Inkontinenz ist behandelbar | Nachrichten aus der Landeshauptstadt Düsseldorf

Ein Tabuthema stand im Mittelpunkt des jüngsten Gesundheitsforums im Maxhaus: „Inkontinenz ist behandelbar. Damit das Wollen wieder das Müssen bestimmt“ lautete der Titel der Veranstaltung des Verbunds Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) in Zusammenarbeit mit der NRZ und dem Rhein Boten, zu der mehr als 120 interessierte Zuhörer kamen.

Ein Tabuthema stand im Mittelpunkt des jüngsten Gesundheitsforums im Maxhaus: „Inkontinenz ist behandelbar. Damit das Wollen wieder das Müssen bestimmt“ lautete der Titel der Veranstaltung des Verbunds Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) in Zusammenarbeit mit der NRZ und dem Rhein Boten, zu der mehr als 120 interessierte Zuhörer kamen.

Die Experten des zertifizierten Beckenbodenzentrums am Marien Hospital Düsseldorf unter Leitung von Dr. Sidi Muctar erklärten, wie sie im Team zusammenarbeiten, um weiblichen und männlichen Patienten zu helfen, ihre Erkrankung zu beherrschen. Ein Überblick über wichtige Fragen und Antworten.

Wie verbreitet ist Inkontinenz?

„Schätzungen gehen davon aus, dass jeder zehnte Mann und jede vierte Frau im Laufe des Lebens Erfahrungen mit Harninkontinenz machen“, sagt Professor Theodor Königshausen, Ärztlicher Direktor des Verbunds Katholischer Kliniken (VKKD). Mit zunehmendem Alter wächst laut Königshausen die Wahrscheinlichkeit, inkontinent zu werden: „Bereits ab 40 Jahren leidet jede vierte Frau zumindest zeitweise an unfreiwilligem Harnverlust oder Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung.“

Welche Ursachen stecken dahinter?

„Es gibt eine Reihe von Gründen“, sagt Dr. Salima Nachite-Berges, Oberärztin der Klinik für Urologie am Marien Hospital Düsseldorf. Dazu zählt nach ihren Worten eine Schließmuskelschwäche, die im Lauf der Jahre auftreten kann. Allerdings kann auch die Anatomie des kleinen Beckens oder die Koordination von Schließ- und Blasenmuskel gestört sein.

Auch werden neurologische Signale nicht immer richtig übermittelt und zudem kann Inkontinenz die Folge von Operationen im kleinen Becken sein. Infektionen, Medikamente oder Tumorerkrankungen sind weitere mögliche Ursachen. „Mancher merkt seinen Harnverlust gar nicht, andere wiederum werden überfallartig von einem Drang gepackt“, beschreibt Dr. Nachite-Berges die unterschiedlichen Symptome. Nach einer ausführlichen Diagnostik folgt zunächst eine konservative Therapie, zu der eine Elektrostimulation der Blase ebenso gehören kann wie die Gabe von Medikamenten und Beckenbodengymnastik. „Das ist die Basis – auch wenn später eventuell operative Eingriffe nötig werden sollten. Hilfreich ist dabei zum Beispiel das Spritzen von Botox. Das Botulinumtoxin kann die überaktive Blase zur Ruhe bringen.“, sagt die Urologin.

Wie kann man feststellen, ob eine Beckenbodenschwäche der Grund ist?

„Schon junge Frauen können unter einer Beckenbodenschwäche leiden, die dazu führt, dass sie nicht mehr normal zur Toilette gehen können“, erklärt Dr. Ion-André Müller-Funogea, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Marien Hospital Düsseldorf. Den Ursachen kommt der Experte unter anderem mit Untersuchungen der Vagina, Tests mit voller Blase oder nach der Entleerung sowie einem Beckenboden-Ultraschall auf die Spur. Die neueste Untersuchungsmethode ist eine dynamische Becken-Magnetresonanztomografie (MRT), mit welcher die Blase bei der Entleerung beobachtet werden kann.

Im Zentrum der Therapie steht ein hilfreiches Muskeltraining. Wenn solche konservativen Methoden nicht fruchten, kann beispielsweise durch den Chirurgen ein Gewebeband unter die Harnröhre gelegt werden. „Beckenschmerzen mit Dranggefühlen können durch eine gezielte Operation der Aufhängung der Scheidenwände und der Gebärmutter geheilt werde“, sagt Dr. Sidi Muctar, Leiter des Beckenbodenzentrums. „Seit zwei Jahren führen wir diese neue Operation durch. Die Mehrheit betroffenen Patientinnen ist danach zufrieden.“

Was ist eine Stuhlinkontinenz?

„Es ist die Unfähigkeit, seinen Stuhlabgang oder Winde willkürlich zurückzuhalten“, sagt Jens Plambeck, Oberarzt in der Klinik für Chirurgie im Marien Hospital Düsseldorf. In Deutschland werden mehr als fünf Millionen Betroffene vermutet, Frauen sind laut Plambeck fünf Mal häufiger betroffen als Männer. Aus einer Vielfalt von Ursachen – von einem Schlaganfall über Hämorrhoiden und Entzündungen bis zu Medikamenten – muss der Spezialist die richtige durch Gespräche, Untersuchungen und mithilfe bildgebender Verfahren herausfinden.

Helfen konservative Therapien wie Beckenbodengymnastik nicht, kann ein Schrittmacher eine gute Möglichkeit sein, die Erkrankung zu beherrschen.

Wie kann der Beckenboden geschützt werden?

„Die Übungen der Beckenbodengymnastik lassen sich gut in den Alltag einbauen, wenn man sie in einem Kurs bei einem ausgebildeten Therapeuten gelernt hat“, sagt Physiotherapeutin Lisanne Loges. Dort erfahren Teilnehmer beispielsweise, wie sie beim Niesen oder beim Stuhlgang das Pressen in Richtung Beckenboden vermeiden können und schonend vom Bett aufstehen, damit nichts in die Hose geht.

Quelle:

www.nrz.de

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Veranstaltung zu Bauch und Beckenboden | Nachrichten aus Gelsenkirchen, der Heimat von Schalke 04

Altstadt.   Um neue Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie beim Thema „Bauch und Beckenboden“ geht es bei einer Arzt- und Patienten-Veranstaltung im Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 15, am Mittwoch, 27. September, von 17 bis 20 Uhr. Veranstalter sind die Praxis Dr. Marek Bakowski an den Evangelischen Kliniken und das Beckenbodenzentrum Emscher-Lippe e.V. Neben Fachvorträgen von niedergelassenen Fachärzten und Medizinern der Evangelischen Kliniken sowie des St. Marien-Hospitals Buer gibt es Referate von medizinischen und pharmazeutischen Unternehmen.

Um neue Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie beim Thema „Bauch und Beckenboden“ geht es bei einer Arzt- und Patienten-Veranstaltung im Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 15, am Mittwoch, 27. September, von 17 bis 20 Uhr. Veranstalter sind die Praxis Dr. Marek Bakowski an den Evangelischen Kliniken und das Beckenbodenzentrum Emscher-Lippe e.V. Neben Fachvorträgen von niedergelassenen Fachärzten und Medizinern der Evangelischen Kliniken sowie des St. Marien-Hospitals Buer gibt es Referate von medizinischen und pharmazeutischen Unternehmen.

Informiert wird über Reizdarmsyndrom, Eisenmetabolismus, Blähungen, Verstopfung, Hämorrhoiden, moderne Strahlentherapieoptionen bei Darm-Tumoren, chirurgische Möglichkeiten bei der Steigerung von Lebensqualität für Menschen mit Beckenbodenschwäche, überaktive Blase und Dranginkontinenz. Referenten sind die Chefärzte Dr. Frank Müller und Dr. Andreas Waida vom St. Marien-Hospital Buer sowie die Chefärzte der Evangelischen Kliniken, Dr. Stephanus Nottberg und Priv-Doz. Razvan Galalae.

Quelle:

www.waz.de

Politisches Kabarett in Schalksmühle | Schalksmühle

Schalksmühle – Scharfzüngig legt er den Finger in offene Wunden. Hält der Gesellschaft, Spießbürgern und Politikern den Spiegel vor – und stellt sich den Themen, die die Nation bewegen. Bissig, humorvoll, sarkastisch und todernst.

Mit Christian Ehring begeisterte am Freitagabend einer der prominentesten Kabarettisten Deutschlands – bekannt aus der „heute show“ und „extra 3“ – in der Festhalle Spormecke mit politischem Kabarett zum Lachen, Innehalten und Nachdenken. In Wort und Gesang widmete sich der Grimme-Preisträger mit dem Faible für Rückbildungsgymnastik den großen Themen der Zeit. Flüchtlingspolitik, AfD, deutsche Leitkultur, Trump und Landleben gehörten dazu. 

Sein Motto: „Keinen Zuschauer zurücklassen“. Klar, von Hannelore Kraft („Kein Kind zurücklassen“) entlehnt. Aber die, konstatiert er, braucht den Spruch ja nicht mehr. Vor restlos ausverkauftem Haus hängte der gebürtige Duisburger, der in Krefeld aufwuchs, seinen tiefgründigen, anspruchsvollen Abriss über die Befindlichkeit der Nation in seinem aktuellen Programm „Keine weiteren Fragen“ an der vermeintlich eigenen Biografie mit Sohn vor dem Abflug ins freiwillig/unfreiwillige soziale Jahr in den Slums von Buenos Aires (Argentinien) und frei gewordener Einliegerwohnung im selbst bewohnten Haus am Stadtrand auf. An der Idee, die Wohnung einem Flüchtling zur Verfügung zu stellen, rieben sich die Geister. 

Häufig im Nachgang, mit gezielt gesetzten Spitzen, führte Ehring zuvor getätigte Aussagen ad absurdum. Nicht „Bitte schalten Sie die Mobiltelefone aus!“ wie gewohnt, sondern „Bitte lassen Sie die Mobiltelefone an. Ich bin es schon gar nicht mehr gewohnt, mich so lange mit Leuten zu unterhalten und dabei angesehen zu werden!“, hieß es da. 

Amüsant und aufrüttelnd 

Zwischen Zustimmung und Zustimmung mit Vorbehalten pendelte Ehrings intellektuelles, wohl situiertes Bühnen-Ich im zugleich amüsanten wie aufrüttelnden Monolog über die Idee mit der Einliegerwohnung. „Tolle Idee –aber“, lautete der Tenor. Scheinheiligkeit warf Ehring der Regierung in Sachen Flüchtlingspolitik vor. Zur Verdeutlichung zog er einen Vergleich mit der Mütterrente heran. „Es gibt die Mütterrente, aber die Ausgabestelle ist auf Helgoland und der Schiffsverkehr wird eingestellt.

„AfD wie „Hämorrhoiden-Salbe“ 

Ins Visier nahm der scharfzüngige Kabarettist, Pianist und Sänger, der – ohne bitterböse zu sein – das Lachen im Hals gefrieren ließ, ebenso Erdogan und die AfD. „Masseneintritte von Erdogan-Anhängern in die AfD. Würde passen. Irgendwie würd’ ich’s beiden gönnen“, konstatierte er. Mit „Hämorrhoiden-Salbe“ verglich er die AfD. Zwischen witzigen Ergüssen, wenn er in Rückbildungsgymnastik den Sport seines Lebens fand und die Queen als das berühmte Ungeheuer von Schottland enttarnte, und tiefem Ernst pendelte Ehring in „Keine weiteren Fragen“. Schlagzeilen aus der Tagespresse boten Vorlagen, auf die deutsche Leitkultur und Konfliktherde in aller Welt einzugehen. „Deutsche geben sich zur Begrüßung die Hand“, meinte er spöttelnd. Geben sich andere ein Bein? 

Und die Sache mit der Kulturnation? Hat etwa heute schon einer seinen Goethe gelesen? Er hatte etwas zu sagen, dieser Christian Ehring, bei Satire, die Missstände in pointierter und überspitzter Form beim Namen nannte und kräftig durchschüttelte.

Hämorrhoiden – Was tun? Diese Hausmittel helfen

Hämorrhoiden[1] bereiten zwar nicht immer Schmerzen – aber können unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringen. Aber was kann man dagegen tun? Hier kommen die besten Tipps und Hausmittel gegen Hämorrhoiden. 

Mehr zum Thema

Was tun bei Hämorrhoiden?

Laut Professor Thomas Frieling, Direktor der Abteilung Innere Medizin am Helios Klinikum in Krefeld hat jeder Mensch Hämorrhoiden. Zu einem Problem werden sie erst, wenn sie Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Nässen oder Blut verursachen.

Um leichte Formen von Hämorrhoidalleiden selbst zu behandeln oder zumindest der schmerzhaften Entwicklung entgegenzuwirken, gibt es viele Möglichkeiten. Dabei kann man nicht nur zu Salben aus der Apotheke, sondern auch zu einfachen Hausmitteln greifen und selbst Hand anlegen. Auch die richtigen Maßnahmen helfen gegen Hämorrhoidalleiden.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Zinksalben oder Vaseline gegen Hämorrhoiden

Für die Behandlung der Hämorrhoiden gehen die meisten Menschen zunächst in die Apotheke. Dort kann man meist explizit gegen Hämorrhoiden entwickelte Cremes kaufen. Das Ziel der Salben ist es, die Entzündungen und kleinen Verletzungen am After zu beruhigen und zu heilen. Allerdings sollten die Produkte pH-neutral und frei von Duft- und Konservierungsstoffen sowie Alkohol sein. Schlechte Zusätze reizen die empfindliche Region unnötig und können die Entzündungen verstärken.

Doch es muss nicht zwangsläufig die Hämorriden-Salbe sein, denn: „Es gibt keine Daten, dass Hämorriden-Salben deutliche Vorteile gegenüber anderen Salben haben. Sie können genauso gut Vaseline oder Zinksalbe oder eine andere pflegende Creme nehmen.“ sagt Frieling. So sind einfache Vaseline oder Zinksalben aus der Hausapotheke[2] ebenso effektiv.

Natürliche Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Ringelblumensalbe und Bananen

Ist den Betroffenen das Hämorrhoidalleiden peinlich, ist ein Gang zur Apotheke nicht zwingend notwendig. Die Ringelblumensalbe, auch Calendula Salbe genannt, hat sich zum Beispiel als eine gute Heilsalbe bewährt. So kann sie auch bei Hämorrhoidalleiden auf die entsprechende Stelle aufgetragen werden um den Juckreiz zu lindern.

Ein weiteres natürliches Hausmittel sind Bananen. Auch sie sollen entzündungshemmend wirken und zur Besserung der Erkrankung führen. Dazu wird eine reife Banane zerdrückt und wie eine Salbe auf die Hämorrhoiden aufgetragen. Zusätzlich kann auch die Schale der Banane genutzt werden.

Sitzbäder, Quarkkompressen und Teebeutel bringen Erleichterung

Ein Sitzbad mit Eichenrinden- oder Kamilleextrakt kann Linderung der Schmerzen verschaffen. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein, da sonst die Haut[3] zu sehr aufweicht. Danach empfiehlt es sich eine kühle Quarkkompresse oder einen erkalteten Schwarztee-Beutel gegen die Entzündung auf den Allerwertesten zu legen.

Hämorrhoiden-Kissen nehmen den Druck

Hämorrhoiden-Kissen helfen nicht gegen die Erkrankung – sie erleichtern lediglich das Sitzen. Oft handelt es sich um aufblasbare Ringe auf deren mittiger Öffnung der schmerzhafte Bereich positioniert wird. Der Druck auf die entzündetet Region wird gelindert und das Sitzen ermöglicht.

Stellen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten um und treiben Sie regelmäßig Sport

Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung[4] beugt Verstopfungen, eine der häufigsten Ursachen von Hämorrhoidalleiden, vor. Dazu sollten Sie u.a. zu folgender Ernährung greifen:

  • Brot, Nudeln und Reisprodukte aus Vollkorn
  • Frisches Obst, Gemüse sowie Trockenfrüchte: ideal sind fünf kleine Portionen am Tag
  • Müsli, Leinsamen und Kleie
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: mindestens zwei Liter am Tag

Auch Sport hilft, um Verstopfungen vorzubeugen und für weichen Stuhl zu sorgen. 

Richtiges Toilettenverhalten und Analhygiene

Beim Stuhlgang sollten Sie darauf achten, dass Sie nur dann abführen, wenn Sie wirklich müssen. Pressen und lange Toilettensitzungen sollten Sie vermeiden. Breitbeiniges sitzen auf der Toilette senkt den Druck auf die Hämorrhoiden und wird häufig als wesentlich angenehmer empfunden.

Auch die richtige Analhygiene unterstützt die Heilung kleiner Entzündungen und Risse im Gewebe. „Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von Seifen und feuchtem Toilettenpapier mit Zusätzen. Das trocknet die Haut aus und verstärkt die Hautreaktionen“, so Frieling. „Im schlimmsten Fall riskieren Sie ein Analekzem. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, auch die Heilung dauert meist lange.“

Besser sei es laut dem Experten, den After nach dem Toilettengang vorsichtig trocken zu tupfen oder einfach etwas Wasser auf das Toilettenpapier zu geben. Auf Reibung sollte man besser verzichten, weil auch das zu Reizungen führen kann. „Es sind nicht die Hämorriden selbst, die zu dem Juckreiz und Brennen führen, sondern ihre Verletzungen und Entzündungen“, erklärt Frieling. „Eine gute Analhygiene ist deshalb die halbe Miete.“

Im Zweifelsfall: Zum Arzt, wenn Hausmittel nicht helfen

Professor Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover rät: Suchen Sie besser schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt auf. Er warnt: „All diese Hausmittel[5] eignen sich sehr gut zur Behandlung der Symptome, sie beseitigen aber häufig nicht die eigentliche Ursache.“ 

Der Arztbesuch wird nötig, sollten sich die Beschwerden mit oben genannten Maßnahmen nicht beheben lassen und die Hämorrhoiden trotz der Hausmittel größer werden. Eine operative Entfernung der Hämorrhoiden[6] oder eine Verödung der Gefäße könnte dann nötig werden. Ihr Arzt wird Sie individuell beraten.

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Hausapotheke (www.t-online.de)
  3. ^ Haut (www.t-online.de)
  4. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  5. ^ Hausmittel (www.t-online.de)
  6. ^ operative Entfernung der Hämorrhoiden (www.t-online.de)

Hämorrhoiden – Was tun? Diese Hausmittel helfen

Hämorrhoiden[1] bereiten zwar nicht immer Schmerzen – aber können unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringen. Aber was kann man dagegen tun? Hier kommen die besten Tipps und Hausmittel gegen Hämorrhoiden. 

Mehr zum Thema

Was tun bei Hämorrhoiden?

Laut Professor Thomas Frieling, Direktor der Abteilung Innere Medizin am Helios Klinikum in Krefeld hat jeder Mensch Hämorrhoiden. Zu einem Problem werden sie erst, wenn sie Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Nässen oder Blut verursachen.

Um leichte Formen von Hämorrhoidalleiden selbst zu behandeln oder zumindest der schmerzhaften Entwicklung entgegenzuwirken, gibt es viele Möglichkeiten. Dabei kann man nicht nur zu Salben aus der Apotheke, sondern auch zu einfachen Hausmitteln greifen und selbst Hand anlegen. Auch die richtigen Maßnahmen helfen gegen Hämorrhoidalleiden.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Zinksalben oder Vaseline gegen Hämorrhoiden

Für die Behandlung der Hämorrhoiden gehen die meisten Menschen zunächst in die Apotheke. Dort kann man meist explizit gegen Hämorrhoiden entwickelte Cremes kaufen. Das Ziel der Salben ist es, die Entzündungen und kleinen Verletzungen am After zu beruhigen und zu heilen. Allerdings sollten die Produkte pH-neutral und frei von Duft- und Konservierungsstoffen sowie Alkohol sein. Schlechte Zusätze reizen die empfindliche Region unnötig und können die Entzündungen verstärken.

Doch es muss nicht zwangsläufig die Hämorriden-Salbe sein, denn: „Es gibt keine Daten, dass Hämorriden-Salben deutliche Vorteile gegenüber anderen Salben haben. Sie können genauso gut Vaseline oder Zinksalbe oder eine andere pflegende Creme nehmen.“ sagt Frieling. So sind einfache Vaseline oder Zinksalben aus der Hausapotheke[2] ebenso effektiv.

Natürliche Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Ringelblumensalbe und Bananen

Ist den Betroffenen das Hämorrhoidalleiden peinlich, ist ein Gang zur Apotheke nicht zwingend notwendig. Die Ringelblumensalbe, auch Calendula Salbe genannt, hat sich zum Beispiel als eine gute Heilsalbe bewährt. So kann sie auch bei Hämorrhoidalleiden auf die entsprechende Stelle aufgetragen werden um den Juckreiz zu lindern.

Ein weiteres natürliches Hausmittel sind Bananen. Auch sie sollen entzündungshemmend wirken und zur Besserung der Erkrankung führen. Dazu wird eine reife Banane zerdrückt und wie eine Salbe auf die Hämorrhoiden aufgetragen. Zusätzlich kann auch die Schale der Banane genutzt werden.

Sitzbäder, Quarkkompressen und Teebeutel bringen Erleichterung

Ein Sitzbad mit Eichenrinden- oder Kamilleextrakt kann Linderung der Schmerzen verschaffen. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein, da sonst die Haut[3] zu sehr aufweicht. Danach empfiehlt es sich eine kühle Quarkkompresse oder einen erkalteten Schwarztee-Beutel gegen die Entzündung auf den Allerwertesten zu legen.

Hämorrhoiden-Kissen nehmen den Druck

Hämorrhoiden-Kissen helfen nicht gegen die Erkrankung – sie erleichtern lediglich das Sitzen. Oft handelt es sich um aufblasbare Ringe auf deren mittiger Öffnung der schmerzhafte Bereich positioniert wird. Der Druck auf die entzündetet Region wird gelindert und das Sitzen ermöglicht.

Stellen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten um und treiben Sie regelmäßig Sport

Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung[4] beugt Verstopfungen, eine der häufigsten Ursachen von Hämorrhoidalleiden, vor. Dazu sollten Sie u.a. zu folgender Ernährung greifen:

  • Brot, Nudeln und Reisprodukte aus Vollkorn
  • Frisches Obst, Gemüse sowie Trockenfrüchte: ideal sind fünf kleine Portionen am Tag
  • Müsli, Leinsamen und Kleie
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: mindestens zwei Liter am Tag

Auch Sport hilft, um Verstopfungen vorzubeugen und für weichen Stuhl zu sorgen. 

Richtiges Toilettenverhalten und Analhygiene

Beim Stuhlgang sollten Sie darauf achten, dass Sie nur dann abführen, wenn Sie wirklich müssen. Pressen und lange Toilettensitzungen sollten Sie vermeiden. Breitbeiniges sitzen auf der Toilette senkt den Druck auf die Hämorrhoiden und wird häufig als wesentlich angenehmer empfunden.

Auch die richtige Analhygiene unterstützt die Heilung kleiner Entzündungen und Risse im Gewebe. „Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von Seifen und feuchtem Toilettenpapier mit Zusätzen. Das trocknet die Haut aus und verstärkt die Hautreaktionen“, so Frieling. „Im schlimmsten Fall riskieren Sie ein Analekzem. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, auch die Heilung dauert meist lange.“

Besser sei es laut dem Experten, den After nach dem Toilettengang vorsichtig trocken zu tupfen oder einfach etwas Wasser auf das Toilettenpapier zu geben. Auf Reibung sollte man besser verzichten, weil auch das zu Reizungen führen kann. „Es sind nicht die Hämorriden selbst, die zu dem Juckreiz und Brennen führen, sondern ihre Verletzungen und Entzündungen“, erklärt Frieling. „Eine gute Analhygiene ist deshalb die halbe Miete.“

Im Zweifelsfall: Zum Arzt, wenn Hausmittel nicht helfen

Professor Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover rät: Suchen Sie besser schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt auf. Er warnt: „All diese Hausmittel[5] eignen sich sehr gut zur Behandlung der Symptome, sie beseitigen aber häufig nicht die eigentliche Ursache.“ 

Der Arztbesuch wird nötig, sollten sich die Beschwerden mit oben genannten Maßnahmen nicht beheben lassen und die Hämorrhoiden trotz der Hausmittel größer werden. Eine operative Entfernung der Hämorrhoiden[6] oder eine Verödung der Gefäße könnte dann nötig werden. Ihr Arzt wird Sie individuell beraten.

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Hausapotheke (www.t-online.de)
  3. ^ Haut (www.t-online.de)
  4. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  5. ^ Hausmittel (www.t-online.de)
  6. ^ operative Entfernung der Hämorrhoiden (www.t-online.de)

Hämorrhoiden: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Hämorrhoiden[1] sind für viele ein peinliches Tabuthema. Dabei ist laut Schätzungen fast jeder Dritte über 30 Jahren und sogar jeder Zweite über 50 Jahren von Hämorrhoidalleiden betroffen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen der Erkrankung zugrunde liegen können, bei welchen Symptomen und Beschwerden Sie zum Arzt gehen sollten, wie die Diagnose abläuft und wie das Leiden behandelt wird.

Leiden Sie an Hämorrhoiden?
Ja, ich habe da starke Probleme.
Hin und wieder zwickt es.
Nein, damit hatte ich noch nie zu tun.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden, oder auch Hämorriden, sind die ringförmigen Blutgefäßpolster am After und dienen dazu, den Darm gut abzudichten. „Jeder Mensch hat diese Polster. Sie dichten den Enddarm nach außen ab und verhindern, dass Stuhlreste austreten“, erklärt Prof. Alexander Herold vom End- und Dickdarm-Zentrum in Mannheim.

Zu Hämorrhoidenleiden (im Volksmund jedoch zumeist einfach der Begriff „Hämorrhoiden“ genutzt) kommt es, wenn die ringförmigen Blutgefäßpolster am After krankhaft vergrößert sind. „Wenn auf die Blutgefäße längere Zeit Druck ausgeübt wird, kann das Blut nicht mehr abfließen, die Adern erweitern sich, und ihr zartes Bindegewebe leiert aus.“ In der Folge dringt Flüssigkeit aus dem unteren Mastdarm nach außen, so dass die Haut[2] am After juckt, brennt und blutet.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)
[3]

Symptome: Diese Anzeichen deuten auf Hämorrhoiden hin

Der Beginn einer Hämorrhoiden-Erkrankung ist oftmals symptomfrei und bereitet selten schwere Schmerzen[4], da „Hämorrhoiden von einer Darmschleimhaut überzogen sind, die keine Schmerznerven hat“, sagt Bernhard Lenhard von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG).

Mehr zum Thema

Oft wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn folgende Symptome zusätzlich eintreten:

  • Spuren von hellrotem Blut beim Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier
  • Brennende Schmerzen
  • Juckreiz am After
  • Nässe im Analbereich
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Druckgefühl
  • Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • Nachschmieren von Stuhl

Schmerzfreie Untersuchung und Diagnose: Keine Angst vor dem Arztbesuch

Besonders bei Blut im Stuhl sollten Sie einen Proktologen (Facharzt für Enddarmerkrankungen) aufsuchen. „Allein schon deshalb, um rechtzeitig andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen“, erklärt Lenhard.  „Darmkrebs[5] zum Beispiel verursacht ganz ähnliche Beschwerden.“

Zunächst tastet der Arzt den Enddarm vorsichtig mit einem Finger aus. „So kann man knotige Veränderungen oder Einengungen fühlen sowie Druck und Spannung des Schließmuskels überprüfen“, sagt Bernhard Strittmatter, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (Spezialisten für Dick- und Enddarmleiden). „Das weiche Gewebe der Hämorrhoiden kann man meist aber nicht tasten.“

Deshalb wird im Anschluss ein Proktoskop in den Analkanal eingeführt. Das ist ein dünnes Metallrohr mit einer Beleuchtung an der Spitze, mit dem der Arzt das Innere des Enddarms genau betrachten kann. „Bei Blutungen[6], die sich nicht durch den Befund im Enddarm erklären lassen, sollte vorsichtshalber auch der dahinterliegende Mastdarm und gegebenenfalls der gesamte Dickdarm untersucht werden.

Vier Hämorrhoiden-Stadien: Schnell handeln

Warten macht alles nur schlimmer – denn bleiben Hämorrhoiden unbehandelt, werden sie im Laufe der Zeit größer und müssen im schlimmsten Fall operativ entfernt werden. Mediziner unterscheiden dabei vier Stadien der Erkrankung, die über die Behandlungsmethode der Hämorrhoiden[7] entscheiden:

Schweregrad Symptome
Grad 1 Die Hämorrhoiden sind nur per Darmspiegelung zu erkennen. Es zeigen sich leichte bis keine Symptome.
Grad 2 Beim Pressen wölben sich die Hämorrhoiden nach außen, danach ziehen sie sich aber wieder zurück. Sie sind vergrößert und hinterlassen ein unangenehmes Fremdkörpergefühl.
Grad 3 Die Hämorrhoiden ziehen sich nicht wieder automatisch zurück, und es muss mit den Fingern nachgeholfen werden.
Grad 4 Die angeschwollenen Gefäßpolster lassen sich auch mit den Fingern nicht wieder zurückschieben. Das Fremdkörpergefühl hält an, zusätzlich können Nässen und Schmerzen auftreten. Ist der Darmausgang beschädigt, kann es ebenfalls zu leichter Inkontinenz kommen.

(Quelle: apotheken-umschau.de)

Ursachen: Die Gründe für die Entstehung von Hämorrhoiden sind vielfältig

  • Heftiges Pressen beim Stuhlgang ist einer der häufigsten Gründe für Hämorrhoidalleiden. „Man sollte nur dann auf Toilette gehen, wenn man auch wirklich muss“, so der Experte.
  • Langes Verweilen auf dem Klo belastet den Beckenboden. Ausgiebiges Zeitunglesen auf der Toilette sollten Sie deshalb vermeiden.
  • Verstopfungen – häufig die Folge einer ballaststoffarmen Ernährung[8].
  • Genetisch bedingte Bindegewebsschwäche.
  • Schwangerschaft[9]

Behandlung und Hausmittel: So lindern Sie die Beschwerden

Was können Sie bei Hämorrhoiden tun?[10] Zur Linderung der Beschwerden empfehlen Therapeuten u.a.:

  • Warme Sitzbäder
  • Cremes, Salben oder Zäpfchen
  • Feuchte Umschläge z.B. mit Kamille oder Quark
  • Ballaststoffreiche Ernährung, sowie Obst und Gemüse
  • Richtiges Toilettenverhalten: Pressen und lange Sitzungen vermeiden
  • Richtige Reinigung nach dem Stuhlgang: mit lauwarmen Wasser oder feuchtes Toilettenpapier ohne Chemikaline
  • Hämorrhoiden-Kissen

Welches Hausmittel sich als das Beste bewährt hat und welche weiteren Maßnahmen zur Behandlung von Hämorrhoiden existieren, erfahren Sie hier.[11]

Hämorrhoiden vorbeugen: Gesunde Ernährung und viel Bewegung

Da Hämorrhoidenleiden nicht immer von äußeren Faktoren, sondern auch oft durch genetisch bedingte Faktoren wie Bindegewebsschwäche ausgelöst wird, ist eine 100 prozentige Vorbeugung leider nicht möglich.

Folgende Maßnahmen helfen jedoch, die Wahrscheinlichkeit von Hämorrhoiden zu senken:

  • Ballaststoffreiches Essen, z.B. Müsli, Vollkornnudeln oder Naturreis
  • Frisches Obst und Gemüse
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr[12], mindestens zwei Liter am Tag
  • Regelmäßige Bewegung und Sport
  • Vermeiden von Übergewicht
  • Nur nötigen Stuhlgang

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Haut (www.t-online.de)
  3. ^ Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik) (www.t-online.de)
  4. ^ Schmerzen (www.t-online.de)
  5. ^ Darmkrebs (www.t-online.de)
  6. ^ Blutungen (www.t-online.de)
  7. ^ Behandlungsmethode der Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  8. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  9. ^ Schwangerschaft (www.t-online.de)
  10. ^ Was können Sie bei Hämorrhoiden tun? (www.t-online.de)
  11. ^ hier. (www.t-online.de)
  12. ^ Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (www.t-online.de)

Hämorrhoiden: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Hämorrhoiden[1] sind für viele ein peinliches Tabuthema. Dabei ist laut Schätzungen fast jeder Dritte über 30 Jahren und sogar jeder Zweite über 50 Jahren von Hämorrhoidalleiden betroffen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen der Erkrankung zugrunde liegen können, bei welchen Symptomen und Beschwerden Sie zum Arzt gehen sollten, wie die Diagnose abläuft und wie das Leiden behandelt wird.

Leiden Sie an Hämorrhoiden?
Ja, ich habe da starke Probleme.
Hin und wieder zwickt es.
Nein, damit hatte ich noch nie zu tun.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden, oder auch Hämorriden, sind die ringförmigen Blutgefäßpolster am After und dienen dazu, den Darm gut abzudichten. „Jeder Mensch hat diese Polster. Sie dichten den Enddarm nach außen ab und verhindern, dass Stuhlreste austreten“, erklärt Prof. Alexander Herold vom End- und Dickdarm-Zentrum in Mannheim.

Zu Hämorrhoidenleiden (im Volksmund jedoch zumeist einfach der Begriff „Hämorrhoiden“ genutzt) kommt es, wenn die ringförmigen Blutgefäßpolster am After krankhaft vergrößert sind. „Wenn auf die Blutgefäße längere Zeit Druck ausgeübt wird, kann das Blut nicht mehr abfließen, die Adern erweitern sich, und ihr zartes Bindegewebe leiert aus.“ In der Folge dringt Flüssigkeit aus dem unteren Mastdarm nach außen, so dass die Haut[2] am After juckt, brennt und blutet.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)
[3]

Symptome: Diese Anzeichen deuten auf Hämorrhoiden hin

Der Beginn einer Hämorrhoiden-Erkrankung ist oftmals symptomfrei und bereitet selten schwere Schmerzen[4], da „Hämorrhoiden von einer Darmschleimhaut überzogen sind, die keine Schmerznerven hat“, sagt Bernhard Lenhard von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG).

Mehr zum Thema

Oft wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn folgende Symptome zusätzlich eintreten:

  • Spuren von hellrotem Blut beim Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier
  • Brennende Schmerzen
  • Juckreiz am After
  • Nässe im Analbereich
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Druckgefühl
  • Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • Nachschmieren von Stuhl

Schmerzfreie Untersuchung und Diagnose: Keine Angst vor dem Arztbesuch

Besonders bei Blut im Stuhl sollten Sie einen Proktologen (Facharzt für Enddarmerkrankungen) aufsuchen. „Allein schon deshalb, um rechtzeitig andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen“, erklärt Lenhard.  „Darmkrebs[5] zum Beispiel verursacht ganz ähnliche Beschwerden.“

Zunächst tastet der Arzt den Enddarm vorsichtig mit einem Finger aus. „So kann man knotige Veränderungen oder Einengungen fühlen sowie Druck und Spannung des Schließmuskels überprüfen“, sagt Bernhard Strittmatter, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (Spezialisten für Dick- und Enddarmleiden). „Das weiche Gewebe der Hämorrhoiden kann man meist aber nicht tasten.“

Deshalb wird im Anschluss ein Proktoskop in den Analkanal eingeführt. Das ist ein dünnes Metallrohr mit einer Beleuchtung an der Spitze, mit dem der Arzt das Innere des Enddarms genau betrachten kann. „Bei Blutungen[6], die sich nicht durch den Befund im Enddarm erklären lassen, sollte vorsichtshalber auch der dahinterliegende Mastdarm und gegebenenfalls der gesamte Dickdarm untersucht werden.

Vier Hämorrhoiden-Stadien: Schnell handeln

Warten macht alles nur schlimmer – denn bleiben Hämorrhoiden unbehandelt, werden sie im Laufe der Zeit größer und müssen im schlimmsten Fall operativ entfernt werden. Mediziner unterscheiden dabei vier Stadien der Erkrankung, die über die Behandlungsmethode der Hämorrhoiden[7] entscheiden:

Schweregrad Symptome
Grad 1 Die Hämorrhoiden sind nur per Darmspiegelung zu erkennen. Es zeigen sich leichte bis keine Symptome.
Grad 2 Beim Pressen wölben sich die Hämorrhoiden nach außen, danach ziehen sie sich aber wieder zurück. Sie sind vergrößert und hinterlassen ein unangenehmes Fremdkörpergefühl.
Grad 3 Die Hämorrhoiden ziehen sich nicht wieder automatisch zurück, und es muss mit den Fingern nachgeholfen werden.
Grad 4 Die angeschwollenen Gefäßpolster lassen sich auch mit den Fingern nicht wieder zurückschieben. Das Fremdkörpergefühl hält an, zusätzlich können Nässen und Schmerzen auftreten. Ist der Darmausgang beschädigt, kann es ebenfalls zu leichter Inkontinenz kommen.

(Quelle: apotheken-umschau.de)

Ursachen: Die Gründe für die Entstehung von Hämorrhoiden sind vielfältig

  • Heftiges Pressen beim Stuhlgang ist einer der häufigsten Gründe für Hämorrhoidalleiden. „Man sollte nur dann auf Toilette gehen, wenn man auch wirklich muss“, so der Experte.
  • Langes Verweilen auf dem Klo belastet den Beckenboden. Ausgiebiges Zeitunglesen auf der Toilette sollten Sie deshalb vermeiden.
  • Verstopfungen – häufig die Folge einer ballaststoffarmen Ernährung[8].
  • Genetisch bedingte Bindegewebsschwäche.
  • Schwangerschaft[9]

Behandlung und Hausmittel: So lindern Sie die Beschwerden

Was können Sie bei Hämorrhoiden tun?[10] Zur Linderung der Beschwerden empfehlen Therapeuten u.a.:

  • Warme Sitzbäder
  • Cremes, Salben oder Zäpfchen
  • Feuchte Umschläge z.B. mit Kamille oder Quark
  • Ballaststoffreiche Ernährung, sowie Obst und Gemüse
  • Richtiges Toilettenverhalten: Pressen und lange Sitzungen vermeiden
  • Richtige Reinigung nach dem Stuhlgang: mit lauwarmen Wasser oder feuchtes Toilettenpapier ohne Chemikaline
  • Hämorrhoiden-Kissen

Welches Hausmittel sich als das Beste bewährt hat und welche weiteren Maßnahmen zur Behandlung von Hämorrhoiden existieren, erfahren Sie hier.[11]

Hämorrhoiden vorbeugen: Gesunde Ernährung und viel Bewegung

Da Hämorrhoidenleiden nicht immer von äußeren Faktoren, sondern auch oft durch genetisch bedingte Faktoren wie Bindegewebsschwäche ausgelöst wird, ist eine 100 prozentige Vorbeugung leider nicht möglich.

Folgende Maßnahmen helfen jedoch, die Wahrscheinlichkeit von Hämorrhoiden zu senken:

  • Ballaststoffreiches Essen, z.B. Müsli, Vollkornnudeln oder Naturreis
  • Frisches Obst und Gemüse
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr[12], mindestens zwei Liter am Tag
  • Regelmäßige Bewegung und Sport
  • Vermeiden von Übergewicht
  • Nur nötigen Stuhlgang

Fußnoten:

  1. ^ Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  2. ^ Haut (www.t-online.de)
  3. ^ Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik) (www.t-online.de)
  4. ^ Schmerzen (www.t-online.de)
  5. ^ Darmkrebs (www.t-online.de)
  6. ^ Blutungen (www.t-online.de)
  7. ^ Behandlungsmethode der Hämorrhoiden (www.t-online.de)
  8. ^ Ernährung (www.t-online.de)
  9. ^ Schwangerschaft (www.t-online.de)
  10. ^ Was können Sie bei Hämorrhoiden tun? (www.t-online.de)
  11. ^ hier. (www.t-online.de)
  12. ^ Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (www.t-online.de)