Warum sich eine Darmspiegelung lohnt – NZZ am Sonntag (Abonnement)

Beim Thema Darmkrebs denkt man an ältere Menschen. Doch die Diagnose bekommen immer häufiger auch Leute unter 55, wie Forscher vom US-amerikanischen Nationalen Krebsinstitut in Atlanta zeigen («Journal of the National Cancer Institute», Bd. 109: djw322).

Die nach 1990 Geborenen haben demnach ein doppelt so hohes Risiko wie ihre Eltern für Krebs im Dickdarm und ein vierfach so hohes Risiko für Krebs im Enddarm.

Die Forscher hatten Daten von knapp einer halben Million Patienten zwischen 1974 und 2013 ausgewertet. Bis Mitte der 1980er Jahre erkrankten jedes Jahr stetig mehr Menschen über 50 Jahre, aber dann drehte sich der Trend um: Ältere bekamen die Diagnose seltener, dafür Jüngere häufiger. In der Altersgruppe 20 bis 39 stieg die Häufigkeit von Dickdarmkrebs um 1 bis 2 Prozent pro Jahr, bei den 40- bis 54-Jährigen um 0,5 bis 1 Prozent. Noch deutlicher war die Zunahme mit 2 bis 3 Prozent beim Enddarmkrebs.

Quelle:

nzzas.nzz.ch

Prostatakrebs: Diagnose Prostatakrebs: Wie gehen Betroffene am besten vor? – Augsburger Allgemeine

Etwa 70.000 Männer in Deutschland erhalten derzeit jährlich die Diagnose Prostatakrebs. In fast 80 Prozent der Fälle befindet sich die Krankheit dann noch in einem Stadium, in dem der Tumor auf das Organ beschränkt und die Chance auf Heilung hervorragend ist. Eigentlich genau das, was die Krebsfrüherkennung will. Doch häufig besteht die Gefahr der Übertherapie. Wird Prostatakrebs früh entdeckt, lautet eine der Hauptfragen: operieren, bestrahlen – oder abwarten und überwachen lassen? Was für jeden einzelnen Patient die optimale Methode ist, können selbst Experten nicht sicher sagen.

Prostatakrebs: Optimale Therapie im Beratungsgespräch finden

Auch wenn die Diagnose Angst macht, lautet eine wichtige Botschaft an betroffene Männer: Keine Panik! Bei Prostatakrebs im Frühstadium ist der Reflex „Immer sofort rausschneiden“ falsch. Selbst bei Hochrisiko-Tumoren bleiben meist einige Wochen Zeit, um gründlich nachzudenken und um eventuell die Meinung eines zweiten Experten einzuholen. Bevor gegen den Prostatakrebs vorgegangen wird, sollten sich Patienten in jedem Fall ausführlich informieren.

Die Empfehlungen der Ärzte können bei Prostatakrebs durchaus unterschiedlich ausfallen. Vor allem bei Tumoren mit niedrigem Risiko gibt es verschiedenste Therapie-Methoden. „Was die beste ist, wurde noch nicht endgültig geklärt“, erklärt Dr. Gencay Hatiboglu von der Urologischen Klinik der Universität Heidelberg gegenüber der „Apotheken Umschau“.

Zur Auswahl stehen bei der Behandlung von Prostatakrebs: die komplette Entfernung der Prostata[1], eine Bestrahlung von außen mit Röntgenstrahlen, eine Bestrahlung von innen mittels radioaktiver Jodstiftchen sowie Abwarten, verbunden mit regelmäßiger Kontrolle. „Was im jeweiligen Fall das Optimale ist, entscheidet sich im ausführlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient“, sagt Hatiboglu. Gut aufgehoben sei ein Betroffener deshalb an einem zertifizierten Zentrum, das alle gängigen Methoden gegen Prostatakrebs anbietet – und daher nicht nur in eine Richtung berät.

Potenz und Kontinenz bei Prostatakrebs erhalten

Bei körperlich fitten Patienten mit Prostatakrebs empfehlen Ärzte unter anderem die Entfernung der Prostata mitsamt Samenblasen, die sogenannte Prostatektomie. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Betroffenen am meisten davon profitieren. Auch bei etwas aggressiverem Krebs greifen Ärzte eher zum Skalpell. Bei sehr aggressiven oder lokal fortgeschrittenen Tumoren werden mehrere Methoden kombiniert. Um das kleine Organ zu entfernen, ist dann ein anspruchsvoller Eingriff nötig. Denn auf der Oberfläche der Prostata verlaufen Nerven, die für Potenz und Kontinenz entscheidend sind.

Wenn möglich, erhalten Chirurgen heute diese Nerven, damit der Patient auch nach der Behandlung von Prostatakrebs potent bleibt. Wird der Eingriff von erfahrenen Operateuren durchgeführt, bleibt die Kontinenz in der Regel ebenfalls erhalten. Etwa jeder fünfte Patient kann sofort nach dem Eingriff das Wasser halten, den meisten anderen gelingt dies nach einigen Wochen Training. Doch auch für die sehr wenigen Patienten mit anhaltender Inkontinenz[2] gibt es Hilfe.

Alternative Strahlentherapie hilft gegen Prostatakrebs

Eine weitere hochwirksame Waffe gegen Prostatakrebs ist die moderne Strahlentherapie. Nach aktuellem Wissensstand kann sie Krebs ebenso gut heilen wie ein chirurgischer Eingriff. Dennoch wird öfter operiert.

„Die Bestrahlung ist als Methode sicher unterrepräsentiert“, sagt Professor Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie der Universität zu Kiel und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie gegenüber der „Apotheken Umschau“. Das hat auch historische Gründe. Noch vor 15 Jahren war die OP bei Prostatakrebs klar erfolgversprechender.

„Seither hat sich aber viel getan“, sagt Dunst. So lässt sich die Standard-Therapie mit Röntgenstrahlen heute dreidimensional planen, der Patient wird aus vielen verschiedenen Richtungen bestrahlt. Im gesunden Gewebe bleibt die Dosis gering, im Tumor addiert sie sich. Allerdings gelingt es so ebenfalls nicht, Harnröhre und Enddarm völlig zu schonen. „Die Strahlentherapie ist zwar auch nicht risikolos“, räumt Dunst ein. Sie ist aber für die Kontinenz und Potenz weniger schädlich als eine OP.

Jedoch kann es zu Darmentzündungen kommen. Um das zu verhindern, wird ein spezielles Gel gespritzt. Dies vergrößert den Abstand zwischen Darm und Prostata. Die Strahlendosis im Darm verringert sich – und dadurch auch die Nebenwirkungen.

Therapie von innen mit Jodstiften oder Protonen

Oft erfolgt der Angriff der Strahlen von innen. Bei der sogenannten Brachytherapie, die vor allem bei Krebs mit niedrigem Risiko angewandt wird, setzen die Mediziner radioaktiv strahlende Jodstifte in die Prostata ein. Sie bleiben im Körper und geben ihre Strahlung langsam über ein Jahr vollständig ab.

Neben diesem herkömmlichen Verfahren werden heute vereinzelt Teilchenstrahlen gegen Prostatakrebs eingesetzt. Stark beworben wird etwa die Therapie mit Protonen, positiv geladenen Elementarteilchen. „Derzeit kommt sie aber nur in wenigen Einzelfällen infrage“, sagt Dunst.

Auch Abwarten kann eine Therapie-Methode sein

Die vierte Methode, die Ärzte aber nur bei Tumoren mit niedrigem Risiko empfehlen, heißt: Abwarten, verbunden mit regelmäßigen Kontrollen. Bei der aktiven Überwachung wird der Patient erst behandelt, wenn die Krankheit fortschreitet. Die Heilungschancen von Prostatakrebs sind dann noch immer gut. Der Vorteil: Manchen Männern bleibt eine Therapie komplett erspart, da der Tumor kaum wächst.

Das Problem der Übertherapie kann bislang auch die neue Tendenz zum Abwarten nicht völlig vermeiden. Krebs haben und nichts tun, das ist für viele nur schwer erträglich. Auch wenn der Tumor nicht aggressiver wird, lassen sich Patienten lieber behandeln. Sie haben die ständigen Kontrollen satt oder Angst, dass der Krebs doch bösartiger ist als gedacht.

Hatiboglu sieht im Überwachen aber einen wichtigen Pfeiler moderner Krebstherapie: „Dass man bei Prostatatumoren öfter nicht behandelt, muss wohl erst in den Köpfen ankommen.“ la

Fußnoten:

  1. ^ Prostata (www.apotheken-umschau.de)
  2. ^ Inkontinenz (www.apotheken-umschau.de)

Sport nach der Schwangerschaft: Was sollte man tun, was nicht? – NOZ – Neue Osnabrücker Zeitung

Osnabrück. In der Schwangerschaft wird der Körper einer Frau neun Monate lang stark belastet. Das sieht man – und Frauen fühlen es auch. Doch nicht jeder Sport eignet sich, um danach wieder fit zu werden. Was also kann frau tun, um den Körper bei seiner Rückbildung zu unterstützen?

Doktor Christian Albring ist Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Herr Doktor Albring, eine Hebamme sagte mir einmal, dass eine Frau nach einer Geburt eine Woche im, eine Woche auf und eine Woche um das Wochenbett herum leben sollte. Ist da was dran?

Eine Geburt und die erste Zeit mit dem Baby bedeuten eine enorme gesundheitliche Belastung und Umstellung. Auch die Muskulatur der Bauchdecke und das gesamte Bindegewebe des Körpers sind durch die Schwangerschaft sehr stark gedehnt und brauchen viel Zeit, bis sie wieder voll belastet werden können, ohne Schaden zu nehmen. Kurze Spaziergänge sind jedoch meist schon einige Tage nach der Geburt wieder möglich. (Weiterlesen: Warum Paare an Ostern keine Kinder zeugen sollten)[1]

Wann sollten Frauen nach einer Geburt wieder anfangen, Sport zu treiben?

Wann eine Frau wieder anfangen kann, Sport zu treiben, hängt erstens von ihrem sportlichen Trainings- und Gesundheitszustand vor der Geburt ab und zweitens davon, wie viel Zeit die Erholung nach der Geburt braucht. Manche Frauen können schon wenige Wochen nach der Geburt wieder ganz vorsichtig anfangen, kurze Strecken zu joggen, andere brauchen länger.

(Weiterlesen: Sport in der Schwangerschaft – was ist verboten?)[2]

Wie sieht es aus mit Kaiserschnittgeburten?

Nach einem Kaiserschnitt muss in erster Linie der Schnitt möglichst schnell und problemlos verheilen. Deshalb ist hier Schonung ganz wesentlich. Mit Sport darf erst begonnen werden, wenn die Narbe auch unter Alltagsbelastungen nicht mehr schmerzt.

Viele Frauen haben nach der Geburt das Gefühl, ihnen „falle unten alles raus“? Wie kommt es dazu?

Durch die Geburt ist oftmals die Muskulatur und die Bänder des Beckenbodens völlig überdehnt, so dass die Frau das Gefühl hat, sie könne den Beckenboden gar nicht mehr anspannen, vor allem wenn die Geburt sehr lange gedauert hat oder wenn der Kopf des Kindes sehr groß war. Wenn sie dann die Bauchmuskulatur anspannt, bietet der Beckenboden keinen Widerstand mehr, und der Inhalt des Bauchraums wölbt sich nach unten aus.

Was sollten Frauen in den ersten Tagen, Wochen und Monaten nach der Geburt vermeiden?

Jede Form von Bauchpresse, weil erstens die flächigen Bänder der Bauchmuskulatur durch die Schwangerschaft stark gedehnt sind und überdehnt werden könnten, wenn sie zu früh belastet werden. Und weil zweitens der Inhalt des Bauchraums zum Beckenboden hinaus gedrückt wird, wenn der Beckenboden noch geweitet ist und Bänder und Muskulatur keinen Widerstand geben können. Dadurch können die Beckenbodenprobleme, die nach einer Geburt normalerweise bestehen und sich allmählich zurückbilden, verschlimmert werden. (Weiterlesen: Das passiert bei der Geburt)[3]

Also keine großen Sprünge machen…

Genau, alle Sportarten mit Sprungbelastungen sollten vermieden werden.

Wofür ist der Beckenboden wichtig?

Der Beckenboden besteht aus mehreren Schichten Muskulatur und Bindegewebe und bildet das Fundament des Bauchraums. Die feste Muskulatur des Beckenbodens ist notwendig, um die Harnblase, Gebärmutter und Enddarm an ihrer Stelle zu halten, und hilft dabei, Harn- und Stuhlabgang zu kontrollieren. Die Überlastung des Beckenbodens durch Schwangerschaft und Geburt äußert sich häufig in einer Inkontinenz. Das kann anfangs sowohl eine Harn- als auch eine Stuhlinkontinenz sein und bessert sich nach und nach.

Vergrößern vaginale Geburten die Gefahr, dass es später ernste Probleme wie Inkontinenz geben könnte?

Zunächst einmal ist es die Schwangerschaft selbst, die den Beckenboden strapaziert. Deshalb haben auch Frauen nach einem Kaiserschnitt oft eine Zeit lang mit Beckenboden-Problemen zu tun. Nach vaginalen Geburten kann es vor allem dann, wenn es sich um ein großes Kind gehandelt hat und wenn die Geburt sehr lange gedauert hat, zu länger anhaltenden Problemen mit dem Beckenboden kommen. Das kann sich noch verstärken, wenn die Frau mehrere Schwangerschaften und Geburten hatte. Gerade dann ist die Beckenbodengymnastik wichtig.

Wie sollten Frauen den Beckenboden trainieren?

Durch Beckenbodengymnastik, die oftmals schon in der Klinik begonnen wird. Jede Frau sollte unbedingt auch nach der Geburt zur Rückbildungsgymnastik gehen, wo sie lernt, die Festigkeit des Beckenbodens wieder herzustellen.

Und was ist mit den Frauen, die bei der Geburt Verletzungen wie einen Dammschnitt oder starke Blutverluste hatten?

Die Verletzungen müssen komplett ausheilen bis zur Schmerzfreiheit unter Alltagsbedingungen, und nach einem starken Blutverlust muss auch abgewartet werden, bis der Körper den Blutmangel vollständig ausgeglichen hat. In dieser Zeit können Spaziergänge und Gymnastik gemacht werden, die nach und nach ausgedehnt werden können, und vorsichtige Übungen, um zum Beispiel Rückenschmerzen vorzubeugen, aber kein Sport.


Quelle:

www.noz.de

Endoskopische Untersuchungen unverzichtbar für die Krebsvorsorge und … – Kieler Nachrichten

Endoskopie mit drei Schwerpunkten  

Ein Schwerpunkt ist die Vorsorge. Bei der Krebsvorsorge sollen z.B. in Magen und Darm Krebsvorstufen so früh wie möglich erkannt werden, so dass sie gefahrlos entfernt werden können. Das Neuauftreten von Krebserkrankungen soll vermindert werden. Die Vorsorgeuntersuchungen finden überwiegend in internistischen oder gastrointerologischen Facharztpraxen statt. Zweiter Schwerpunkt ist die diagnostische Endoskopie, die meistens in Kliniken wie auch im Städtischen Krankenhaus stattfindet, da hiermit weitere Behandlungsmaßnahmen wie Operationen oder medikamentöses Therapien verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen hier neu aufgetretene Erkrankungen, seien es Entzündungen oder auch Tumorerkrankungen. Die Erkrankungssituation soll durch direktes Betrachten oder auch indirekte Untersuchungen  z.B. mittels Ultraschall,  genauer  diagnostiziert  und Therapiemöglichkeiten  besser eingeschätzt werden.
 

Dritter Schwerpunkt ist die sog. interventionelle oder therapeutische Endoskopie. Bei diesen Verfahren werden entweder neu aufgetretene Erkrankungen wie Frühformen von Krebs oder auch schon vorhandene Tumoren  großflächig abgetragen. Es werden z.B. Verengungen des Darmrohres oder der Gallenwege erweitert oder überbrückt, hierzu zählen Verfahren wie die Anlage von Ernährungssonden. Diese therapeutischen Eingriffe  werden in der Regel immer im Krankenhaus durchgeführt, da sie zum einen ein hohes Können erfordern und einen wesentlich größeren Aufwand an Personal und Material erfordern. Patienten werden teilweise ambulant im Krankenhaus untersucht oder auch kurz stationär behandelt. Je nach Umfang der geplanten Untersuchungen müssen diese in Vorgesprächen mit dem Patienten erläutert und mit anderen Fachbereichen im Krankenhaus abgesprochen werden. 

Wie läuft eine endoskopische Untersuchung im Städtischen Krankenhaus ab? 

Die Technik der Endoskopie ist relativ einfach. Ein Endoskop, ein flexibler Schlauch aus verschiedensten Materialien, an dessen Spitze sich eine beleuchtete Videokamera befindet wird durch die natürlichen Öffnungen des Körpers in die zu untersuchende Organhöhle eingeführt. Damit dies nicht als unangenehm empfunden wird, wird Patienten regelhaft eine Kurzschlafnarkose (Sedierung) angeboten. Die heutigen Sedierungsverfahren sind dabei so schonend, dass der Patient in der Regel nichts von der Untersuchung mitbekommt und nach der Untersuchung rasch wieder voll belastungsfähig ist. Dinge wie anhaltende Übelkeit oder längere Aufwachphasen gibt es heute eigentlich nicht mehr. 

Ein weiterer Vorteil dieser Sedierung ist, dass die Untersucherin/Untersucher zusammen mit dem Assistenzpersonal ruhiger und entspannter arbeiten können. Die Vorbereitung der Endoskopie findet entweder im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthaltes statt, wobei die betreuenden Pflegekräfte den Patienten im Krankenhaus während der Vorbereitung auf die Untersuchung begleiten. Bei kleineren Eingriffen wird der Patient meist ambulant am Morgen des Untersuchungstages in Empfang genommen und vom Assistenzpersonal der Endoskopieabteilung durch den Tag begleitet. Wichtig ist, vor jeder Endoskopie eine ausführliche, verständliche Aufklärung des Patienten. Es wird erläutert, warum, wieso und mit welchem Ziel die verschiedenen Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Die Patienten erhalten genaue Hinweise, wie sie sich auf die Untersuchungen vorbereiten sollen. Ängste und Sorgen, die vor größeren Eingriffen vorhanden sind, sollen mit dem Patienten besprochen werden. Bei Untersuchungen des Dickdarmes muss der Darm gereinigt werden, die „Quälerei“ mit dieser Prozedur hat sich durch neue Trinklösungen in Menge und Geschmack in den letzten Jahren deutlich verbessert. 

Die Untersuchungen finden in speziellen Räumen statt. Diese sind meistens in den „technischen Anforderungen“ sehr hochgerüstet.  

Intensive Begleitung des Patienten und entspannte Atmosphäre

Unser Anspruch ist es den Patienten sehr eng zu begleiten und durch eine angemessene entspannte Atmosphäre möglichst wenig Belastungen für den Patienten entstehen zu lassen. Die Sedierungsphase, trägt maßgeblich dazu bei, dass die Endoskopie nicht zu einem „Negativerlebnis“ wird. Nach der Untersuchung erwachen die Patienten in einem speziellen Aufwachbereich. Diese Aufwachphase dauert meist nur wenige Minuten. Es ist immer eine nachfolgende engmaschige Überwachung von Kreislauf, Blutdruck und Atmung gewährleistet. Dem Aufwachbereich ist eine eigene Pflegekraft zugeordnet, so dass alle Patienten sicher betreut werden können. Direkt nach dem Aufwachen wird die Untersucherin/der Untersucher mit dem Patienten sprechen und das Ergebnis der Untersuchung mitteilen, so daß sich Patienten rasch gut informiert fühlen. Die Nachbesprechung der Ergebnisse und ihre Einbindung in den weiteren Therapieplan erfolgt dann entweder auf der Station oder bei ambulanten Eingriffen in einem zweiten Gespräch vor Entlassung. Alle Patienten bekommen, bevor sie das Krankenhaus verlassen, genaue Hinweise zum weiteren Verhalten und Ansprechmöglichkeiten sollte es zu Problemen im weiteren Verlauf kommen. Eine Versorgung von Komplikationen nach endoskopischen Eingriffen ist bei uns rund um die Uhr und das Jahr gewährleistet. 

Standarduntersuchungen und aufwendige Techniken

Standarduntersuchungen die häufig ambulant aber auch im Städtischen Krankenhaus durchgeführt werden, sind die Spiegelung des Magens und des Dickdarms. Verschiedenste Ursachen können diese Untersuchungen notwendig machen, am häufigsten sind hier Blutungen, die Abklärung von unklaren Schmerzzuständen, die Diagnose bei Entzündungen und die Vorsorgediagnose und Behandlung von Krebsvorstufen und Tumorerkrankungen . Aufwändige Techniken werden bei der Untersuchung des Dünndarms angewandt. Diese Untersuchungen endoskopisch mit langen Geräten vorgenommen, die sowohl durch den Mund als auch durch den Enddarm (Enteroskopie) in weite Teile des Dünndarms vorgeschoben werden können. Über den Mund, Magen und Zwölffingerdarm hat man endoskopisch Zugang zu den Gallenwegen. Auch hier können Erkrankungen durch Steinleiden, Verengung der Gallenwege und ihrer Mündung in den Zwölffingerdarm sowie Tumorleiden endoskopisch behandelt werden. Oft erfolgt dies in Absprache und Therapieplanung zusammen mit den Chirurgen und Krebsspezialisten. Auch die Bauchspeicheldrüse kann bei Verstopfung des ausführenden Gangsystems, chronische Entzündungen oder unklaren Erkrankungen, direkt oder auch indirekt mittels Schluckultraschall genau beurteilt werden. 

Das Städtische Krankenhaus Kiel hat eine große endoskopische Abteilung, in der alle genannten Techniken zur Untersuchung von Patienten auf dem neuesten technischen Stand angeboten werden. Sowohl die Spiegelung von Magen, Dickdarm, Videokapselendoskopie, Enteroskopie (Dünndarmspiegelung) als auch das gesamte Spektrum der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Gallenwege und Bauchspeicheldrüse, werden bei uns auf höchstem technischen Niveau in hoher Anzahl durchgeführt. Durch konsequente Erneuerung der Geräte und dem kurz vor dem Abschluss stehenden Neubau der endoskopischen Abteilung werden wir aktuell und in Zukunft Endoskopie in optimaler Qualität für die Stadt Kiel und das Umland anbieten können. Alle Untersucher unseres Hauses blicken auf eine langjährige Erfahrung in der diagnostischen und interventionellen Endoskopie zurück. Privatdozent Dr. Ullrich, Chefarzt der 3. Medizinischen Klinik , hat während seiner langjährigen Arbeit in einem der führenden endoskopischen Zentren Deutschlands die z.T. komplexen Techniken der Endoskopie in ihrer Entstehung wissenschaftlich begleiten können und setzt diese im Städtischen Krankenhaus  um. 

Begleiter der Endoskopie ist eine erfahrene Ultraschallmedizin

Eine gute Endoskopie erfordert große Erfahrung in der Ultraschallmedizin. Die Diagnose und Vorbereitung von Eingriffen wird in der Regel immer von einer umfangreichen Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane begleitet. Das Städtische Krankenhaus Kiel blickt hier auf eine langjährige Tradition der Ultraschallmedizin zurück, die hier sorgfältig gepflegt und weitergeführt wird. Patienten mit Erkrankungen der Bauchorgane brauchen neben der reinen Technik oft mehr Unterstützung bei der Ernährung oder der Einstellung von Diabeteserkrankungen. Sowohl stationär als auch ambulant lassen wir unseren Patienten größtmögliche Unterstützung zum Erhalt oder Verbesserung der Lebensqualität zukommen. 

Im Sinne des Patienten: Klinikübergreifende Zusammenarbeit und individuelle  Behandlungskonzepte – ganzheitliche Begleitung

Wichtige Partner einer endoskopischen Therapie sind viele Fachdisziplinen eines Krankenhausbetriebes besonders die Krebsmedizin (Onkologie) und die Chirurgie. Hier haben wir im Städtischen Krankenhaus mit einem viszeralonkologischen Zentrum eine Struktur, in der alle drei Kliniken eng  zusammen arbeiten und Befunde schnell und Patientenfreundlich besprechen,  um solide Therapiekonzepte erstellen zu können. Sowohl im Rahmen von zertifizierten Zentren (Darmkrebszentrum) als auch im Rahmen von regelmäßigen Fallkonferenzen (Tumorboard) werden Behandlungsstrategien für jeden Patienten individuell besprochen und schnellstmöglich umgesetzt. Hierbei ist der wichtigste Punkt, dass Patienten  in oftmals sehr belastenden Erkrankungssituationen begleitet und mit so viel Zuwendung wie möglich durch den gesamten Behandlungspfad geführt werden.

Feste Ansprechpartner in Klinik und Ambulanz bieten unseren Patienten Sicherheit und Hilfe während ihrer Behandlung in unserem Hause. Die kurzen Wege des Städtischen Krankenhauses und die enge kollegiale Zusammenarbeit der Medizinerinnen und Mediziner machen diesen Prozess erst möglich. Das Städtische Krankenhaus Kiel sieht sich hier als Krankenhaus, das den Mensch in den Mittelpunkt der Bemühungen stellt. 

Kontaktblock: 

3. Medizinische Klinik 

Chefarzt: PD Dr. med. S. Ullrich 

Tel.: 0431-1697-1301
3med@krankenhaus-kiel.de[1]

2. Medizinische Klinik
Chefarzt Prof. Dr. Roland Repp
Tel.: 0431-1697-1201
2med@krankenhaus-kiel.de[2]

Fußnoten:

  1. ^ 3med@krankenhaus-kiel.de (www.kn-online.de)
  2. ^ 2med@krankenhaus-kiel.de (www.kn-online.de)

Vorsorge rückt in den Mittelpunkt – Thüringer Allgemeine

Die Selbsthilfegruppe Darm nutzte ihr monatliches Treffen zu einem Forum:

In den Räumen der Volkssolidarität fand am 13. März im Rahmen des monatlichen Treffens der Selbsthilfegruppe Darm das fünfte Forum des „Hufeland Darmzentrum Mühlhausen“ statt. Das Thema: „Proktologie – wenn es um den Enddarm geht“.

Als Referentin durften wir Frau Dr. Wunderlich, Fachärztin für Allgemeinchirurgie und Proktologie, begrüßen. Sie un­ternahm mit uns eine Reise in die Geschichte dieses medizinischen Bereiches, angefangen in der Antike über die Römer, Griechen, Ägypter bis zur Gegenwart.

So erfuhren wir, dass bekannte Persönlichkeiten, wie Ludwig XIV., Luther und Napoleon an Hämorrhoiden litten. Des Weiteren berichtete sie von teils lebensgefährlichen Versuchen, diese zu behandeln. In Deutschland erkranken jährlich zirka 62 000 Menschen an Darmkrebs.

Es ist bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Tumorerkrankung. Aufgrund einer verhältnismäßig hohen Sterberate und der guten Fortschritte in der Früherkennung und Heilung ist regelmäßige Vorsorge sehr wichtig. Dafür können wir von der Selbsthilfegruppe nur immer plädieren.

Das nächste Treffen ist am 11. April an gleicher Stelle.

Von Sylvia Hinske aus Mühlhausen

Eierstockzysten: Oft schmerzhaft und gefährlich – Nordwest-Zeitung

Oldenburg[1] Die beiden medizinisch als Ovarien bezeichneten Eierstöcke sind neben dem Eileiter, der Gebärmutter und der Scheide wesentlicher Bestandteil der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Sie liegen links und rechts im kleinen Becken der Frau zwischen der Harnblase und dem Enddarm. In den oval geformten Eierstöcken werden während des weiblichen Zyklus jeden Monat die Eizellen gebildet, die nach der Weiterleitung in den Eileiter durch den männlichen Samen befruchtet werden können, so dass eine Schwangerschaft entstehen kann.

Darüber hinaus tragen die Eierstöcke mit der Produktion verschiedener Hormone dazu bei, dass der Monatszyklus der Frau aufrechterhalten wird. Wenn dies altersbedingt oder wegen der nach einer Erkrankung nötigen Entfernung der Eierstöcke nicht mehr erfolgt, beginnen die Wechseljahre der Frau. Die damit oft verbundene Störung des hormonellen Gleichgewichts kann erhebliche Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen verursachen.

Druck auf Nachbarorgane

Bei einer Eierstockzyste handelt es sich um eine mit Wasser, flüssigem oder eingedicktem Blut gefüllte Blase, die je nach Art und Ausprägung sehr klein bleiben, aber auch bis zu zehn Zentimeter und größer werden kann. Viele von ihnen sind harmlos und bleiben unerkannt, weil sie keine auffälligen Symptome verursachen.

Anders ist das, wenn Zysten eine problematische Größe erreichen und Druck auf benachbarte Strukturen beziehungsweise Organe ausüben. Betroffene Frauen klagen zum Beispiel häufig über dumpfe Schmerzen im Unterbauch und im Rücken sowie beim Geschlechtsverkehr oder auch beim Stuhlgang. Weitere Anzeichen für störende Zysten im Eierstock können ein unerklärliches Völlegefühl, Verstopfung und besonders schmerzhafte Regelblutungen sein.

In seltenen Fällen kann es zu gefährlichen Komplikationen wie das Platzen einer Zyste oder einer sogenannten Stieldrehung kommen. In beiden Fällen müssen betroffene Frauen nicht nur mit sehr starken Schmerzen rechnen, berichtet Prof. Dr. Dr. Rudy Leon De Wilde[2], Direktor der Universitätsklinik für Gynäkologie im Pius-Hospital[3] Oldenburg: „Wenn etwa beim Platzen einer Zyste auch ein Blutgefäß auf der Zystenoberfläche verletzt wird, können Blutungen im Bauchraum entstehen, die nicht selten von einem Kreislaufversagen begleitet werden.“ Zur Abwehr einer akuten Lebensgefahr ist dann eine umgehende Notoperation erforderlich.

Ähnlich problematisch kann eine Stieldrehung verlaufen, bei der sich die flüssigkeitsgefüllte Zyste etwa in Folge einer ruckartigen Bewegung um die eigene Achse dreht, was wiederum zur Strangulation der zuführenden Blutgefäße führt. Im Extremfall können diese sogar abreißen, wodurch dann ebenfalls Blutungen im Bauchraum entstehen, die sofort per OP gestillt und beseitigt werden müssen.

Die Frauenheilkunde unterscheidet die in erster Linie hormonell bedingten Funktionszysten und die Nichtfunktionszysten, bei denen es sich um angeborene Fehlbildungen von Keimzellen im Eierstock handelt. Als Folge können beispielsweise auch als Dermoidzysten bezeichnete, zumeist gutartige Geschwülste entstehen, die gut ein Drittel aller gutartigen Tumoren ausmachen.

Diese zumeist bei jungen Frauen auftretende Zystenart wächst in der Regel langsam an einem der Eierstöcke an, kann aber einen Durchmesser von bis zu 25 Zentimeter erreichen. In ein bis zwei Prozent der Fälle – fast immer bei Frauen ab 40 – entwickelt sich ein bösartiger Tumor aus der gutartigen Geschwulst.

Verdicktes Blut

Vergleichsweise häufig ist die sogenannte Schokoladenzyste, die der Frauenarzt insbesondere an ihrer dunklen (Blut)-Farbe erkennt. Bei dieser Endometriose im Eierstock verbleibt von der Gebärmutter abgestoßene Schleimhaut in den Eierstöcken. Da die dort angesammelten Schleimhautstücke nicht mit der Monatsblutung abfließen können, wachsen sie immer weiter an und können sich dann zu großen, mit verdickten Blut gefüllten Zysten entwickeln.

Eine Eierstockzyste wird oft im Rahmen einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt entdeckt. Wenn die Zyste keine Beschwerden verursacht, kann es sinnvoll sein, zunächst die weitere Entwicklung abzuwarten und die Frau nach einiger Zeit erneut zu untersuchen. Häufig bildet sich die Zyste von selbst wieder zurück, so dass keine medizinische Behandlung nötig ist. Wenn die Zyste nicht verschwindet und für Probleme sorgt, kann oft eine hormonelle Therapie helfen, bei der etwa ein Gestagen-Präparat als Tablette oder Pille eingenommen wird.

In vielen Fällen ist eine Operation unumgänglich, um die Frau von ihren Zysten-bedingten Beschwerden befreien zu können, betont Rudy Leon De Wilde. Das gilt vor allem, wenn sich eine große Eierstockzyste nicht zurückbildet oder große Endometriosezysten nachgewiesen werden. Auch wenn Tumormarker erhöht sind oder der Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht, ist eine OP nötig. Ob und wann Zysten in den Eierstöcken entstehen, hängt vor allem vom Gleichgewicht der hormonellen Regulation ab.

Fußnoten:

  1. ^ Oldenburg (www.nwzonline.de)
  2. ^ Rudy Leon De Wilde (www.nwzonline.de)
  3. ^ Pius-Hospital (www.nwzonline.de)

Untersuchung bremst Darmkrebs aus – Cham – Mittelbayerische – Mittelbayerische

Gesundheit

Experten gaben in Bad Kötzting viele Tipps – und Landrat Löffler wünscht sich Vertrauen in die fortschrittliche Behandlung.

Von Alois Dachs

31. März 2017

07:52 Uhr

Dr. Martin Schloßbauer vor dem Schaubild des Darmbereichs mit dem Gerät für eine Darmspiegelung Foto: Dachs

Bad Kötzting.Darmkrebs tut nicht weh – aber er ist in vielen Fällen eine tödliche Gefahr. Das machten
der Internist Dr. Martin Schloßbauer, der Viszeralchirurg und leitende Chefarzt der
Sana-Kliniken im Landkreis Cham, Dr. Florian Stadler, am Mittwoch bei einer Vortragsreihe
zur Darmkrebsvorsorge im Sinocur Bad Kötzting deutlich. Im Zusammenhang mit dieser
Krankheit, deren Entstehung durch eine Darmspiegelung problemlos erkennbar ist, galt
auch der Appell von Landrat Franz Löffler allen Bürgern, die Möglichkeiten der Früherkennung
zu nutzen und sich selbst vor einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf zu schützen.

Die „Gesundheitsregion Plus“ im Landkreis Cham verfolgt laut Landrat Löffler einerseits
das Ziel, eine möglichst optimale Gesundheitsversorgung der Bürger sicherzustellen,
andererseits aber auch mit einer wichtigen Gesundheitsvorsorge sich selbst zu schützen.

Die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen – speziell die Darmspiegelung bei erfahrenen
Internisten – sieht Landrat Franz Löffler als wichtige gesundheitliche Vorbeugung
gegen die Krankheit. Foto: Dachs

Diesem Zweck dienten auch die mittlerweile 13 Gesundheitsbotschafter im Landkreis,
die weitgehend ehrenamtlich, aber professionell ausgebildet ihre Mitmenschen beraten.
Das Sinocur und das Bad Kötztinger Lebensstilprogramm seien maßgeschneidert für diese
Gesundheitsvorsorge, die im Zusammenhang mit dem Thema Darmkrebs wirklich überlebenswichtig
sein könne.

Schneller als die Krankheit

„Beim Darmkrebs können wir einen Schritt schneller sein, als die Krankheit“, erklärte
der Internist Dr. Martin Schloßbauer. Wenn es nämlich gelinge, Polypen und gutartige
Tumore im Dick- oder Enddarm bereits bei der Darmspiegelung zu entfernen, sei auch
das Risiko für Darmkrebs weitgehend gebannt, machte Dr. Schloßbauer deutlich. Ab dem
50. Lebensjahr sollte die Darmkrebsvorsorge bei Männern und Frauen „Standard“ sein,
tatsächlich nutze aber gerade in Ostbayern, wo statistisch gesehen die meisten Krebsfälle
auftreten, nur ein kleiner Teil der Patienten diese Möglichkeit, bedauerte der Internist.

Vorbeugung und Untersuchung

  • Darmspiegelung

    Die Darmspiegelung ist weltweit als sicherste und effizienteste Untersuchung anerkannt,
    um Darmkrebs schon im Vor- oder Frühstadium zu erkennen.

  • Kosten

    Darmkrebsbehandlungen sind aufwendig und teuer. Nach Operationen sind oft mehrere
    Krankenhausaufenthalte und Reha-Maßnahmen nötig.

  • Schmerzlos

    Für die Patienten sind Darmspiegelungen und die gleichzeitig mögliche Entnahme von
    Polypen oder kleinen Karzinomen von der Darmwand schmerzlos.

  • Lachgas

    Örtliche Betäubung hilft dabei. Mittlerweile wird Lachgas eingesetzt, so dass Patienten
    sogar nach der Darmspiegelung wieder selbst heimfahren können.

  • Ernährung

    Zur Vorbeugung gegen eine Darmkrebserkrankung dient eine ballaststoffreiche Ernährung
    mit vielen Vollkornprodukten, sagt Melanie Rauscher. (kad)

Der Internist Dr. Martin Schloßbauer hat schon viele Darmspiegelungen gemacht und
Vorträge darüber gehalten. Unverständlich ist ihm, warum viele Patienten mit dem Risiko
leben, statt vorzusorgen. Foto: Dachs

„Sie haben keine Chance ein Dickdarmkarzinom selbst zu erkennen“, sagte Dr. Schloßbauer,
denn im Dickdarm empfinde der Mensch keine Schmerzen und selbst große Karzinome würden
keineswegs zwangsläufig zu Blut im Stuhl führen, wie viele Menschen glauben. Wer glaubt,
er müsse erst zur Vorsorgeuntersuchung gehen „wenn was fehlt“, unterliege einem tragischen
Irrtum: „Der geht aus der Welt!“. Wenn aber bei der Darmspiegelung ein bösartiger
Tumor entdeckt und beseitigt werde, habe der Patient eine Heilungschance von 90 Prozent.
Die Todesrate bei Darmkrebs wäre ebenfalls um 90 Prozent reduzierbar, „wenn alle zur
Vorsorge gehen würden“.

Der Darm muss entleert sein

Diplom-Ökotrophologin Melanie Rauscher empfiehlt ballaststoffreiche Ernährung als
wichtig Vorbeugung gegen das Darmkrebsrisiko. Vor allem Cellulose aus Vollkornprodukten
sei wichtig für den Darm. Foto: Dachs

Die Abführung sei Grundvoraussetzung, um den Dickdarm und den rund 16 Zentimeter langen
Enddarm endoskopisch, mit dem Koloskop, genau untersuchen zu können. Dr. Schloßbauer
erläutert, wie bei der Untersuchung Polypen und kleinere Karzinome entfernt und für
eine pathologische Untersuchung herausgeholt werden. Polypen seien „Zeitbomben im
Darm“, denn aus ihnen entwickeln sich Krebszellen.

Sind Polypen oder Karzinome für eine Entfernung bei der Untersuchung schon zu groß,
ist der Chirurg gefordert. „Jede siebte Krebserkrankung in Deutschland ist Darmkrebs“,
sagte der Chirurg und ärztliche Direktor der Sana-Kliniken im Landkreis Cham, Dr.
Florian Stadler. Mehrfache Krankenhausaufenthalte seien bei dieser Krankheit üblich.
Dagegen stehe die Erfahrung: „Bei frühzeitiger Diagnose ist Darmkrebs zu 100 Prozent
heilbar“, sagte Dr. Stadler.

„Bei frühzeitiger Diagnose ist Darmkrebs zu 100 Prozent heilbar.“

Dr. Florian Stadler

Die Vorstufe bis zum Ausbruch von Darmkrebs dauere oft zehn bis 15 Jahre, erklärte
der Mediziner. In fünf bis acht Prozent der Fälle sei die Krankheit erblich. Wer in
der Familie Darmkrebsfälle hatte, sollte schon deutlich vor dem 50. Lebensjahr zur
Vorsorgeuntersuchung gehen. Weitere Risikofaktoren seien chronische, entzündliche
Darmerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Bewegungsmangel, stark fetthaltige Ernährung
und viel rotes Fleisch , Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum.

Der ärztliche Direktor der Sana-Kliniken hat als Viszeralchirurg viel Erfahrung mit
Krebsoperationen. Vor allem Mastdarmkrebs stelle die Operateure oft vor Herausforderungen,
sagt Dr. Stadler. Foto: Dachs

Dr. Florian Stadler beschrieb die verschiedenen Operationsmethoden bei Darmkrebs.
Während bei Dickdarmkrebs in der Regel eine Chemotherapie nach der Operation begonnen
wird, sei beim Mastdarmkrebs die Radiochemotherapie meist vor der Operation erforderlich,
um ein Wiederauftreten der Krebserkrankung zu verhindern. Durchschnittlich würden
bei Krebsoperationen 25 bis 30 Zentimeter Darm entfernt. Die sogenannte minimalinvasive
Operation über kleine Schnitte in der Bauchdecke, die sogenannte „Schlüssellochchirurgie“,
sei nicht in allen Fällen möglich. Operationen am Enddarm seien meist viel schwieriger,
als am Dickdarm.

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.[1]

Weitere Meldungen aus Bad Kötzting finden Sie hier[2].


Fußnoten:

  1. ^ Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham. (www.mittelbayerische.de)
  2. ^ hier (www.mittelbayerische.de)