Einflussreicher US-Senator McCain will am Dienstag in Senat zurückkehren – DIE WELT

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Der einflussreiche US-Senator und ehemaligen Präsidentschaftsbewerber der Republikaner, John McCain, will nach einer Hirntumor-Operation am Dienstag in den Senat zurückkehren, um seine Partei bei der Gesundheitsreform zu unterstützen. Das teilte sein Büro am Montag mit. McCain freue sich auf die Rückkehr in die Kongress-Kammer und auf die Arbeit an „wichtigen Gesetzgebungsprojekten“, darunter die Gesundheitsreform sowie neue Sanktionen gegen Russland, den Iran und Nordkorea.

McCain hatte sicher einer Operation zur Entfernung eines Krebsgeschwürs unterziehen müssen. Der Tumor[1] wurde laut seinem Büro vollständig entfernt.

Zuletzt waren die Beratungen des US-Kongresses über die Gesundheitsreform verschoben worden, weil der 80-Jährige sich wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge einer Operation unterziehen musste. Im Zuge dieser Operation wurde ein damit zusammenhängender Hirntumor festgestellt.

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McCain gehört zu den einflussreichsten US-Republikanern. Das Ansehen des Präsidentschaftskandidaten von 2008 beruht auch auf seiner Teilnahme am Vietnam-Krieg. Dabei war McCain 1967 in Gefangenschaft geraten und gefoltert worden und erst nach rund fünf Jahren wieder frei gekommen.

US-Präsident Donald Trump hatte McCain bereits nach der Entfernung des Blutgerinnsels gute Besserung gewünscht und dabei zugleich auf die Bedeutung von McCains Stimme bei der Reform des Gesundheitssystems verwiesen. „Wir brauchen seine Stimme“, erklärte Trump.

Die Abschaffung von „Obamacare“ und sein Ersatz durch ein angeblich effizienteres und kostengünstigeres Modell ist eines der zentralen Wahlkampfversprechen Trumps. Allerdings fehlt es derzeit an den notwendigen Stimmen aus den eigenen Reihen – in den vergangenen Tagen hatten vier republikanische Senatoren ihren Widerstand erklärt. Wegen der knappen Mehrheit der Republikaner in der Kongresskammer fehlen damit die notwendigen Stimmen für den Plan.

Quelle:

www.welt.de

Gesundheit: Demenzkranken mit kleinen Hilfen den Alltag erleichtern – FOCUS Online

Räumliche Veränderungen sind eine Herausforderung für Demenzkranke und deren Angehörige. Sie sollten daher möglichst behutsam vorgenommen werden. Doch was kann man tun, wenn das Leben in den eigenen vier Wänden schwieriger wird?

Leben Demenzkranke weiterhin in ihrem vertrauten Zuhause, können Angehörige ihnen mit kleinen Dingen den Alltag erleichtern. So hilft es beispielsweise, wenn sie statt eines ganzen Schlüsselbunds nur einen einzelnen Schlüssel für die Haustür bekommen.

Die „Apotheken Umschau“ (Ausgabe 7B/2017) berichtet weiter, dass alternativ farbliche Markierungen der Schlüssel empfehlenswert sind – der Schlüssel bekommt dann dieselbe Farbe wie das dazugehörige Schloss.

Ist die Krankheit fortgeschritten, und die Person zeigt das typische Weglauf-Verhalten, können Angehörige die Haustür hinter einem Vorhang oder einem Rollo verstecken. Ein Glockenspiel an der Tür macht Angehörige außerdem darauf aufmerksam, wenn jemand das Haus oder die Wohnung[1] verlässt.

Grundsätzlich sind Veränderungen für Demenzkranke eine Herausforderung. Räumliche Anpassungen sollten Angehörige also behutsam vornehmen, damit sich der Zustand nicht verschlechtert.

Fußnoten:

  1. ^ Mehr zu die Wohnung (www.focus.de)

Methadon – Wundermittel gegen Krebs? – Süddeutsche.de

  • Eine Meldung macht die Runde, dass das Opioid Methadon Hirntumorpatienten helfen kann.
  • In Laborstudien hat eine Ulmer Chemikerin entsprechende Hinweise gefunden und diese öffentlich gemacht.
  • Unter Patienten herrscht große Aufregung, Onkologen hingegen warnen massiv vor falschen Hoffnungen.
Von Felix Hütten

Man stelle sich vor, Forscher entdeckten ein Wundermittel gegen Krebs[1]; eines, das günstig ist, wirkungsvoll und weitestgehend sicher. Es wäre eine Sensation. Und genau eine solche Sensationsmeldung erzeugt im Internet derzeit mächtigen Wirbel. Anlass der Aufregung sind Forschungen der Chemikerin Claudia Friesen von der Uniklinik Ulm. Sie hat in Zell- und Tierversuchen Hinweise darauf gefunden, dass das Schmerzmittel Methadon die Wirkung einer Chemotherapie womöglich verstärkt.

Vereinfacht lautet Friesens These: Methadon hilft, die Chemotherapeutika in der Tumorzelle zu konzentrieren – und den Krebs damit effektiver zu zerstören. Hat Claudia Friesen also einen wirksamen und günstigen Ansatz gefunden, der den Kampf gegen Tumore[2] um Lichtjahre nach vorne katapultiert? Methadon ist vielen Patienten bekannt, es kommt in der Schmerztherapie und im Heroinentzug häufig zum Einsatz. Im Unterschied zu den meisten Krebsmedikamenten ist es patentfrei und günstig.

Medizin Die Ursache von Krebs ist vor allem: Pech

Die Ursache von Krebs ist vor allem: Pech[3]

Der Zufall spielt bei der Entstehung von Tumoren eine große Rolle, im Körper herrscht quasi eine Lotterie der Gene. Und doch ist ein gesunder Lebensstil wichtig. Von Hanno Charisius mehr …

Stern TV“ und das ARD-Magazin „Plusminus“ haben deshalb mittlerweile Beiträge über Methadon gesendet. Darin kommt eine Patientin mit einem Hirntumor zu Wort, die während ihrer Chemotherapie Methadon eingenommen hat – allerdings nicht im Rahmen einer klinischen Studie. Die Frau berichtet jedoch, ihr Tumor sei nicht wieder gewachsen. Sie lebt. Was aber hat sie gerettet: das Methadon – oder die Chemotherapie allein? Eine Antwort darauf gibt es nicht. Dennoch debattieren in den sozialen Netzwerken nun Tausende Menschen und schreiben: „Schau mal, Mama, das könnte dir helfen.“Führende Krebsmediziner warnen unterdessen ausdrücklich vor falschen, ja gefährlichen Hoffnungen, die das Methadon-Wunder in Tausenden Krebspatienten geweckt hat. Einige Fachgesellschaften, darunter die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie sowie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie distanzieren sich ausdrücklich[5] von der Idee, Methadon in der Krebstherapie zu verwenden.

Ein Nutzen von Methadon gegen Krebs ist nicht belegt. Fest steht aber, dass das Mittel töten kann

Der Grund für die vehemente Ablehnung durch die Experten: Bislang wurde Methadon gegen Krebs nur im Labor getestet, an Zellen und Mäusen. Es gibt den Verdacht eines Effekts, mehr nicht. Erst in klinischen Studien an Patienten können neue Therapien aber ihre Wirksamkeit beweisen – und vom Labor ist es ein weiter Weg bis zu solchen Untersuchungen. Das bedeutet: Ein Nutzen von Methadon in der Krebstherapie von Menschen ist wissenschaftlich derzeit nicht belegt. Zugleich bleibt Methadon ein hochpotentes Opioid, das falsch angewendet tödlich wirken kann.

Daraus folgt die Frage, wie man in der Forschung mit interessanten, aber klinisch nicht getesteten Ansätzen seriös umgeht. Viele Krebserkrankungen, insbesondere Hirntumore, sind auch deshalb grausam, weil sie den Körper oft langsam, über Wochen oder Monate hinweg zerstören; in vielen Fällen können Patienten trotz Operation, Chemotherapie und Bestrahlung nicht geheilt werden. Betroffene fürchten sich und verzweifeln, sie suchen alternative Therapien. Mitunter nutzen sie auch solche, die nicht zugelassen und gefährlich sind.

Genau deshalb vermeiden seriöse Wissenschaftler allzu großes Aufsehen um experimentelle Daten – bis klar ist, ob aus einer Idee ein Medikament entsteht. Der Vorwurf also, dem sich Claudia Friesen nun ausgesetzt sieht, lautet: Sie habe viel zu früh öffentlichkeitswirksam über ihre Forschung gesprochen – und damit falsche Hoffnungen geschürt. Die Datenbasis reiche bei Weitem nicht aus, um hier von einem hoffnungsvollen Ansatz sprechen zu können, sagt Wolfgang Wick, Chef der Neurologie an der Uniklinik Heidelberg und Sprecher im Vorstand der Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft.

Die Geschichte der geldgierigen Pharmalobby

„Die Idee ist gut – so wie viele andere der jährlich hundert Ideen zu diesem Thema.“ Niemand in Heidelberg habe Friesens Idee jedoch interessant genug gefunden, um sich damit weiter zu beschäftigen. Die Uniklinik Ulm sah sich sogar veranlasst[6], klarzustellen, dass jene 80 Patienten, die Methadon bereits als zusätzliches Krebsmittel schlucken, nicht im eigenen Haus und „nicht im Rahmen von klinischen Studien behandelt wurden“.

Und als wäre die Aufregung noch nicht groß genug, erzählte das ARD-Magazin „Plusminus“ die Geschichte der geldgierigen Pharmalobby, die weitere Studien zu Methadon unterdrücke – aus Angst vor Umsatzeinbußen ihrer lukrativen neuen Krebsarzneien. Für diese Lesart gibt es bislang keinerlei Belege. Dennoch wird der Mediziner[7] Wolfgang Wick diskreditiert, anstatt die fachlichen Bedenken des Mediziners ernst zu nehmen. Der ARD-Film stellt seine Kritik an der Methadon-Forschung infrage, weil er für die Pharmafirma Roche als Berater tätig war. In den sozialen Netzwerken wirkt das wie ein Brandbeschleuniger, obwohl Wick diese Tätigkeit, wie andere anerkannte Krebsforscher auch, vollständig transparent macht.

Doch längst stehen die Telefone von Onkologen und Forschern nicht mehr still. Viele Menschen sind verunsichert, aus Kliniken kommen Berichte, wonach Patienten eine Behandlung mit Methadon verlangen und laufende Behandlungen abbrechen wollen. Und die Chemikerin Claudia Friesen? Sie sagt, dass sie Methadon nie als Wundermittel bezeichnet und auch nie behauptet habe, damit Patienten heilen zu können. Letztlich, sagt Friesen, gehe es ihr um die Patienten. „Anstatt immer wieder neue Stellungnahmen zu veröffentlichen, wäre es schön, wenn Grundlagenforscher und Kliniker enger zusammenarbeiten würden.“

Das soll nun geschehen. Das Team um Wolfgang Wick hat eine klinische Studie mit Hirntumor-Patienten veranlasst, in der eine Chemotherapie in Kombination mit Methadon geprüft wird. Die Studie habe auch einen gesellschaftlichen Auftrag, sagt Wick: Ziel sei, auf Grundlage von Fakten Patienten zu beruhigen und die Debatte endlich zu versachlichen. Der Abschlussbericht wird für das Jahr 2022 erwartet.

Krebs Der Tod, Tragödie oder Triumph?

Der Tod, Tragödie oder Triumph?[8]

Ein unheilbarer Tumor drückt auf das Gehirn von Simon H., die Ärzte geben ihm nur noch wenig Zeit. Doch der Zwölfjährige sagt, nö, ich geh noch nicht. Von Felix Hütten mehr…[4][9]

Chinesisches Schattenboxen beugt Stürzen vor – Spektrum der Wissenschaft

Wenn ältere Menschen das Gleichgewicht verlieren, ist das Risiko von Knochenbrüchen und anderen Verletzungen groß. Wie lässt sich dieses Risiko verringern? Das untersuchten spanische Gesundheitsforscher in einer Metaanalyse, die sie jetzt in der Fachzeitschrift „Journal of the American Geriatrics Society“[1] veröffentlichten.

Das Team um Rafael Lomas-Vega fand zehn Experimente, bei denen Menschen ab 65 Jahren zufällig verschiedenen Sportgruppen zugeteilt worden waren; neben Tai-Chi zählten dazu Physiotherapie und einfache Gymnastikübungen. Die Teilnahme an Tai-Chi-Kursen minderte das Risiko eines Sturzes innerhalb eines Jahres um 43 Prozent und langfristig um 13 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Probanden stürzten und sich dabei verletzten, halbierte sich im Verlauf eines Jahres sogar, und langfristig lag es immer noch um ein Viertel niedriger.

Die Senioren hatten über rund drei bis sechs Monate wöchentlich zwischen ein und drei Stunden Tai-Chi-Übungen praktiziert. Der chinesische Volkssport, auch unter dem Begriff Schattenboxen bekannt, hat seine Wurzeln in der Kampfkunst und kombiniert tiefe Atemzüge mit langsamen, flüssigen Bewegungen. Laut Medizinern stärkt das Training vor allem die Knie und den Gleichgewichtssinn und beugt auf diese Weise Stürzen vor. Das so genannte Schattenboxen lindert laut älteren Studien auch Fibromyalgie[2], Kniebeschwerden[3] und psychischen Stress[4].

Fußnoten:

  1. ^ in der Fachzeitschrift „Journal of the American Geriatrics Society“ (onlinelibrary.wiley.com)
  2. ^ Fibromyalgie (www.nejm.org)
  3. ^ Kniebeschwerden (www.ncbi.nlm.nih.gov)
  4. ^ psychischen Stress (www.ncbi.nlm.nih.gov)

Gesundheit: Augen im Sommer vor Wasser und Sonne schützen – FOCUS Online

Im Sommerurlaub wachen viele Menschen morgens mit geröteten Augen auf. Kein Wunder: Sonne und Chlorwasser reizen das Organ. Bleiben die Beschwerden länger als einen Tag, schaut sich das besser ein Arzt an.

Sonne[1], Sand und Salzwasser: All das kann die Augen im Sommerurlaub reizen. „Das Meer und heller Sand reflektieren das UV-Licht“, erklärt Prof. Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Trifft UV-Licht auf ungeschützte Augen, kann es die äußere Schicht der Hornhaut schädigen. Reinhard rät deshalb zu einer Sonnenbrille mit UV-Schutz, die am besten möglichst weit um die Augen herumreicht. „Optimal sind Sportbrillen.“

Hinzu kommt im Sommerurlaub das Schwimmen im Meer und Pool. „Öffnet jemand unter Wasser die Augen, wäscht er den Tränenfilm heraus“, sagt Reinhard. Dieser Film besteht nicht nur aus Flüssigkeit, sondern aus drei unterschiedlichen Schichten: Über der innerste aus Schleimen befindet sich eine wässrige, die vor allem aus der Haupttränendrüse stammt.

Darüber liegt eine Fettschicht, damit der Tränenfilm nicht ständig aus dem Auge herausschwimmt. Nach einem Augenzwinkern unter Wasser müssen alle Schichten neu aufgebaut werden. Bei Menschen, die ohnehin trockene Augen haben, kann das dauern.

Noch mehr reizt Chlorwasser geöffnete Augen, warnt Reinhard. Gechlortes Wasser enthält zwar wenig Keime, wirkt aber toxisch und greift die Hornhaut an. So können nach dem Baden Keime ins Auge eindringen. Wer rote Augen im Urlaub[2] vermeiden will, öffnet deshalb unter Wasser nicht die Augen oder trägt eine Schwimmbrille.

Ist es doch passiert und das Auge brennt und ist gerötet, kann der Urlauber einen Tag abwarten, sagt Reinhard. Eine heilende Augensalbe aus der Apotheke[3] lindert häufig die Beschwerden, „auch künstliche Tränen mit Hyaluronsäure helfen manchen.“ Bleiben die Beschwerden aber über einen Tag und eine Nacht hinaus bestehen, ist der Gang zum Arzt unvermeidlich: „Entzündungen am Auge können sehr, sehr gefährlich werden“, warnt der Experte. „Damit ist nicht zu spaßen.“

Quelle:

www.focus.de

Fußnoten:

  1. ^ Mehr zu Sonne (www.focus.de)
  2. ^ Mehr zu im Urlaub (www.focus.de)
  3. ^ Mehr zu der Apotheke (www.focus.de)

Themenwelten | Gesundheit – Augsburger Allgemeine

In kaum einem anderen Land werden so viele Medikamententests durchgeführt wie in Deutschland. Für viele Probanden ist das eine schnelle Geldquelle. Das Risiko wird dabei aber immer höher.

«Du brauchst eine Auszeit in einer schicken Umgebung und möchtest mal so richtig verwöhnt werden?» Mit Sätzen wie diesen werben viele Jobportale im Internet für Medikamententests. Die Angebote richten sich oft an Studenten oder Selbstständige.

«Wir sind gesund, jung und brauchen die Kohle», ist auf einer der Seiten zu lesen. In Deutschland[1] sind freiwillige Probanden sehr gefragt. Nur in den USA werden noch mehr klinische Studien von Pharma-Unternehmen durchgeführt als hierzulande. Nach Angaben des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) liegt Deutschland mit einer Beteiligung an 532 Studien, die im vergangenen Jahr begonnen wurden, deutlich vor Großbritannien mit 499 und Frankreich mit 390.

Die Bandbreite der Tests reicht dabei von ambulanten Studien für 50 Euro bis zu mehrwöchigen Klinikaufenthalten, für die Probanden schon mal bis zu 6000 Euro erhalten. Die Tests sind ein gewaltiger Markt. Nach eigenen Angaben investieren Pharma-Unternehmen in Deutschland etwa 5,8 Milliarden Euro pro Jahr in Laborforschung und klinische Studien.

Lukrative Angebote winken vor allem bei sogenannten Phase-I-Studien. Dabei werden die Arzneimittel an gesunden Probanden getestet, um sie auf mögliche Nebenwirkungen zu überprüfen. Allerdings sind die Risiken dabei nicht zu unterschätzen. «Phase-I-Tests werden immer gefährlicher», sagt Karl Lauterbach[2], Gesundheitsexperte der SPD. Immer häufiger würden Medikamente getestet, die auf den Immunmechanismus wirkten und dadurch zu schwerwiegenderen Nebenwirkungen führen könnten als andere Medikamente.

Diese Gefahr sieht auch Wolfgang Becker-Brüser vom Fachmagazin «Arznei-Telegramm». «Die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs hat in den letzten Jahren einen beträchtlichen Aufschwung erlebt», erklärt er. «Je komplexer und je innovativer ein Wirkprinzip ist, desto weniger kalkulierbar ist das tatsächliche Risiko für die Probanden.» Auf Nachfrage bestätigen auch die Arzneimittelhersteller ein «erhöhtes Risikopotenzial» durch derartige Medikamente.

Dramatische Auswirkungen hatte ein derartiges Mittel bereits im Jahr 2006: Nach einem Phase-I-Test in Großbritannien[3] schwebten damals mehrere Probanden in Lebensgefahr. Bei dem Mittel handelte es sich um ein Medikament, das in das Immunsystem eingreifen sollte. Noch dramatischer verlief im vergangenen Jahr eine Studie in Frankreich. Dort starb ein freiwilliger Proband an den unvorhergesehenen Nebenwirkungen eines komplexen Testpräparats.

Das US-Unternehmen Parexel, das die Studie in Großbritannien damals durchführte, hat auch einen Forschungsstandort in Berlin. Zu seiner Arbeit in Deutschland will sich das Institut auf Nachfrage nicht äußern. Man beruft sich auf amerikanische Vorschriften: «Wir sind ein amerikanisches Unternehmen und haben strikte, zum Teil auch gesetzliche (amerikanische) Vorgaben», heißt es in einer Antwort.

Bislang ist es in Deutschland zu keinen ähnlich schweren Zwischenfällen wie in Frankreich oder Großbritannien gekommen. Mehr als 100 000 gesunde Freiwillige haben nach Behördenangaben hierzulande in den vergangenen elf Jahren an klinischen Tests teilgenommen – stets im Rahmen hoher Sicherheitsstandards, wie die Verantwortlichen betonen.

Bevor eine Studie in Deutschland durchgeführt werden kann, muss sie entweder vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder vom Paul-Ehrlich-Institut genehmigt werden. Zusätzlich muss eine Ethik-Kommission jedes Projekt absegnen. «Die Entwicklung eines neuen Arzneimittels ist ein mit Blick auf die Probanden- und Patientensicherheit hochgradig regulierter Prozess», versichert ein Sprecher des BfArM.

Genaue Daten darüber, wer an diesen Tests teilnimmt, gibt es nicht. Für die meisten Phase-I-Studien sollte man aber kerngesund sein und genügend Zeit mitbringen – sprich jung sein und keine 40- Stunden-Woche haben. Studenten oder Selbstständige passen da perfekt ins Muster.

Auch Angehörige oder potenzielle Patienten seien immer wieder beteiligt, meint Annette Dufner vom Institut für Wissenschaft und Ethik an der Uni Bonn. Bei vielen bleibt jedoch der finanzielle Anreiz ausschlaggebend.

Mitteilung der vfa[4]

Artikel auf fixverdient.de[5]

Studienangebote von Parexel[6]

Fußnoten:

  1. ^ Deutschland (www.augsburger-allgemeine.de)
  2. ^ Karl Lauterbach (www.augsburger-allgemeine.de)
  3. ^ Großbritannien (www.augsburger-allgemeine.de)
  4. ^ Mitteilung der vfa (dpaq.de)
  5. ^ Artikel auf fixverdient.de (dpaq.de)
  6. ^ Studienangebote von Parexel (dpaq.de)

Zerkarien lauern im Wasser | Wenn der Badeausflug mit Ausschlag endet – BILD

Sommer, Sonne, Schwimmen im See! Klingt verlockend, kann aber für fiese Überraschungen sorgen.

In immer mehr Badeseen lauern Zerkarien. Die Parasiten können die sogenannte Badedermatitis, einen massiven Hautausschlag, auslösen.

Zerkarien Zerkarien sind Larven von Saugwürmern

Zerkarien sind Larven kleiner Saugwürmer. Diese leben normalerweise in den inneren Organen von Wasservögeln, beispielsweise Enten. Mit dem Kot der Tiere gelangen sie ins Wasser.

Um sich dort weiter zu vermehren, suchen sich Zerkarien Wasserschnecken als Zwischenwirt. Auf der Suche nach einem neuen Endwirt, einem Wasservogel, kann es sein, dass sie sich verirren und sich irrtümlicherweise in die Haut des Menschen bohren.

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Weil der Mensch ein Fehlwirt ist, stirbt die Larve ab. Aber trotzdem kann sie den fiesen Hautausschlag hervorrufen!

Hat sich jemand Zerkarien beim Schwimmen eingefangen, kann es sein, dass er dies zunächst gar nicht merkt. Ein kurzes Prickeln, ein Jucken – das könnte schließlich auch ein normaler Mückenstich sein. Auch die etwa zwei Millimeter großen, rote Flecken ähneln einem Stich.

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Unangenehm wird es, wenn der Schwimmer sensibilisiert ist – d.h. sich bereits mehrere Zerkarien in seine Haut gebohrt haben. Denn dann entsteht die Badedermatitis.

Nach ein bis zwei Tagen kann man drei bis acht Milimeter große Quaddeln auf der Haut entwickeln. Diese sind besonders unangenehm, weil sie extrem stark jucken. Bei sehr empfindlichen Menschen kann es auch zu Fieber kommen. In der Regel heilt der Ausschlag nach etwa zwei bis drei Wochen komplett ab.

Wasserfeste Sonnencreme hilft

Man kann sich aber vor Zerkarien schützen! Laut dem Gesundheitsministerium Brandenburg[1] halten sich Wasserschnecken gerne an Uferzonen und in schilfreichen Gebieten auf. Dort besteht also auch erhöhte Gefahr, sich Zerkarien einzufangen. Außerdem sollten Sie im Badebereich keine Enten oder andere Wasservögel füttern.

Wasserabweisende Sonnencremes machen Zerkarien das Eindringen in die Haut schwerer. Und nach dem Baden gilt:  rasch duschen, Badekleidung wechseln und gut abtrocknen!

Quelle:

www.bild.de

Fußnoten:

  1. ^ Gesundheitsministerium Brandenburg (mdjev.brandenburg.de)