Gesundheit: Was bei Wespen- und Bienenstichen bei Kindern zu tun ist – Heilpraxisnet.de

Insektenstiche: Bienen- und Wespenstiche bei Kindern richtig behandeln
Bei sommerlichen Temperaturen gibt es nicht Schöneres, als mit einem kühlen Erfrischungsgetränk draußen zu sitzen. Allerdings erweisen sich Bienen und Wespen manchmal als Störfaktor. Vor allem wenn Kinder gestochen werden, kommt oft schnell Panik auf. In den meisten Fällen ist diese jedoch unbegründet. Trotzdem sollte man wissen, was nach einem Insektenstich zu beachten ist und wie man sich vor Bienen und Wespen schützen kann[1].

Nicht in Panik geraten
Wenn die Familie draußen im Garten zusammensitzt und eines der Kinder von einer Biene oder Wespe gestochen wird, kommt oft schnell Panik auf. Wie muss man reagieren? Muss das Kind oder Baby zum Arzt gebracht werden? Was hilft, wenn eine Biene oder Wespe zugestochen hat[2]? Zur Beruhigung: Soweit keine Insektenstichallergie[3] vorliegt, sind solche Stiche meist relativ harmlos. Dennoch sollten unbedingt einige Empfehlungen von Experten beachtet werden.

Wenn Kinder von Bienen oder Wespen gestochen werden, ist oft die ganze Familie in Aufruhr. Experten raten: Ruhe bewahren. Bei allergischen Reaktionen sollte jedoch schnell der Rettungsdienst verständigt werden. (Bild: Ingo Bartussek/fotolia.com)

Bei allergischen Reaktionen Rettungsdienst rufen
Grundsätzlich sollte bei einem Insektenstich Ruhe bewahrt werden. Hat sich bei einem gestochenen Kind aber schon einmal eine allergische Reaktion gezeigt, sollte umgehend der Rettungsdienst über die Telefonnummer 112 gerufen werden.

Leider wird eine Insektengift-Allergie häufig unterschätzt[4] und das obwohl Wespenstiche bei einer Allergie zum Tode führen können[5].

Eine allergische Reaktion kann man unter anderem an einer massiven Rötung und Schwellung, erkennen, die nicht nur an der Einstichstelle auftritt.

Drei Millionen Deutsche reagieren auf die Stiche allergisch
Wie wichtig es ist, Insektenstiche und -bisse[6] zu beobachten, um gegebenenfalls eine Allergie zu erkennen, bestätigte auch Prof. Dr. Thilo Jakob, Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Gießen.

„Dieses Wissen kann unter Umständen lebensrettend sein“, so der Experte. „Rund drei Millionen Deutsche reagieren allergisch auf einen Wespen- oder Bienenstich und etwa zwanzig von ihnen sterben jedes Jahr an einem allergischen Schock.“

Doch auch wenn keine Allergie bekannt ist beziehungsweise zunächst keine allergischen Reaktionen auftreten, sollte das gestochene Kind beobachtet werden. Wenn es in den nächsten Stunden zu bestimmten Beschwerden kommt, sollte ein Arzt gerufen werden.

Zu diesen Symptomen gehören unter anderem Schwellungen im Mund- oder Halsbereich, beschleunigter Herzschlag, Schwindel[7], Fieber[8] oder Frösteln, Atembeschwerden, Hautausschlag, Übelkeit und Erbrechen[9].

Einfache Hausmittel haben sich bewährt
Bei einem Allergie-Schock muss unbedingt schnell erste Hilfe[10] geleistet werden. Das betroffene Kind muss dafür in die Schocklage gebracht werden, bis der Arzt kommt. Das Körperteil mit dem Einstich sollte dabei tiefer als das Herz liegen.

Vor allem bei Insektenstichen im Mund[11] sind Eiswürfel zum Lutschen von Vorteil, damit die Atemwege nicht zuschwellen.

Bei Nichtallergikern können meist Salben oder Insektenstifte sowie verschiedene Hausmittel gegen Wespenstiche[12] und Bienenstiche helfen.

Zu nennen sind hier unter anderem der eigene Speichel, der auf dem Stich verrieben wird, ebenso wie Aloe Vera[13], Zwiebeln, frischer Spitzwegerich, Gewürznelkenöl, Wickel aus Tonerde und Essigwasser oder Kräuter aus dem Garten wie Petersilie oder Basilikum.

Vor herausragender Bedeutung ist aber: Kühlen, kühlen, kühlen!

Bienen- und Wespenstiche vermeiden
Noch besser als die Behandlung von Stichen ist die Prävention. Zwar kann man sein Kind nicht mit hundertprozentiger Sicherheit davor bewahren, doch einige Hausmittel gegen Wespen[14] und Bienen können die Insekten oft fernhalten.

So können die Tiere beispielsweise durch „Futterstellen“ mit überreifem Obst oder Zuckerwasser vom eigenen Aufenthaltsort im Freien weg gelenkt werden. Im Haus können Fliegengitter hilfreich sein. Fallobst im Garten wird am besten stets schnell entfernt.

Grelle Kleidung und Parfums ziehen Wespen und Bienen an und sollten daher gemieden werden. Außerdem sollten Kinder keine dunklen Trinkflaschen bekommen, da sie sonst nicht sehen können, ob sich in ihrem Getränk ein Tier befindet. (ad)

Fußnoten:

  1. ^ Wespen schützen kann (www.heilpraxisnet.de)
  2. ^ Wespe zugestochen hat (www.heilpraxisnet.de)
  3. ^ Insektenstichallergie (www.heilpraxisnet.de)
  4. ^ Insektengift-Allergie häufig unterschätzt (www.heilpraxisnet.de)
  5. ^ zum Tode führen können (www.heilpraxisnet.de)
  6. ^ Insektenstiche und -bisse (www.heilpraxisnet.de)
  7. ^ Schwindel (www.heilpraxisnet.de)
  8. ^ Fieber (www.heilpraxisnet.de)
  9. ^ Übelkeit und Erbrechen (www.heilpraxisnet.de)
  10. ^ erste Hilfe (www.heilpraxisnet.de)
  11. ^ Insektenstichen im Mund (www.heilpraxisnet.de)
  12. ^ Hausmittel gegen Wespenstiche (www.heilpraxisnet.de)
  13. ^ Aloe Vera (www.heilpraxisnet.de)
  14. ^ Hausmittel gegen Wespen (www.heilpraxisnet.de)

Gesundheit: Wie gesund ist Kokosöl wirklich? – Heilpraxisnet.de

Gesund und vielseitig: Kokosöl zum Abnehmen und als Naturkosmetik
Kokosöl wird in manchen Weltregionen teilweise schon seit Jahrtausenden in der Küche verwendet. Hierzulande hat es erst in den letzten Jahren Einzug gehalten. Auch in der Naturkosmetik wird das Öl verwendet. Über die gesundheitlichen Vorteile von Kokosöl ist zuletzt ein Streit entbrannt.

Kokosöl wird auch hierzulande immer populärer
Wenn es darum geht, welches die wertvollsten Speiseöle für Küche und Gesundheit[1] sind, heben manche die gesundheitsfördernde Wirkung von Leinöl[2] hervor. Viele verwenden jedoch vor allem Rapsöl, das bei den Deutschen mittlerweile noch beliebter ist als Sonnenblumen- und Olivenöl[3]. In den vergangenen Jahren ist auch Kokosöl in die hiesige Küche eingezogen. Es soll zum Braten und Kochen ideal sein und zusätzlich der Gesundheit dienen. Doch was kann das Öl wirklich?

Exotisches Kokosöl wird mittlerweile auch in vielen deutschen Haushalten verwendet. Viele schwören auf die gesundheitlichen Vorteile des Öls. Es eignet sich aber auch als Naturkosmetik. (Bild: aedkafl/fotolia.com)

Vielseitig anwendbar
Vor wenigen Jahren war Kokosöl in der deutschen Küche noch nahezu unbekannt, mittlerweile ist es als neues „Superfood“ auch in den hiesigen Supermärkten und Drogerien zu finden.

Als Naturkosmetik kommt Kokosöl schon seit längerer Zeit zum Einsatz. Es ist ein beliebtes Hausmittel gegen trockene Haare[4] und lindert einen Sonnenbrand[5].

Aufgrund der enthaltenen Laurinsäure, auf die viele Krankheitserreger und Parasiten wie Mücken oder Zecken empfindlich reagieren, wird Kokosöl zudem als Insektenschutz eingesetzt.

Das Öl ist aber vor allem wegen seines Geschmacks und der gesundheitsfördernden Wirkung beliebt. Zuletzt waren die positiven Auswirkungen auf unseren Körper jedoch angezweifelt worden.

Gesundheitliche Vorteile angezweifelt
So berichtete die Zeitschrift „Ernährungs Umschau“ (Ausgabe Oktober 2016), dass Kokosöl auch nicht gesünder sei als andere Öle. Daher gebe es keinen Grund, dieses in größeren Mengen zu konsumieren.

Das Magazin bezog sich dabei auf einen Bericht der Wissenschaftlerinnen Dr. Stacey Lockyer und Sara Stanner von der „British Nutrition Foundation“.

Die Wissenschaftsjournalistin Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder äußert auf ihrer Webseite[6] jedoch Kritik an der Kritik am Kokosöl. Laut der Expertin beruft sich die Arbeit der Wissenschaftlerinnen „teilweise auf überholte Argumente“.

Dass Kokosöl reich an gesättigten Fettsäuren und deswegen gesundheitlich bedenklich ist, sei Gonder zufolge eines „der ältesten Argumente, die gegen Kokosöl angeführt werden, was es jedoch nicht wahrer macht“.

Kokosfett besteht zwar tatsächlich zu rund 92 Prozent aus gesättigten Fettsäuren – doch aus diesem Umstand auf seine gesundheitliche Bedeutung zu schließen, sei wissenschaftlich nicht haltbar.

Die Expertin verwies auf mehrere Studien und Meta-Analysen, die zu dem Schluss kommen, dass gesättigte Fettsäuren per se keine ursächliche Beziehung zum Auftreten von Herzinfarkten[7] oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Mehr mittelkettige Fettsäuren als jedes andere Öl
In einem aktuellen Beitrag des „Norddeutschen Rundfunks“ (NDR) werden die gesundheitlichen Vorteile von Kokosöl hervorgehoben. Die Informationen stammen unter anderem von der Oecotrophologin Ulrike Gonder.

Den Angaben zufolge enthält das wertvolle Kokosöl mehr mittelkettige Triglyceride (MCT) als jedes andere Pflanzenfett oder Öl.

Diese Fettsäuren werden in der Leber zu sogenannten Ketonen verarbeitet und von dort als hochwertige Energielieferanten für die Nervenzellen ins Gehirn transportiert.

Laut dem NDR-Bericht deuten Studien darauf hin, dass Kokosöl ein Voranschreiten von Gehirnerkrankungen wie Alzheimer[8] bremsen kann.

Mit Kokosöl abnehmen
Zu den mittelkettigen Fettsäuren gehört auch die sogenannte Laurinsäure, die auch als Schlankheitsmittel gilt.

In der Tat hat sich in Studien gezeigt, dass mittelkettige Triglyceride beim Abnehmen helfen, doch dabei wurden nur kurzfristige Auswirkungen untersucht.

Offenbar funktioniert die Gewichtsreduktion auch nur, wenn gleichzeitig weniger Kohlenhydrate und mehr gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäuren auf dem Speiseplan stehen.

Laut NDR setzen beispielsweise in Kokosöl gebratene Kartoffeln an, Wildlachs und Gemüse in Kokosöl liefern jedoch einen gesunden Öl-Mix.

Keine gesundheitsschädlichen Transfette
Des Weiteren sei Kokosöl das einzige schonend gepresste Pflanzenöl, das unter großer Hitze keine gesundheitsschädlichen Transfette entwickelt.

Neben den gesundheitlichen Vorteilen kann Kokosöl auch durch den Geschmack überzeugen. Als Zutat zu exotischen Gerichten wie etwa Currys kann es, ebenso wie Kokosmilch, zu einem angenehm frisch-süßlichen Geschmack beitragen und die Küche bereichern.

Beim Kauf von Kokosöl sollte darauf geachtet werden, dass der Hinweis „nativ“ auf dem Glas steht, dass es aus biologischem Anbau stammt und aus reifen Früchten möglichst kurz nach der Ernte gepresst wurde. Öl aus unreifen, monatelang gelagerten Nüssen schmeckt leicht ranzig.

Übrigens: Im Gegensatz zu Kokosöl, das bei Raumtemperatur auch fest ist und wie weißes Streichfett aussieht, wird Kokosfett meist stark industriell verarbeitet.

Dieses ist nach dem Erhitzen, Härten und Bleichen geschmacksneutral und wird in der Lebensmittelindustrie als Ersatz für Palmöl verwendet. (ad)

Fußnoten:

  1. ^ die wertvollsten Speiseöle für Küche und Gesundheit (www.heilpraxisnet.de)
  2. ^ gesundheitsfördernde Wirkung von Leinöl (www.heilpraxisnet.de)
  3. ^ Sonnenblumen- und Olivenöl (www.heilpraxisnet.de)
  4. ^ Hausmittel gegen trockene Haare (www.heilpraxisnet.de)
  5. ^ lindert einen Sonnenbrand (www.heilpraxisnet.de)
  6. ^ Webseite (www.ugonder.de)
  7. ^ Herzinfarkten (www.heilpraxisnet.de)
  8. ^ Alzheimer (www.heilpraxisnet.de)

Gesundheit: Stammzellspender für Leukämiepatienten gesucht – FOCUS Online

In Bayern suchen aktuell 163 Leukämiepatienten einen Stammzellspender.

Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag anlässlich des Welt-Blutkrebstages mit. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) forderte in einer Erklärung die Menschen im Freistaat auf, sich für eine Stammzellspende typisieren zu lassen. „Für viele Leukämiepatienten ist die Transplantation von Stammzellen die einzige Chance, geheilt zu werden“, hieß es in der Erklärung der CSU[1]-Politikerin. In Bayern erkrankten jährlich rund 1800 Menschen neu an Leukämie. Dabei handele es sich überwiegend um Kinder und Jugendliche sowie um ältere Menschen über 60 Jahre. Im Jahr 2015 sind fast 1200 Menschen im Freistaat an Leukämie gestorben.

Quelle:

www.focus.de

Fußnoten:

  1. ^ Mehr zu der CSU (www.focus.de)

Gesundheit: Gaststättenverband: Umsatzeinbrüche durch Rauchverbot – FOCUS Online

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Thüringen zieht zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai eine durchwachsene Bilanz nach zehn Jahren Nichtraucherschutzgesetz.

Weniger der Tabakkonsum als vielmehr die Verweildauer der Gäste in Restaurants und Kneipen habe sich durch das Gesetz geändert, sagte Geschäftsführer Dirk Ellinger. „Aus unserer Sicht wird nicht weniger geraucht, es führt im Einzelfall eben zu kürzeren Aufenthalten in den gastronomischen Betrieben“. Damit habe es vor allem in der traditionellen Gastronomie Umsatzeinbrüche gegeben, da auch die Menge verkaufter Getränke gesunken sei. Die Wirte hätten sich seitdem zwar mit dem Gesetz arrangiert. Die Rückmeldungen reichten jedoch von positiven Reaktionen bis hin zu negativen Einschätzungen.  

Quelle:

www.focus.de

Alternative Heilmethoden: Phytotherapie: Unerschöpfliche Schatztruhe der Natur – Stuttgarter Zeitung

Von Markus Brauer

Markus BrauerMarkus Brauer (mb)Profil

 28. Mai 2017 – 10:00 Uhr[1]

Alternative Heilmethoden liegen im Trend. Viele Patienten vertrauen auf die Kraft sanfter Medizin. In unserer Serie stellen wir Heilmethoden und Therapien der Welt vor.

Heilkraft aus der Natur: Purpurroter Scheinsonnenhut (Echinacea purpurearpurea). Foto: dpa Heilkraft aus der Natur: Purpurroter Scheinsonnenhut (Echinacea purpurearpurea). Foto: dpa

Stuttgart – Heilkräuterkunde ist der Inbegriff sanfter Medizin[2]. In Pflanzen verbirgt sich eine heilende Kraft, auf die Menschen seit Urzeiten vertrauen. Das entsprechende medizinische Wissen[3] wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Pflanzen bildeten die Ausgangsstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln. Phytotherapie, die Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen mit Hilfe von Pflanzen, ist das älteste Heilverfahren, das schon im sechsten Jahrtausend v. Chr. angewandt wurde.

Aus- und ableitende Verfahren

Jahrtausende bevor Antibiotika, Schlaftabletten und Psychopharmaka erfunden wurden, hat man Krankheiten mit natürlichen Heilmitteln behandelt. wie der Aderlass, das Schröpfen und die Blutegeltherapie, Heilkräuterkunde und Badeheilkunde (Hydrotherapie) waren schon den alten Römern bekannt.

Der Arzt Claudius Galenos, der im zweiten Jahrhundert in Kleinasien lebte, prägte mit seiner Vier-Säfte-Lehre die abendländische Medizin. Was den Chinesen ihr Qui – die Lebensenergie – ist, ist den Europäern ihr Körpersaft: schwarze und gelbe Galle, Blut und Schleim.

Ihre Blütezeit erlebte die europäische Kräuterheilkunde im Mittelalter. In den Klöstern wurde das medizinische Wissen der Kelten, Griechen und Römer überliefert und praktiziert.

Empirisch begründete Behandlungsmethode

„Die Phytotherapie ist eine empirisch begründete Behandlungsmethode, die anders als die spirituell orientierte Traditionelle Chinesische Medizin und Ayurveda vor allem handwerklich arbeitet“, erklärt der Arzt und Naturheilkundler Wolfgang Sanwald, der eine Praxis in Liestal bei Basel betreibt.

Die ganzheitlich denkende Naturheilkunde greift vor allem auf Erkenntnisse zurück, die in den Klöstern überliefert wurden. Das Lorcher Arzneibuch von 790, das „De Viris herbarum“ Odo de Meungs (11. Jahrhundert) und vor allem die „Physica“, das naturheilkundliche Kompendium Hildegard von Bingens (12. Jahrhundert), prägten bis ins 19. Jahrhundert diese Form der Heilkunde.

Moderne Medizin ist ohne Phytotherapie nicht denkbar

Es ist eine wahre Schatztruhe, aus der traditionelle Mediziner schöpfen: Bei der Hydrotherapie etwa setzt man auf die heilende Kraft des Wassers. Durch Waschungen, Dampfanwendungen und Wickel wird das Kreislauf-, Nerven- und Immunsystem stimuliert. Durch Aderlass und Blutegeltherapie wird die Immunabwehr angeregt, entzündliche Prozesse werden bekämpft.

Bis zum Aufkommen synthetisch-chemischer Präparate gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Kräutermedizin das wichtigste Therapieverfahren, um Krankheiten zu behandeln. Heute kennt man mehr als 3000 Heilpflanzen, gut 500 von ihnen werden zur Herstellung von Arznei genutzt.

Eine Vielzahl der verschriebenen Arzneimittel basiert auf pflanzlichen Substanzen. Im Unterschied zu synthetisch hergestellten Medikamenten, die in der Regel nur einen Wirkstoff enthalten, liegt die Kraft der Kräuter in der Vielzahl ihrer Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide, Vitamine oder Mineralstoffe. Heilkräuter sind in Form von Tinkturen, Tabletten, Kapseln, Salben, Tees oder Badezusätzen erhältlich.

Selbstheilungskräfte des Körpers

Die Heilkraft der Kräuter liegt nicht in der separaten Verwendung einer Substanz, sondern im Synergieeffekt und in der Kombination einzelner Wirkstoffe begründet. Ziel der Phytotherapie ist die Wiederherstellung und Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers. Deshalb werden die Mittel individuell auf den Gesundheitszustand und die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten.

Kamille und Arnika beispielsweise hemmen mit ihren ätherischen Ölen Entzündungen, Fenchel und Kümmel sind blähungstreibend und regulieren die Magen-Darm-Funktion. Teebaum und Ringelblume sind antimykotisch und eignen sich zur Behandlung von Wunden, Verbrennungen und Pilzinfektionen.

Fenchel, Thymian und Melisse galten schon im Mittelalter als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden. Das Kernöl der Johannisbeere enthält Gamma-Linolensäure, ein Stoffwechselprodukt, das Menschen mit Neurodermitis fehlt. Baldrian und Johanniskraut lindern Unruhezustände und Depression.

„Die Naturheilkunde“, sagt der 52-jährige Sanwald, „ist eine Komplementär-Medizin. Sie ergänzt die Schulmedizin, die auch nicht auf alles eine Antwort weiß.“

Hilfe bei chronischen Beschwerden

Hauptanwendungsgebiete von Heilpflanzen sind chronische Beschwerden wie Migräne, Arthritis und Allergien. Akute und schwere Erkrankungen müssen schulmedizinisch behandelt werden. Pflanzliche Heilmittel liegen im Trend, auch weil sie gegenüber konventionellen Medikamenten weit weniger Nebenwirkungen haben. Allerdings dauert es wesentlich länger, bis sie wirken.

Fazit: Mehr als nur Placebos

Die chemische Keule ist zwar noch immer erste Wahl, wenn die Ärzte Medikamente verordnen. Doch nach einem langen Dornröschenschlaf erlebt die traditionelle Medizin eine Renaissance; Heilschriften kommen wieder auf den Tisch, Pharmakonzerne sehen in natürlichen Ressourcen einen Markt.

Kritiker sehen in Phytopharmaka nur Placebos, deren Wirkung mehr auf einem psychologischen Effekt als auf nachprüfbaren Fakten beruht. Oft werde mehr versprochen, als der Hersteller halten kann. Tatsächlich ist das komplexe Wechselspiel der Wirkstoffe bisher nur unvollständig erforscht.

Nur wenige Arzneipflanzen sind so gut untersucht wie die Weidenrinde, aus der Salicin isoliert wird (Grundstoff von Aspirin), oder das Digitoxin des Fingerhuts, aus dem ein Herzmedikament gewonnen wird.

Fußnoten:

  1. ^ Markus Brauer (www.stuttgarter-zeitung.de)
  2. ^ Medizin (www.stuttgarter-zeitung.de)
  3. ^ Wissen (www.stuttgarter-zeitung.de)
  4. ^ <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.alternative-heilmethoden-ayurveda-harmonielehre-aus-dem-alten-indien.7666ee7d-738d-4b12-b986-26fc448ab5b8.html&quot; rel="nofollow" title="Harmonielehre aus dem alten Indien" class="data" data-tags="" data-imagecount="1" data-videocount="0" data-commentcount="0" data-paidcontent="“ data-lt=““ name=“readabilityFootnoteLink-4″>Harmonielehre aus dem alten Indien (www.stuttgarter-zeitung.de)
  5. ^ Computer (www.stuttgarter-zeitung.de)
  6. ^ Wissen (www.stuttgarter-zeitung.de)
  7. ^ Medizin (www.stuttgarter-zeitung.de)
  8. ^ Serie (www.stuttgarter-zeitung.de)
  9. ^ zur Homepage (www.stuttgarter-zeitung.de)