Hämorrhoiden – Was tun? Diese Hausmittel helfen

Hämorrhoiden[1] bereiten zwar nicht immer Schmerzen – aber können unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringen. Aber was kann man dagegen tun? Hier kommen die besten Tipps und Hausmittel gegen Hämorrhoiden. 

Mehr zum Thema

Was tun bei Hämorrhoiden?

Laut Professor Thomas Frieling, Direktor der Abteilung Innere Medizin am Helios Klinikum in Krefeld hat jeder Mensch Hämorrhoiden. Zu einem Problem werden sie erst, wenn sie Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Nässen oder Blut verursachen.

Um leichte Formen von Hämorrhoidalleiden selbst zu behandeln oder zumindest der schmerzhaften Entwicklung entgegenzuwirken, gibt es viele Möglichkeiten. Dabei kann man nicht nur zu Salben aus der Apotheke, sondern auch zu einfachen Hausmitteln greifen und selbst Hand anlegen. Auch die richtigen Maßnahmen helfen gegen Hämorrhoidalleiden.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Zinksalben oder Vaseline gegen Hämorrhoiden

Für die Behandlung der Hämorrhoiden gehen die meisten Menschen zunächst in die Apotheke. Dort kann man meist explizit gegen Hämorrhoiden entwickelte Cremes kaufen. Das Ziel der Salben ist es, die Entzündungen und kleinen Verletzungen am After zu beruhigen und zu heilen. Allerdings sollten die Produkte pH-neutral und frei von Duft- und Konservierungsstoffen sowie Alkohol sein. Schlechte Zusätze reizen die empfindliche Region unnötig und können die Entzündungen verstärken.

Doch es muss nicht zwangsläufig die Hämorriden-Salbe sein, denn: „Es gibt keine Daten, dass Hämorriden-Salben deutliche Vorteile gegenüber anderen Salben haben. Sie können genauso gut Vaseline oder Zinksalbe oder eine andere pflegende Creme nehmen.“ sagt Frieling. So sind einfache Vaseline oder Zinksalben aus der Hausapotheke[2] ebenso effektiv.

Natürliche Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Ringelblumensalbe und Bananen

Ist den Betroffenen das Hämorrhoidalleiden peinlich, ist ein Gang zur Apotheke nicht zwingend notwendig. Die Ringelblumensalbe, auch Calendula Salbe genannt, hat sich zum Beispiel als eine gute Heilsalbe bewährt. So kann sie auch bei Hämorrhoidalleiden auf die entsprechende Stelle aufgetragen werden um den Juckreiz zu lindern.

Ein weiteres natürliches Hausmittel sind Bananen. Auch sie sollen entzündungshemmend wirken und zur Besserung der Erkrankung führen. Dazu wird eine reife Banane zerdrückt und wie eine Salbe auf die Hämorrhoiden aufgetragen. Zusätzlich kann auch die Schale der Banane genutzt werden.

Sitzbäder, Quarkkompressen und Teebeutel bringen Erleichterung

Ein Sitzbad mit Eichenrinden- oder Kamilleextrakt kann Linderung der Schmerzen verschaffen. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein, da sonst die Haut[3] zu sehr aufweicht. Danach empfiehlt es sich eine kühle Quarkkompresse oder einen erkalteten Schwarztee-Beutel gegen die Entzündung auf den Allerwertesten zu legen.

Hämorrhoiden-Kissen nehmen den Druck

Hämorrhoiden-Kissen helfen nicht gegen die Erkrankung – sie erleichtern lediglich das Sitzen. Oft handelt es sich um aufblasbare Ringe auf deren mittiger Öffnung der schmerzhafte Bereich positioniert wird. Der Druck auf die entzündetet Region wird gelindert und das Sitzen ermöglicht.

Stellen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten um und treiben Sie regelmäßig Sport

Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung[4] beugt Verstopfungen, eine der häufigsten Ursachen von Hämorrhoidalleiden, vor. Dazu sollten Sie u.a. zu folgender Ernährung greifen:

  • Brot, Nudeln und Reisprodukte aus Vollkorn
  • Frisches Obst, Gemüse sowie Trockenfrüchte: ideal sind fünf kleine Portionen am Tag
  • Müsli, Leinsamen und Kleie
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: mindestens zwei Liter am Tag

Auch Sport hilft, um Verstopfungen vorzubeugen und für weichen Stuhl zu sorgen. 

Richtiges Toilettenverhalten und Analhygiene

Beim Stuhlgang sollten Sie darauf achten, dass Sie nur dann abführen, wenn Sie wirklich müssen. Pressen und lange Toilettensitzungen sollten Sie vermeiden. Breitbeiniges sitzen auf der Toilette senkt den Druck auf die Hämorrhoiden und wird häufig als wesentlich angenehmer empfunden.

Auch die richtige Analhygiene unterstützt die Heilung kleiner Entzündungen und Risse im Gewebe. „Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von Seifen und feuchtem Toilettenpapier mit Zusätzen. Das trocknet die Haut aus und verstärkt die Hautreaktionen“, so Frieling. „Im schlimmsten Fall riskieren Sie ein Analekzem. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, auch die Heilung dauert meist lange.“

Besser sei es laut dem Experten, den After nach dem Toilettengang vorsichtig trocken zu tupfen oder einfach etwas Wasser auf das Toilettenpapier zu geben. Auf Reibung sollte man besser verzichten, weil auch das zu Reizungen führen kann. „Es sind nicht die Hämorriden selbst, die zu dem Juckreiz und Brennen führen, sondern ihre Verletzungen und Entzündungen“, erklärt Frieling. „Eine gute Analhygiene ist deshalb die halbe Miete.“

Im Zweifelsfall: Zum Arzt, wenn Hausmittel nicht helfen

Professor Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover rät: Suchen Sie besser schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt auf. Er warnt: „All diese Hausmittel[5] eignen sich sehr gut zur Behandlung der Symptome, sie beseitigen aber häufig nicht die eigentliche Ursache.“ 

Der Arztbesuch wird nötig, sollten sich die Beschwerden mit oben genannten Maßnahmen nicht beheben lassen und die Hämorrhoiden trotz der Hausmittel größer werden. Eine operative Entfernung der Hämorrhoiden[6] oder eine Verödung der Gefäße könnte dann nötig werden. Ihr Arzt wird Sie individuell beraten.

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Hausapotheke (www.t-online.de)
  3. ^ Haut (www.t-online.de)
  4. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  5. ^ Hausmittel (www.t-online.de)
  6. ^ operative Entfernung der Hämorrhoiden (www.t-online.de)
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Hämorrhoiden – Was tun? Diese Hausmittel helfen

Hämorrhoiden[1] bereiten zwar nicht immer Schmerzen – aber können unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringen. Aber was kann man dagegen tun? Hier kommen die besten Tipps und Hausmittel gegen Hämorrhoiden. 

Mehr zum Thema

Was tun bei Hämorrhoiden?

Laut Professor Thomas Frieling, Direktor der Abteilung Innere Medizin am Helios Klinikum in Krefeld hat jeder Mensch Hämorrhoiden. Zu einem Problem werden sie erst, wenn sie Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Nässen oder Blut verursachen.

Um leichte Formen von Hämorrhoidalleiden selbst zu behandeln oder zumindest der schmerzhaften Entwicklung entgegenzuwirken, gibt es viele Möglichkeiten. Dabei kann man nicht nur zu Salben aus der Apotheke, sondern auch zu einfachen Hausmitteln greifen und selbst Hand anlegen. Auch die richtigen Maßnahmen helfen gegen Hämorrhoidalleiden.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Zinksalben oder Vaseline gegen Hämorrhoiden

Für die Behandlung der Hämorrhoiden gehen die meisten Menschen zunächst in die Apotheke. Dort kann man meist explizit gegen Hämorrhoiden entwickelte Cremes kaufen. Das Ziel der Salben ist es, die Entzündungen und kleinen Verletzungen am After zu beruhigen und zu heilen. Allerdings sollten die Produkte pH-neutral und frei von Duft- und Konservierungsstoffen sowie Alkohol sein. Schlechte Zusätze reizen die empfindliche Region unnötig und können die Entzündungen verstärken.

Doch es muss nicht zwangsläufig die Hämorriden-Salbe sein, denn: „Es gibt keine Daten, dass Hämorriden-Salben deutliche Vorteile gegenüber anderen Salben haben. Sie können genauso gut Vaseline oder Zinksalbe oder eine andere pflegende Creme nehmen.“ sagt Frieling. So sind einfache Vaseline oder Zinksalben aus der Hausapotheke[2] ebenso effektiv.

Natürliche Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Ringelblumensalbe und Bananen

Ist den Betroffenen das Hämorrhoidalleiden peinlich, ist ein Gang zur Apotheke nicht zwingend notwendig. Die Ringelblumensalbe, auch Calendula Salbe genannt, hat sich zum Beispiel als eine gute Heilsalbe bewährt. So kann sie auch bei Hämorrhoidalleiden auf die entsprechende Stelle aufgetragen werden um den Juckreiz zu lindern.

Ein weiteres natürliches Hausmittel sind Bananen. Auch sie sollen entzündungshemmend wirken und zur Besserung der Erkrankung führen. Dazu wird eine reife Banane zerdrückt und wie eine Salbe auf die Hämorrhoiden aufgetragen. Zusätzlich kann auch die Schale der Banane genutzt werden.

Sitzbäder, Quarkkompressen und Teebeutel bringen Erleichterung

Ein Sitzbad mit Eichenrinden- oder Kamilleextrakt kann Linderung der Schmerzen verschaffen. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein, da sonst die Haut[3] zu sehr aufweicht. Danach empfiehlt es sich eine kühle Quarkkompresse oder einen erkalteten Schwarztee-Beutel gegen die Entzündung auf den Allerwertesten zu legen.

Hämorrhoiden-Kissen nehmen den Druck

Hämorrhoiden-Kissen helfen nicht gegen die Erkrankung – sie erleichtern lediglich das Sitzen. Oft handelt es sich um aufblasbare Ringe auf deren mittiger Öffnung der schmerzhafte Bereich positioniert wird. Der Druck auf die entzündetet Region wird gelindert und das Sitzen ermöglicht.

Stellen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten um und treiben Sie regelmäßig Sport

Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung[4] beugt Verstopfungen, eine der häufigsten Ursachen von Hämorrhoidalleiden, vor. Dazu sollten Sie u.a. zu folgender Ernährung greifen:

  • Brot, Nudeln und Reisprodukte aus Vollkorn
  • Frisches Obst, Gemüse sowie Trockenfrüchte: ideal sind fünf kleine Portionen am Tag
  • Müsli, Leinsamen und Kleie
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: mindestens zwei Liter am Tag

Auch Sport hilft, um Verstopfungen vorzubeugen und für weichen Stuhl zu sorgen. 

Richtiges Toilettenverhalten und Analhygiene

Beim Stuhlgang sollten Sie darauf achten, dass Sie nur dann abführen, wenn Sie wirklich müssen. Pressen und lange Toilettensitzungen sollten Sie vermeiden. Breitbeiniges sitzen auf der Toilette senkt den Druck auf die Hämorrhoiden und wird häufig als wesentlich angenehmer empfunden.

Auch die richtige Analhygiene unterstützt die Heilung kleiner Entzündungen und Risse im Gewebe. „Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von Seifen und feuchtem Toilettenpapier mit Zusätzen. Das trocknet die Haut aus und verstärkt die Hautreaktionen“, so Frieling. „Im schlimmsten Fall riskieren Sie ein Analekzem. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, auch die Heilung dauert meist lange.“

Besser sei es laut dem Experten, den After nach dem Toilettengang vorsichtig trocken zu tupfen oder einfach etwas Wasser auf das Toilettenpapier zu geben. Auf Reibung sollte man besser verzichten, weil auch das zu Reizungen führen kann. „Es sind nicht die Hämorriden selbst, die zu dem Juckreiz und Brennen führen, sondern ihre Verletzungen und Entzündungen“, erklärt Frieling. „Eine gute Analhygiene ist deshalb die halbe Miete.“

Im Zweifelsfall: Zum Arzt, wenn Hausmittel nicht helfen

Professor Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover rät: Suchen Sie besser schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt auf. Er warnt: „All diese Hausmittel[5] eignen sich sehr gut zur Behandlung der Symptome, sie beseitigen aber häufig nicht die eigentliche Ursache.“ 

Der Arztbesuch wird nötig, sollten sich die Beschwerden mit oben genannten Maßnahmen nicht beheben lassen und die Hämorrhoiden trotz der Hausmittel größer werden. Eine operative Entfernung der Hämorrhoiden[6] oder eine Verödung der Gefäße könnte dann nötig werden. Ihr Arzt wird Sie individuell beraten.

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Hausapotheke (www.t-online.de)
  3. ^ Haut (www.t-online.de)
  4. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  5. ^ Hausmittel (www.t-online.de)
  6. ^ operative Entfernung der Hämorrhoiden (www.t-online.de)

Hämorrhoiden: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Hämorrhoiden[1] sind für viele ein peinliches Tabuthema. Dabei ist laut Schätzungen fast jeder Dritte über 30 Jahren und sogar jeder Zweite über 50 Jahren von Hämorrhoidalleiden betroffen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen der Erkrankung zugrunde liegen können, bei welchen Symptomen und Beschwerden Sie zum Arzt gehen sollten, wie die Diagnose abläuft und wie das Leiden behandelt wird.

Leiden Sie an Hämorrhoiden?
Ja, ich habe da starke Probleme.
Hin und wieder zwickt es.
Nein, damit hatte ich noch nie zu tun.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden, oder auch Hämorriden, sind die ringförmigen Blutgefäßpolster am After und dienen dazu, den Darm gut abzudichten. „Jeder Mensch hat diese Polster. Sie dichten den Enddarm nach außen ab und verhindern, dass Stuhlreste austreten“, erklärt Prof. Alexander Herold vom End- und Dickdarm-Zentrum in Mannheim.

Zu Hämorrhoidenleiden (im Volksmund jedoch zumeist einfach der Begriff „Hämorrhoiden“ genutzt) kommt es, wenn die ringförmigen Blutgefäßpolster am After krankhaft vergrößert sind. „Wenn auf die Blutgefäße längere Zeit Druck ausgeübt wird, kann das Blut nicht mehr abfließen, die Adern erweitern sich, und ihr zartes Bindegewebe leiert aus.“ In der Folge dringt Flüssigkeit aus dem unteren Mastdarm nach außen, so dass die Haut[2] am After juckt, brennt und blutet.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)
[3]

Symptome: Diese Anzeichen deuten auf Hämorrhoiden hin

Der Beginn einer Hämorrhoiden-Erkrankung ist oftmals symptomfrei und bereitet selten schwere Schmerzen[4], da „Hämorrhoiden von einer Darmschleimhaut überzogen sind, die keine Schmerznerven hat“, sagt Bernhard Lenhard von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG).

Mehr zum Thema

Oft wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn folgende Symptome zusätzlich eintreten:

  • Spuren von hellrotem Blut beim Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier
  • Brennende Schmerzen
  • Juckreiz am After
  • Nässe im Analbereich
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Druckgefühl
  • Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • Nachschmieren von Stuhl

Schmerzfreie Untersuchung und Diagnose: Keine Angst vor dem Arztbesuch

Besonders bei Blut im Stuhl sollten Sie einen Proktologen (Facharzt für Enddarmerkrankungen) aufsuchen. „Allein schon deshalb, um rechtzeitig andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen“, erklärt Lenhard.  „Darmkrebs[5] zum Beispiel verursacht ganz ähnliche Beschwerden.“

Zunächst tastet der Arzt den Enddarm vorsichtig mit einem Finger aus. „So kann man knotige Veränderungen oder Einengungen fühlen sowie Druck und Spannung des Schließmuskels überprüfen“, sagt Bernhard Strittmatter, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (Spezialisten für Dick- und Enddarmleiden). „Das weiche Gewebe der Hämorrhoiden kann man meist aber nicht tasten.“

Deshalb wird im Anschluss ein Proktoskop in den Analkanal eingeführt. Das ist ein dünnes Metallrohr mit einer Beleuchtung an der Spitze, mit dem der Arzt das Innere des Enddarms genau betrachten kann. „Bei Blutungen[6], die sich nicht durch den Befund im Enddarm erklären lassen, sollte vorsichtshalber auch der dahinterliegende Mastdarm und gegebenenfalls der gesamte Dickdarm untersucht werden.

Vier Hämorrhoiden-Stadien: Schnell handeln

Warten macht alles nur schlimmer – denn bleiben Hämorrhoiden unbehandelt, werden sie im Laufe der Zeit größer und müssen im schlimmsten Fall operativ entfernt werden. Mediziner unterscheiden dabei vier Stadien der Erkrankung, die über die Behandlungsmethode der Hämorrhoiden[7] entscheiden:

Schweregrad Symptome
Grad 1 Die Hämorrhoiden sind nur per Darmspiegelung zu erkennen. Es zeigen sich leichte bis keine Symptome.
Grad 2 Beim Pressen wölben sich die Hämorrhoiden nach außen, danach ziehen sie sich aber wieder zurück. Sie sind vergrößert und hinterlassen ein unangenehmes Fremdkörpergefühl.
Grad 3 Die Hämorrhoiden ziehen sich nicht wieder automatisch zurück, und es muss mit den Fingern nachgeholfen werden.
Grad 4 Die angeschwollenen Gefäßpolster lassen sich auch mit den Fingern nicht wieder zurückschieben. Das Fremdkörpergefühl hält an, zusätzlich können Nässen und Schmerzen auftreten. Ist der Darmausgang beschädigt, kann es ebenfalls zu leichter Inkontinenz kommen.

(Quelle: apotheken-umschau.de)

Ursachen: Die Gründe für die Entstehung von Hämorrhoiden sind vielfältig

  • Heftiges Pressen beim Stuhlgang ist einer der häufigsten Gründe für Hämorrhoidalleiden. „Man sollte nur dann auf Toilette gehen, wenn man auch wirklich muss“, so der Experte.
  • Langes Verweilen auf dem Klo belastet den Beckenboden. Ausgiebiges Zeitunglesen auf der Toilette sollten Sie deshalb vermeiden.
  • Verstopfungen – häufig die Folge einer ballaststoffarmen Ernährung[8].
  • Genetisch bedingte Bindegewebsschwäche.
  • Schwangerschaft[9]

Behandlung und Hausmittel: So lindern Sie die Beschwerden

Was können Sie bei Hämorrhoiden tun?[10] Zur Linderung der Beschwerden empfehlen Therapeuten u.a.:

  • Warme Sitzbäder
  • Cremes, Salben oder Zäpfchen
  • Feuchte Umschläge z.B. mit Kamille oder Quark
  • Ballaststoffreiche Ernährung, sowie Obst und Gemüse
  • Richtiges Toilettenverhalten: Pressen und lange Sitzungen vermeiden
  • Richtige Reinigung nach dem Stuhlgang: mit lauwarmen Wasser oder feuchtes Toilettenpapier ohne Chemikaline
  • Hämorrhoiden-Kissen

Welches Hausmittel sich als das Beste bewährt hat und welche weiteren Maßnahmen zur Behandlung von Hämorrhoiden existieren, erfahren Sie hier.[11]

Hämorrhoiden vorbeugen: Gesunde Ernährung und viel Bewegung

Da Hämorrhoidenleiden nicht immer von äußeren Faktoren, sondern auch oft durch genetisch bedingte Faktoren wie Bindegewebsschwäche ausgelöst wird, ist eine 100 prozentige Vorbeugung leider nicht möglich.

Folgende Maßnahmen helfen jedoch, die Wahrscheinlichkeit von Hämorrhoiden zu senken:

  • Ballaststoffreiches Essen, z.B. Müsli, Vollkornnudeln oder Naturreis
  • Frisches Obst und Gemüse
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr[12], mindestens zwei Liter am Tag
  • Regelmäßige Bewegung und Sport
  • Vermeiden von Übergewicht
  • Nur nötigen Stuhlgang

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Haut (www.t-online.de)
  3. ^ Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik) (www.t-online.de)
  4. ^ Schmerzen (www.t-online.de)
  5. ^ Darmkrebs (www.t-online.de)
  6. ^ Blutungen (www.t-online.de)
  7. ^ Behandlungsmethode der Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  8. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  9. ^ Schwangerschaft (www.t-online.de)
  10. ^ Was können Sie bei Hämorrhoiden tun? (www.t-online.de)
  11. ^ hier. (www.t-online.de)
  12. ^ Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (www.t-online.de)

Hämorrhoiden: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Hämorrhoiden[1] sind für viele ein peinliches Tabuthema. Dabei ist laut Schätzungen fast jeder Dritte über 30 Jahren und sogar jeder Zweite über 50 Jahren von Hämorrhoidalleiden betroffen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen der Erkrankung zugrunde liegen können, bei welchen Symptomen und Beschwerden Sie zum Arzt gehen sollten, wie die Diagnose abläuft und wie das Leiden behandelt wird.

Leiden Sie an Hämorrhoiden?
Ja, ich habe da starke Probleme.
Hin und wieder zwickt es.
Nein, damit hatte ich noch nie zu tun.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden, oder auch Hämorriden, sind die ringförmigen Blutgefäßpolster am After und dienen dazu, den Darm gut abzudichten. „Jeder Mensch hat diese Polster. Sie dichten den Enddarm nach außen ab und verhindern, dass Stuhlreste austreten“, erklärt Prof. Alexander Herold vom End- und Dickdarm-Zentrum in Mannheim.

Zu Hämorrhoidenleiden (im Volksmund jedoch zumeist einfach der Begriff „Hämorrhoiden“ genutzt) kommt es, wenn die ringförmigen Blutgefäßpolster am After krankhaft vergrößert sind. „Wenn auf die Blutgefäße längere Zeit Druck ausgeübt wird, kann das Blut nicht mehr abfließen, die Adern erweitern sich, und ihr zartes Bindegewebe leiert aus.“ In der Folge dringt Flüssigkeit aus dem unteren Mastdarm nach außen, so dass die Haut[2] am After juckt, brennt und blutet.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)
[3]

Symptome: Diese Anzeichen deuten auf Hämorrhoiden hin

Der Beginn einer Hämorrhoiden-Erkrankung ist oftmals symptomfrei und bereitet selten schwere Schmerzen[4], da „Hämorrhoiden von einer Darmschleimhaut überzogen sind, die keine Schmerznerven hat“, sagt Bernhard Lenhard von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG).

Mehr zum Thema

Oft wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn folgende Symptome zusätzlich eintreten:

  • Spuren von hellrotem Blut beim Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier
  • Brennende Schmerzen
  • Juckreiz am After
  • Nässe im Analbereich
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Druckgefühl
  • Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • Nachschmieren von Stuhl

Schmerzfreie Untersuchung und Diagnose: Keine Angst vor dem Arztbesuch

Besonders bei Blut im Stuhl sollten Sie einen Proktologen (Facharzt für Enddarmerkrankungen) aufsuchen. „Allein schon deshalb, um rechtzeitig andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen“, erklärt Lenhard.  „Darmkrebs[5] zum Beispiel verursacht ganz ähnliche Beschwerden.“

Zunächst tastet der Arzt den Enddarm vorsichtig mit einem Finger aus. „So kann man knotige Veränderungen oder Einengungen fühlen sowie Druck und Spannung des Schließmuskels überprüfen“, sagt Bernhard Strittmatter, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (Spezialisten für Dick- und Enddarmleiden). „Das weiche Gewebe der Hämorrhoiden kann man meist aber nicht tasten.“

Deshalb wird im Anschluss ein Proktoskop in den Analkanal eingeführt. Das ist ein dünnes Metallrohr mit einer Beleuchtung an der Spitze, mit dem der Arzt das Innere des Enddarms genau betrachten kann. „Bei Blutungen[6], die sich nicht durch den Befund im Enddarm erklären lassen, sollte vorsichtshalber auch der dahinterliegende Mastdarm und gegebenenfalls der gesamte Dickdarm untersucht werden.

Vier Hämorrhoiden-Stadien: Schnell handeln

Warten macht alles nur schlimmer – denn bleiben Hämorrhoiden unbehandelt, werden sie im Laufe der Zeit größer und müssen im schlimmsten Fall operativ entfernt werden. Mediziner unterscheiden dabei vier Stadien der Erkrankung, die über die Behandlungsmethode der Hämorrhoiden[7] entscheiden:

Schweregrad Symptome
Grad 1 Die Hämorrhoiden sind nur per Darmspiegelung zu erkennen. Es zeigen sich leichte bis keine Symptome.
Grad 2 Beim Pressen wölben sich die Hämorrhoiden nach außen, danach ziehen sie sich aber wieder zurück. Sie sind vergrößert und hinterlassen ein unangenehmes Fremdkörpergefühl.
Grad 3 Die Hämorrhoiden ziehen sich nicht wieder automatisch zurück, und es muss mit den Fingern nachgeholfen werden.
Grad 4 Die angeschwollenen Gefäßpolster lassen sich auch mit den Fingern nicht wieder zurückschieben. Das Fremdkörpergefühl hält an, zusätzlich können Nässen und Schmerzen auftreten. Ist der Darmausgang beschädigt, kann es ebenfalls zu leichter Inkontinenz kommen.

(Quelle: apotheken-umschau.de)

Ursachen: Die Gründe für die Entstehung von Hämorrhoiden sind vielfältig

  • Heftiges Pressen beim Stuhlgang ist einer der häufigsten Gründe für Hämorrhoidalleiden. „Man sollte nur dann auf Toilette gehen, wenn man auch wirklich muss“, so der Experte.
  • Langes Verweilen auf dem Klo belastet den Beckenboden. Ausgiebiges Zeitunglesen auf der Toilette sollten Sie deshalb vermeiden.
  • Verstopfungen – häufig die Folge einer ballaststoffarmen Ernährung[8].
  • Genetisch bedingte Bindegewebsschwäche.
  • Schwangerschaft[9]

Behandlung und Hausmittel: So lindern Sie die Beschwerden

Was können Sie bei Hämorrhoiden tun?[10] Zur Linderung der Beschwerden empfehlen Therapeuten u.a.:

  • Warme Sitzbäder
  • Cremes, Salben oder Zäpfchen
  • Feuchte Umschläge z.B. mit Kamille oder Quark
  • Ballaststoffreiche Ernährung, sowie Obst und Gemüse
  • Richtiges Toilettenverhalten: Pressen und lange Sitzungen vermeiden
  • Richtige Reinigung nach dem Stuhlgang: mit lauwarmen Wasser oder feuchtes Toilettenpapier ohne Chemikaline
  • Hämorrhoiden-Kissen

Welches Hausmittel sich als das Beste bewährt hat und welche weiteren Maßnahmen zur Behandlung von Hämorrhoiden existieren, erfahren Sie hier.[11]

Hämorrhoiden vorbeugen: Gesunde Ernährung und viel Bewegung

Da Hämorrhoidenleiden nicht immer von äußeren Faktoren, sondern auch oft durch genetisch bedingte Faktoren wie Bindegewebsschwäche ausgelöst wird, ist eine 100 prozentige Vorbeugung leider nicht möglich.

Folgende Maßnahmen helfen jedoch, die Wahrscheinlichkeit von Hämorrhoiden zu senken:

  • Ballaststoffreiches Essen, z.B. Müsli, Vollkornnudeln oder Naturreis
  • Frisches Obst und Gemüse
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr[12], mindestens zwei Liter am Tag
  • Regelmäßige Bewegung und Sport
  • Vermeiden von Übergewicht
  • Nur nötigen Stuhlgang

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Haut (www.t-online.de)
  3. ^ Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik) (www.t-online.de)
  4. ^ Schmerzen (www.t-online.de)
  5. ^ Darmkrebs (www.t-online.de)
  6. ^ Blutungen (www.t-online.de)
  7. ^ Behandlungsmethode der Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  8. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  9. ^ Schwangerschaft (www.t-online.de)
  10. ^ Was können Sie bei Hämorrhoiden tun? (www.t-online.de)
  11. ^ hier. (www.t-online.de)
  12. ^ Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (www.t-online.de)

Hämorrhoiden bei Kindern: Symptome und Ursachen

Hämorrhoiden[1] bei Kindern sind zwar außerordentlich selten – aber nicht ausgeschlossen. Zudem können in jungen Jahren auch andere Beschwerden im Analbereich auftreten, die teilweise ähnliche Symptome aufweisen wie Hämorrhoiden.

Mehr zum Thema

Hämorrhoiden: Kinder zeigen extrem selten Symptome

Hämorrhoiden bei Kindern treten sehr selten auf: Das Gesundheitsportal „Lifeline“ zitiert dazu Prof. Dr. med. Klaus-Peter Zimmer vom Universitätsklinikum Giessen, der von 2003 bis 2007 auch erster Vorsitzender der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung[2] (GPGE) war. In fast 15 Jahren als Magen-Darm-Arzt für Kinder[3] habe er nur einen Fall von Hämorrhoiden bei Kindern behandelt, so Prof. Zimmer.

Prolaps, Analfissur: Symptome ähneln Hämorrhoiden

Weniger selten als Hämorrhoiden bei Kindern treten Beschwerden wie ein Prolaps oder eine Fissur im Analbereich auf. Beide zeigen jedoch ähnliche Symptome: Ein Prolaps bedeutet einen temporären Austritt der Darmschleimhaut aus dem After. Bei der Analfissur reißt die Schleimhaut ein, was zu Blut im Stuhl führen kann. Eltern sollten in beiden Fällen den Kinderarzt aufsuchen – und zum Vorbeugen auf eine gesunde Ernährung ihres Kindes achten.

Foto-Serie mit 7 Bildern

Hämorrhoiden bei Kindern: Ursachen

Mögliche Ursachen für Hämorrhoiden bei Kindern sind vor allem Verstopfung und zu starkes Pressen. Bis zu zehn Prozent aller Kinder haben laut Prof. Zimmer Verstopfung. Oft trinken sie zu wenig, machen nicht genug Sport oder ernähren sich ungesund, was die gesunde Verdauung erschwert und ein Hämorrhoidalleiden begünstigt.
[4]

Behandlung von Hämorrhoiden beim Kleinkind

Um Hämorrhoiden bei ihren Kindern vorzubeugen, sollten Eltern ebenfalls auf genügend Analhygiene achten. Bei kleinen Wunden etwa sollte der Po gründlich abgewaschen werden, wie Zimmer empfiehlt. Auch sollten Kinder nicht zu zu starkem Pressen beim Stuhlgang aufgefordert werden.

Die Behandlung von Hämorrhoiden bei Kindern zielt daher vor allem darauf ab, den Stuhlgang zu erleichtern – insbesondere durch eine Umstellung des Lebenswandels hin zu gesünderen Ernährungsgewohnheiten.
[5]

Für die akute Therapie kommen dagegen vor allem Hämorrhoiden-Salben[6] infrage, die Entzündungen hemmen können. Neben den Salben aus der Apotheke können auch Hausmittel[7] wie zum Beispiel Sitzbäder mit Kamillenextrakten helfen.

Wichtig ist es auch, Kinder nicht unter Druck zu setzen: Zu häufige Arztbesuche können belastend sein für kleine Patienten. 

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  3. ^ Kinder (www.t-online.de)
  4. ^ Verdauung (www.t-online.de)
  5. ^ gesünderen Ernährungsgewohnheiten (www.t-online.de)
  6. ^ Hämorrhoiden-Salben (www.t-online.de)
  7. ^ Hausmittel (www.t-online.de)

Hämorrhoiden bei Kindern: Symptome und Ursachen

Hämorrhoiden[1] bei Kindern sind zwar außerordentlich selten – aber nicht ausgeschlossen. Zudem können in jungen Jahren auch andere Beschwerden im Analbereich auftreten, die teilweise ähnliche Symptome aufweisen wie Hämorrhoiden.

Mehr zum Thema

Hämorrhoiden: Kinder zeigen extrem selten Symptome

Hämorrhoiden bei Kindern treten sehr selten auf: Das Gesundheitsportal „Lifeline“ zitiert dazu Prof. Dr. med. Klaus-Peter Zimmer vom Universitätsklinikum Giessen, der von 2003 bis 2007 auch erster Vorsitzender der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung[2] (GPGE) war. In fast 15 Jahren als Magen-Darm-Arzt für Kinder[3] habe er nur einen Fall von Hämorrhoiden bei Kindern behandelt, so Prof. Zimmer.

Prolaps, Analfissur: Symptome ähneln Hämorrhoiden

Weniger selten als Hämorrhoiden bei Kindern treten Beschwerden wie ein Prolaps oder eine Fissur im Analbereich auf. Beide zeigen jedoch ähnliche Symptome: Ein Prolaps bedeutet einen temporären Austritt der Darmschleimhaut aus dem After. Bei der Analfissur reißt die Schleimhaut ein, was zu Blut im Stuhl führen kann. Eltern sollten in beiden Fällen den Kinderarzt aufsuchen – und zum Vorbeugen auf eine gesunde Ernährung ihres Kindes achten.

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Hämorrhoiden bei Kindern: Ursachen

Mögliche Ursachen für Hämorrhoiden bei Kindern sind vor allem Verstopfung und zu starkes Pressen. Bis zu zehn Prozent aller Kinder haben laut Prof. Zimmer Verstopfung. Oft trinken sie zu wenig, machen nicht genug Sport oder ernähren sich ungesund, was die gesunde Verdauung erschwert und ein Hämorrhoidalleiden begünstigt.
[4]

Behandlung von Hämorrhoiden beim Kleinkind

Um Hämorrhoiden bei ihren Kindern vorzubeugen, sollten Eltern ebenfalls auf genügend Analhygiene achten. Bei kleinen Wunden etwa sollte der Po gründlich abgewaschen werden, wie Zimmer empfiehlt. Auch sollten Kinder nicht zu zu starkem Pressen beim Stuhlgang aufgefordert werden.

Die Behandlung von Hämorrhoiden bei Kindern zielt daher vor allem darauf ab, den Stuhlgang zu erleichtern – insbesondere durch eine Umstellung des Lebenswandels hin zu gesünderen Ernährungsgewohnheiten.
[5]

Für die akute Therapie kommen dagegen vor allem Hämorrhoiden-Salben[6] infrage, die Entzündungen hemmen können. Neben den Salben aus der Apotheke können auch Hausmittel[7] wie zum Beispiel Sitzbäder mit Kamillenextrakten helfen.

Wichtig ist es auch, Kinder nicht unter Druck zu setzen: Zu häufige Arztbesuche können belastend sein für kleine Patienten. 

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  3. ^ Kinder (www.t-online.de)
  4. ^ Verdauung (www.t-online.de)
  5. ^ gesünderen Ernährungsgewohnheiten (www.t-online.de)
  6. ^ Hämorrhoiden-Salben (www.t-online.de)
  7. ^ Hausmittel (www.t-online.de)

Darmkrebs: Viele junge Patienten werden fälschlich auf Hämorrhoiden behandelt

Auch viele jüngere Menschen betroffen: Häufige Fehldiagnose: Wenn hinter Hämorrhoiden in Wahrheit Krebs steckt

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Jahr für Jahr erkranken über 60.000 Deutsche neu an Darmkrebs – und noch immer stirbt fast die Hälfte. Betroffen sind nicht nur Ältere. Das Risiko steigt auch für Menschen zwischen 20 und 34 Jahren stetig an. Viele werden fälschlicherweise jahrelang auf Hämorrhoiden behandelt.

Das Thema Darmkrebs ist in der Bevölkerung angekommen. Aber seitens des Gesundheitswesens hört man bisher wenig, wie man gedenkt, die Darmkrebsvorsorge weiterzuentwickeln[1] und erfolgreicher zu machen. Auch die Forschung interessiert sich nur begrenzt für das Thema Darmkrebsvorsorge.

Welche Vorsorge-Tests sich eignen – und welche nicht

Wenigstens wurde jetzt endlich der guajakbasierte Stuhlbluttest durch den immunchemischen Stuhltest ersetzt. Mehr als 40 Jahre hat sich beim Thema Stuhltest nichts bewegt. Wir sind eines der letzten Länder im europäischen Raum, das den dreimal sensitiveren immunchemischen Test einführt. Die Hürden zur Teilnahme sind hoch, was sich vermutlich in einer niedrigen Teilnahmequote niederschlagen wird.

Über die Gastautorin

Christa Maar ist geschäftsführender Vorstand der Felix Burda Stiftung. 2001 gründete sie die Stiftung gemeinsam mit Verleger Hubert Burda. Seit 2001 setzt sich die Stiftung für die Darmkrebsprävention ein. 2002 hat sie damit begonnen, das Thema verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen, und hat den ersten nationalen Darmkrebsmonat im Monat März initiiert. An diesem haben sich sofort zahlreiche Organisationen und vor allem auch viele Medien beteiligt. Der Aktionsmonat findet seither jedes Jahr statt.

Disclaimer: FOCUS Online ist Teil von Hubert Burda Media.

Der Versicherte hat sozusagen eine Informationspflicht. Er muss schon wissen, dass es das neue Angebot gibt und wo er es erhält. Es wird erwartet, dass er sich den Test in einer Arztpraxis abholt, und wenn er ihn gemacht hat, auch dorthin wieder zurückbringt, und das möglichst schnell, weil der Test bei längerem Liegen ungenau wird.

Der Arzt schickt den Test ins Labor, das Labor meldet dem Arzt das Ergebnis, der Arzt meldet das Ergebnis an den Versicherten und so weiter. Dabei müsste man nur einmal über die Grenze nach Holland[2] schauen, um zu sehen, wie man es besser machen kann. Dort werden dem anspruchsberechtigten Versicherten zusammen mit dem Schreiben, das ihn zum Screening einlädt, ein immunchemischer Test plus ein vorfrankierter Umschlag für den Versand ans Labor per Post zugeschickt. Der Lohn sind Teilnahmeraten von über 70 Prozent. Davon können wir in Deutschland bislang nur träumen.   

Immer mehr Patienten unter 50 Jahre

Das Thema familiäres und erbliches Risiko für Darmkrebs[3] ist in Deutschland bislang überhaupt noch nicht angekommen. Die Studien, die die Relevanz des Themas belegen, kommen alle aus den USA. Dort hat man festgestellt, dass 15 Prozent der Darmkrebserkrankungen unterhalb der Altersschwelle von 50 Jahren auftreten, ab der die Vorsorgeprogramme für Menschen mit normalem Risiko angeboten werden.

Für die Hochrisikogruppe unter 50 gibt es gegenwärtig bei uns keine Überlegungen für wirksame Früherkennungsangebote. Und das, obwohl sie dauernd wächst, laut Robert Koch Institut in den zurückliegenden 20 Jahren bei der Altersgruppe der 20 bis 34-Jährigen sogar um 168 Prozent.

An diesem Anstieg ist wesentlich, wenn auch nicht ausschließlich, das familiäre Risiko beteiligt. Das beginnt bereits mit einem Erkrankten in der Familie, der durch die eigene Erkrankung ein erhöhtes Risiko an alle direkt mit ihm verwandten Personen weitergibt. Da es das Thema in Deutschland bisher nicht gibt, denken weder die Betroffenen selbst noch die Ärzte an Darmkrebs, wenn ein 20- oder 30-jähriger Patient mit Symptomen in der Praxis erscheint.

Häufig werden junge Patienten zunächst falsch behandelt

Oft werden solche Patienten monate- oder jahrelang auf Hämorrhoiden[4] behandelt, bis es für das frühe Erkennen des vorhandenen Karzinoms zu spät ist. Wir brauchen für diese Hochrisikogruppe völlig andere Maßnahmen zur Früherkennung als die für die Normalbevölkerung vorgesehenen, und sie müssen vor allem im frühen Erwachsenenalter eingesetzt werden. Ich finde es beschämend, dass es in einem reichen Land wie Deutschland, in dem so viel Geld ins Gesundheitswesen fließt, keinen gesetzlichen Anspruch auf vorgezogene Früherkennung und die Bezahlung einer Vorsorgekoloskopie gemäß der Empfehlungen der Leitlinie gibt.

Wie kann man also die Früherkennung bei dieser Risikogruppe mit familiärer und erblicher Belastung verbessern? Es gibt keine kontrollierten, doppelblinden und randomisierten Studien, die uns den Weg weisen. Aber es liegt auf der Hand, und jeder Arzt, der mit solchen Personen und Familien zu tun hat, kann bestätigen, dass der Familienanamnese die Schlüsselrolle zukommt.

Eine Studie in deutschen Hausarzt-Praxen zeigt, dass der Arzt nur 14 Patienten im Alter von 40 bis 54 Jahren mit einem standardisierten Fragebogen befragen muss, um einen Patienten zu identifizieren, in dessen Familie es mindestens einen Fall von Darmkrebs gibt.

Welches Familienmitglied hat das Risiko geerbt?

Ab Oktober 2017 wird bayernweit ein Modellprojekt durchgeführt, um Patienten im Alter von 25 bis 50 Jahren in Arztpraxen verschiedener Fachrichtungen gezielt nach Darmkrebs in der Familie zu befragen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ist bei diesem Projekt federführend. Die bayerischen Krankenkassen, die Felix Burda Stiftung und die Universität München[5] sind Projektpartner, die bestimmte Aufgaben übernehmen. Die Finanzierung erfolgt über den Innovationsfonds. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass sich ein flächendeckendes Projekt der Erforschung der Vorsorge für diese Risikogruppe widmet.

Wenn so eine Familienanamnese dann positiv ausfällt, sollten Betroffene dann über risikoangepasste Vorsorgemaßnahmen[6] informiert werden. Dafür gibt es eine wissenschaftliche Leitlinie. Sie orientiert sich an Alter und Zahl der in der Familie an Darmkrebserkrankten. Ergibt sich aus der Familienanamnese der Verdacht auf ein erbliches Risiko, kann mittels eines genetischen Tests festgestellt werden, wer in der Familie das Risiko geerbt hat und wer nicht.

Bei Vorliegen eines erblichen Risikos wird geraten, sich ab dem Alter von 25 Jahren regelmäßig endoskopisch untersuchen zu lassen. Die Leitlinien sind seit langem existent, das Procedere ist bekannt, es ist jedoch nie in die Regelversorgung eingegangen. Wer ein familiäres Risiko für Darmkrebs hat, muss schon von sich aus darauf kommen und sich informieren, ab wann und wie er vorsorgen muss.

Die Zukunft der Darmkrebsvorsorge

Die Zukunft liegt in der personalisierten Prädiktion, das heißt in Tests, die in Verbindung mit der Familienanamnese oder auch allein aussagekräftig für das Vorliegen eines erhöhten Risikos  und die vor allem unkompliziert durchführbar sind. Präventive Maßnahmen können dann an das individuelle Risiko angepasst werden.

Es gibt gegenwärtig eine ganze Reihe neuartiger Ansätze zur Prädiktion. Einige wurden beim Symposium „Innovations in Oncology“ am 26. bis 27. Juni im DKFZ in Heidelberg vorgestellt, zum Beispiel ein Atemtest und ein Big-Data-Test aus Israel[9]. Letzterer gleicht bestimmte persönliche Daten mit Daten aus einer umfangreichen Datenbank ab und erstellt so ein individuelles Risikoprofil für Darmkrebs.  Ein weiterer Ansatz befasst sich mit der Analyse des Darm-Mikrobioms.

Wir wissen heute, dass die Zusammensetzung der Bakterien im Darm das Entstehen von Adenomen und Karzinomen beeinflusst. Entsprechend lässt sich daraus auch ein erhöhtes Risiko ableiten.  Klar ist aber auch, dass man bei der personalisierten Prädiktion Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und Diabetes[10] mit einbeziehen muss. Das Ergebnis solcher Prädiktionsmodelle könnte sein, dass die Durchführung der Koloskopie sich auf solche Personen beschränken lässt, bei denen die prädiktive Analyse ein erhöhtes Risiko ergeben hat.   

Den Darmkrebs eliminieren

Gegenwärtig kümmern wir uns vornehmlich um Menschen, die den Darmkrebs schon haben. Es fließt viel Geld in Therapien, die das Leben ein wenig verlängern helfen, die aber nicht heilen können. Jahr für Jahr erkranken über 60.000 unserer Mitbürger neu an Darmkrebs und noch immer stirbt fast die Hälfte, weil der Krebs erst im metastasierten Stadium erkannt wurde.

Angesichts der Tatsache, dass Darmkrebs fast der einzige Krebs ist, der sich durch Vorsorge nahezu komplett verhindern lässt, sollte es eine nationale Anstrengung unter Mitwirkung der Bundesregierung mit dem Fokus auf Prävention geben.  „How to eliminate Colon Cancer“? Die Lösung kann meines Erachtens nur heißen: Mehr und bessere und nutzerfreundlichere Präventionsmaßnahmen gekoppelt mit personalisierter Risikoprädiktion.

Was wir benötigen, ist gezielte Forschung zu den relevanten Themen. Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen  – aus Medizin, Molekularbiologie, Informationstechnologie,  Physik, um nur einige zu nennen – sollten diese Themen gemeinsam beforschen. Für die Erforschung der Ursachen des  Darmkrebsanstiegs bei den Unterfünfzigjährigen könnte eine Initiative aus den USA als Vorbild dienen. Bereits zum dritten Mal fand in New York[11] in diesem Jahr ein Summit  von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen zum Thema „Early Age Onset Colorectal Cancer“ statt.

Neben Themen der Epidemiologie, der Diagnostik und Behandlung diente das Treffen vor allem zum Austausch von Wissen sowie zur Identifikation von Wissenslücken. Darüber hinaus wurde die gesamte wissenschaftliche Evidenz zu den Themen Risikoreduktion und Früherkennung zusammengestellt. Was wir für die Eliminierung von Darmkrebs brauchen, ist einerseits eine vernetzte Forschung und andererseits einen übergreifenden staatlichen Willen zur Prävention. Die Prävention, insbesondere die des weit verbreiteten Darmkrebs, muss einen anderen Stellenwert bekommen. Das bedeutet natürlich auch, dass Forschungsgelder bereitgestellt werden müssen. Ziel sollte eine am individuellen Risiko orientierte Darmkrebsvorsorge sein. So könnten wir es schaffen, diese Krebserkrankung zu eliminieren.

Im Video: Viele kennen den Geruch aus dem Garten: Forscher bekämpfen Krebs mit Duftstoff