkoren. Allerdings war es um den Kneipp-Gedanken in der Kurstadt nicht immer gut bestellt. Unter Ex-Bürgermeister Alexander Büttner, dem Vorgänger Preiser-Marians, drohte sogar die Aberkennung des Status. 2011 hatte eine Kommission den Kurort unter die Lupe genommen.

Bei deren Rundgang erinnerte nur noch wenig an die Blütezeit. Die Experten attestierten „Handlungsbedarf“. „Schritt für Schritt“ will die Bürgermeisterin dem alten Kneippbad nun neues Leben einhauchen. Rat, Verwaltung und Bürgerschaft stünden dahinter.

„Man hat das Gefühl von Aufbruch“, sagt auch Bädorf. Dennoch: Ein „größerer Beherbergungsbetrieb“ bleibe weiterhin ein Baustein für den langfristigen Erhalt des Kneipp-Heilbad-Status. „Wir sprechen fleißig mit Investoren“, so Preiser-Marian. Die würden sich „zunehmend mehr für den Eifeler Standort interessieren“. Die gute Frequenz des City-Outlets trage dazu bei.

„Viele fragen: ,Wenn ihr nicht mehr Kneipp-Heilbad seid, verliert ihr dann den Bad-Status?’ Das ist natürlich nicht so“, so Preiser-Marian. Dederichs nennt Bad Godesberg und Bad Honnef, „wo schon lange keine Kur mehr möglich ist“.

„Kneipp muss sich befreien von der alten Idee, die wirtschaftlich tot ist, wie etwa der ärztlich verordneten Kneipp-Kur“, so Bodo Kerstin vom Arbeitskreis Tourismus und Gesundheit des Stadtmarketingvereins. Bad Münstereifel verkaufe sich seiner Meinung nach weit unter Wert: „Wir verstecken hier in Bad Münstereifel völlig unverständlicherweise die tollen Angebote, die unsere Therapeuten und andere Anbieter bereithalten.“

Kneippen ist 2016 sogar als immaterielles Kulturgut in die Unesco-Liste aufgenommen worden. Durchaus ein Pfund, mit dem man wuchern könne, meint Bädorf.

Die Planer des Kurgartenfestes wollen jedenfalls mit der Veranstaltung auch ein Zeichen setzen. „Wir wollen zeigen, dass wir es verdienen, dieses Prädikat zu haben“, so die Bürgermeisterin.

Programm des Kurgartenfestes

Zum Jubiläum gibt es ein Fest im Kurgarten Wallgraben am Sonntag, 10. September, von 11 Uhr bis 17 Uhr, mit musikalischer Unterhaltung. Auch das Rahmenprogramm ist abwechslungsreich: 11 Uhr: Eröffnung durch Bürgermeisterin Sabine Preiser Marian; 11.30 Uhr: Eröffnung der Open-Air-Galerie im Kurparkwäldchen; 12 bis 13.30 Uhr: Musikvortrag des Troubadours Günter Hochgürtel; 13 Uhr: Vortrag von Henrik Nießen aus der Sportwelt Schäfer zum funktionellen Training; 14 Uhr: Stadtmauerrundgang mit dem Eifelverein Bad Münstereifel; 15 Uhr: Vortrag von Günter Kirchner zur Geschichte des Kneipp-Heilbades im Seminarraum des Kurhauses.

Von 10 bis 17 Uhr macht die Tour „Biathlon auf Schalke“ mit ihrer mobilen Biathlonarena beim Kurgartenfest Station. Die Sebastian-Kneipp-Promenade wird sozusagen zur Rennstrecke. Jeder kann laut Motto so kostenlos für einen Tag zum Biathleten werden. Eine Anmeldung ist bis Dienstag, 5. September, unter Tel. 0 22 53/ 54 22 44 oder per E-Mail bei der Kurverwaltung möglich. (kir)

touristinfo@bad-muenstereifel.de

  1. Bad Münstereifel will seine Tradition als Kurstadt wiederbeleben
  2. Programm des Kurgartenfestes[1]

Fußnoten:

  1. ^ Programm des Kurgartenfestes (www.rundschau-online.de)

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.