„Gesundheit im Dialog“ im Klinikum Garmisch-Partenkirchen – Merkur.de

Sie sind mittlerweile ein Volksleiden, die Schmerzen im Rücken.  In der Reihe „Gesundheit im Dialog“ gehen drei Fachärzte im Klinikum Garmisch-Partenkirchen auf die Spur. 

Garmisch-Partenkirchen– Sie sind ein Volksleiden der modernen Zivilisation: Während vor 100 Jahren Rücken- beziehungsweise Kreuzschmerzen kaum Thema bei Laien und Medizinern waren, leidet heute fast jeder Bundesbürger mindestens einmal im Leben unter diesen Beschwerden, und jeder dritte Deutsche, vom Schulkind bis zum Senior, hatte schon mal Kreuzweh, Hexenschuss, einen steifen Rücken oder es einfach nur „im Rücken“. Wobei Frauen häufiger darüber klagen als Männer – ein Phänomen, das sich auch bei anderen Schmerzarten zeigt.

Doch was sind die Ursachen? „Es gibt sehr viele Möglichkeiten“, sagt Dr. Stefan Nöldeke, Chefarzt im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. „Und nicht immer lässt sich die eigentliche Ursache der Schmerzen feststellen, denn sie können sowohl körperliche als auch psychische Gründe haben, die sich oft sogar gegenseitig beeinflussen.“

Wegen dieser Vielfalt hat er auch ein paar seiner Kollegen zur neuesten Ausgabe von „Gesundheit im Dialog“ gebeten, der seit Jahren von ihm moderierten Medizin-Info-Serie des Klinikums in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. Der Abend trägt den Titel „Dem Rückenschmerz auf der Spur“ und findet bei freiem Eintritt am Montag, 25. September, um 19.30 Uhr in der Magistrale des Klinikums statt. Als Experten stehen zur Verfügung: Radiologie-Chefarzt Dr. Gerhard Simon, Neurologe Dr. Werner Schmaus von der Lech-Mangfall-Klinik sowie Dr. Katharina Schmid, Neurochirurgin an der Murnauer Unfallklinik.

„Diesmal wollen wir unsere Zuhörer schon zum Auftakt ein wenig herausfordern“, sagt Dr. Nöldeke. „Mit einem kleinen Fragenkatalog, den jeder für sich persönlich ausfüllen kann, beispielsweise, ob man sich überhaupt vor Rückenproblemen schützen kann. Am Schluss kommt dann die Auflösung, liege ich jetzt richtig oder falsch.“

Die Themen des Abends spannen sich über die Anatomie und die Funktionalität des Rückens bis hin zur Frage, was im Alltag richtig oder falsch gemacht wird, beispielsweise bei der Belastung, sagt Nöldeke. Dr. Werner Schmaus ergänzt: „Unser Arbeitsalltag ist stark durch vieles Sitzen und wenig Bewegung geprägt, oft mit falschem Stühlen, sogar in der Höhe.“

Und Nöldeke fasst zusammen: „In vielen Fällen ist einfach zu wenig Bewegung, verbunden mit einer schwachen Rücken- und Bauchmuskulatur die Ursache.“ Muskelverspannungen seien nämlich eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerz, führten oft zu akutem Zuständen und entstünden, so Schmaus, in 62 Prozent aller Fälle im Bereich des unteren Rückens.

Wie der Schmerz und seine Art diagnostiziert werden kann, das weiß Dr. Gerhard Simon, Radiologie-Chefarzt im Klinikum: Nach der Anamnese des Patienten folgt erst eine Röntgenaufnahme in zwei Ebenen, „doch je nach der Situation können stattdessen auch eine Computer- oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein, denn diese Schnittbildverfahren dienen dazu, bestimmte Abschnitte der Wirbelsäule sehr gezielt zu untersuchen“.

Für die anschließende Therapie steht den Medizinern ein umfangreiches Palette an Methoden zur Verfügung. Die reichen, so die Neurochirurgin Dr. Katharina Schmid von der Murnauer Unfallklinik, von der Physiotherapie bis zu Wärmeanwendungen sowie von Sport und Bewegung über Akupunktur bis zur Operation, die heutzutage, wo das möglich ist, oft „im minimalinvasiven Verfahren mithilfe der Endoskopie durchgeführt wird“. Manchmal sei es sogar möglich, merkt Dr. Simon an, „unter computertomographischer Überwachung Schmerzmittel, kombiniert mit entzündungshemmenden Kortikoiden an den Ursprung der Rückenschmerzen zu spritzen“.

Außer den Fachärzten steht den Zuhörern an diesem Abend Physiotherapeutin Anne Schulz vom Klinikum zur Verfügung, „denn wir klären mit Experten auf“, fasst Nöldeke zusammen, „wie man diagnostisch vorgeht und welche Lösungsmöglichkeiten es gibt, auch mit sehr modernen Therapieansätzen“.

Wolfgang Kaiser 

Quelle:

www.merkur.de

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